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Alternativen, Virenschutz, Nutzung am PC – alles zu WhatsApp WhatsApp führt neue Funktion für Sprachnachrichten ein

WhatsApp ist als Messenger die Nummer eins in Deutschland. Jedoch ärgerten sich Nutzer, die über Sprachnachrichten kommunizieren, in regelmäßigen Abständen. Bei einer Unterbrechung der Aufnahme wurde diese bisher gelöscht. Die Neuerung und weitere wichtige Funktionen.

WhatsApp ist in Deutschland der am häufigsten benutze Messenger. Allerdings gibt es auch andere Apps mit umfangreicheren Funktionen und teils auch besserem Datenschutz. Die Nutzungsregeln sehen unter anderem vor, dass WhatsApp Telefonnummern an die Konzernmutter Facebook für personalisierte Werbung weitergeben darf.

Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hat Facebook und WhatsApp diesen Datenaustausch nun zwar untersagt, allerdings gibt es dennoch einige Dinge, die man über WhatsApp wissen sollte. Von Datenschutz bis zum Virenschutz . Die wichtigsten Infos rund um WhatsApp.

Neue Funktion: WhatsApp-Sprachnachrichten gehen nicht verloren

Bisher klagten Nutzer die vor allem über Sprachnachrichten kommunizieren häufig über ein Problem. Wurde die Aufnahme, etwa durch einen Anruf, unterbrochen, war sie verloren. Mit dem neuesten Update der App auf die Version 2.18.10 wurde dieses Problem behoben. WhatsApp speichert nun bei einer Unterbrechung die Nachricht und man kann sie sich nocheinmal anhören, bevor man sie verschickt - oder löscht. Die neue Funktion ist zur Zeit nur auf dem iPhone vorhanden.

Tipp: Nach dem Start der Aufnahme nach oben wischen, dann läuft die Sprachaufnahme weiter. Der Finger muss nicht für die ganze Zeit auf das Mikrofon-Symbol drücken.

Darf WhatsApp meine Daten an Facebook übertragen?

Nein! Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hat mit einer Verwaltungsanordnung es Facebook untersagt, Daten von deutschen WhatsApp-Nutzern zu erheben und zu speichern.

Facebook und WhatsApp seien selbstständige Unternehmen, die die Daten ihrer jeweiligen Nutzer auf Grundlage ihrer eigenen Nutzungs- und Datenschutzbedingungen verarbeiten, heißt es in einer Erklärung Caspsars. Nach dem Erwerb von WhatsApp durch Facebook vor drei Jahren hätten sie öffentlich zugesichert, dass die Daten der Nutzer nicht miteinander ausgetauscht werden. Dass dies nun doch geschieht, sei nicht nur eine Irreführung der Nutzer und der Öffentlichkeit, sondern stelle auch einen Verstoß gegen das nationale Datenschutzrecht dar.

Facebook hat kein Einverständnis der Nutzer

Ein solcher Austausch sei nur dann zulässig, wenn sowohl auf Seiten des Unternehmens, das Daten liefert (WhatsApp) als auch bei dem empfangenden Unternehmen (Facebook) eine Rechtsgrundlage dafür vorliegt. Facebook habe allerdings weder eine wirksame Einwilligung von den Nutzern von WhatsApp eingeholt, noch sei eine gesetzliche Grundlage für den Datenempfang vorhanden.

Facebook ist bei der Datenerhebung an die Regelungen des deutschen Datenschutzrechts gebunden, wenn ein Unternehmen im Zusammenhang mit einer nationalen Niederlassung Daten verarbeitet. Dies tut Facebook in Deutschland durch seine Niederlassung in Hamburg, die das deutschsprachige Werbegeschäft betreibt.

Welche Alternativen gibt es zu WhatsApp?

Wer nun Angst um seinen Datenschutz hat und sich nach Alternativen umsieht, wird im App- und GooglePlay-Store schnell fündig. Es gibt zahlreiche Messenger Apps, die teilweise mehr Funktionen anbieten als WhatsApp.

Signal

Der als offene Software vertriebene Messenger erlaubt den verschlüsselten Versand von Textnachrichten, Fotos und Videos an Einzelpersonen und Gruppen. Außerdem können andere App-Nutzer per Datenverbindung angerufen werden. Unter Android ist auch der - unverschlüsselte - Versand von normalen SMS und MMS über Signal möglich. Signal gibt es kostenlos für iOS und Android.

Threema

Texte, Bilder, Töne, Videos und Standorte können per Threema verschlüsselt gesendet werden. Außerdem gibt es Gruppenchats für bis zu 50 Mitglieder und ein verschlüsseltes Versenden von Dateien. Die Entwickler aus der Schweiz werben damit, dass keine Telefonnummern und Verbindungsdaten gespeichert werden. Threema kostet für Android und iOS 3 Euro, die Version für Windows Phone kostet 1,99 Euro.

iMessage

Apples hauseigene Messenger-Lösung kann mit anderen Smartphones nur SMS und MMS austauschen. Nutzt das Gegenüber ebenfalls ein iOS-Gerät, was man am blauen "Senden"-Knopf und dem grauen Schriftzug "iMessage" im Eingabefeld erkennt, können verschlüsselte Einzel- und Gruppennachrichten, Fotos und Videos verschickt werden. Seit iOS 10 können iMessages auch um Sticker, Anmerkungen oder Reaktionen erweitert werden. Mit Digital Touch können Nutzer auch Nachrichten zeichnen. Vorteil: iMessage funktioniert auf dem iPhone, dem iPad, dem iPod Touch und Mac-Computern. Großer Nachteil: Es funktioniert nur auf Apple-Geräten, nicht auf Android-Smartphones.

Wire

Der Messenger Wire erlaubt ebenfalls den verschlüsselten Austausch von Texten, Fotos und Videos, außerdem sind Einzel- und Gruppenanrufe über Voice over IP möglich. Besondere Funktionen sind eine Zeichenoption oder das einfache Teilen von Bild- und Toninhalten aus Portalen wie Soundcloud, Spotify oder Youtube. Die Chatverläufe können über mehrere Geräte synchronisiert werden. Die Hersteller werben damit, dass keine Nutzerdaten gesammelt werden. Wire gibt es kostenlos für iOS, Android, Windows und Mac OS X.

Google Hangouts

Googles App versendet Texte, Bilder, Videos, Standorte und mehr. Außerdem können andere Hangouts-Nutzer per Videoanruf kontaktiert werden. Hangouts ist auch eine Telefonie-App: Viele Anrufe in die USA oder Kanada sind kostenlos, für andere Länder kostet es Gebühren. Hangouts gibt es für iOS, Android und Chrome.

Kostet WhatsApp etwas?

Nein. Früher mussten Nutzer in Deutschland 89 Cent pro Jahr für WhatsApp bezahlen. Nach der Übernahme durch Facebook wurde der Kurzmitteilungsdienst wieder kostenlos. "Die Übernahme hat uns erlaubt, uns auf Wachstum zu konzentrieren und nicht ans Geldverdienen zu denken", sagte Mitgründer Jan Koum damals auf der Internet-Konferenz DLD in München.

WhatsApp hat nach eigenen Angaben 1,2 Milliarden Nutzer weltweit, b ei der Übernahme durch Facebook waren es noch rund 450 Millionen.

Übernahme durch Facebook für 19 Milliarden Dollar 

Facebook übernahm WhatsApp 2014 für rund 19 Milliarden Dollar. Am Ende war der Deal mit dem steigenden Preis der Facebook-Aktie rund 22 Milliarden Dollar wert. Der Ukrainer Koum, der als Teenager auf Sozialhilfe in Kalifornien angewiesen war, kam als Mitgründer auf ein Milliardenvermögen.

Gibt es einen Virenschutz für WhatsApp?

Gefährlich sind vor allem kostenlose Updates aus unseriösen Quellen. Dahinter verbergen sich häufig Viren oder teure Abofallen. Im Dezember 2015 beispielsweise machte eine neue Funktion die Runde, welche zeigen sollte, welcher Freund gerade mit wem chattet. Man musste nur mit einem Klick ein kostenloses Update installieren und schon läuft die neue Funktion. Allerdings wurde mit dem Update ein besonders gefährlicher Virus auf dem Handy installiert, der das Smartphone komplett lahm legte.  

Betroffen waren damals fast ausschließlich Android Smartphones. Allerdings gibt es solche "Angebote" auch für iOS-Nutzer. Der beste Schutz davor: Wer eine Nachricht über ein kostenloses Update bekommt, die einen Link erhält, sollte diesen Link weder anklicken, noch der Installation des vermeintlichen Updates zustimmen.  

Apps nur von offiziellen Kanälen herunterladen

Apps wie WhatsApp sollten zudem ausschließlich aus den offiziellen App-Stores von Google und Apple installiert werden. Dort eingereichte Programme werden überprüft, bevor sie freigeschaltet werden.

Virenschutzprogramme verwenden und Smartphone regelmäßig updaten

Virenschutzprogramme für Android-Telefone und regelmäßige Updates des Betriebssystems können helfen. Viele Hersteller - gerade von günstigeren Android-Smartphones - liefern jedoch kaum Updates nach. Sicherheitslücken und ungünstige Einstellungen können Android-Nutzer auch mit der kostenlosen App "Conan Mobile" aufspüren. 

Trotz aller Schutzmaßnahmen gibt es jedoch keinen einhundertprozentigen Schutz. Deshalb sollten nie vorschnell vermeintliche Updates installiert werden.

Wie kann man WhatsApp am PC und Mac nutzen?

WhatsApp kann auch am Computer und Macs von Apple genutzt werden. Dafür gibt es eine App für Windows- und Apple-Systeme. Sie erweitert den schon bestehenden Browserdienst.

Die App für PC und Mac entspricht hinsichtlich Optik und Funktionsumfang dem bereits seit August 2015 aktiven WhatsApp Web im Browser. Die Vorteile: Zum Nachrichtenschreiben muss man nicht ständig zum Telefon greifen, die App unterstützt außerdem Tastaturkürzel und Benachrichtigungen.

Nach der Installation des Programms für Mac OS X ab Version 10.9 und Windows 8 und höher wird zum Koppeln von Smartphone und App ein QR-Code vom Computerbildschirm gescannt. Die Option dafür findet sich in den Einstellungen der App im Unterpunkt "WhatsApp Web". Nutzer von Windows 7 und älteren Versionen von Mac OS X können weiterhin über die Browserversion unter mit dem Computer Nachrichten verschicken.

Smartphone muss online sein 

Die Desktop-App greift allerdings nicht selber auf das WhatsApp-Konto zu, sondern spiegelt lediglich den Chatverlauf des Smartphones. Deswegen muss auch das Smartphone mit dem Internet verbunden bleiben. Wer nur geringes Datenvolumen im Monat hat, sollte deswegen besser in ein WLAN-Netz eingewählt sein. Durch die Nutzung von WhatsApp-Desktop kann der Datenverbrauch nämlich ansteigen.

Auf welchen Smartphones WhatsApp nicht mehr läuft

WhatsApp hat in seinem Blog mitgeteilt, Anwendungen auf einigen älteren Smartphones mit dem Jahreswechsel 2017/2018 nicht mehr zu unterstützen. Als Begründung führt das Unternehmen an, dass diese mobilen Geräte nicht die Funktionalität bieten, die gebraucht wird, um die Funktionen der App in Zukunft zu erweitern. Betroffen sind Smartphones mit älteren Betriebssystemen.

Konkret wurde der Support für WhatsApp Messenger für die folgenden mobilen Plattformen zum Jahresende 2017 eingestellt:

  • BlackBerry OS und BlackBerry 10
  • Windows Phone 8.0 und älter
Der Support für folgende Plattformen besteht schon länger nicht mehr:
  • Nokia Symbian S60
  • Android 2.1 und Android 2.2
  • iPhone 3GS/iOS 6

Das Nokia S40 will WhatsApp noch bis zum 31. Dezember 2017 unterstützen. Am 1. Februar 2020 folgt das Supportende für die Android-Versionen 2.3.7 und älter. dhz

Zuletzt aktualisiert am 12. Januar 2018

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