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Konditoren-Wettbewerb bei SAT.1 Das große Backen: Mit dem Gartenschlauch ins Finale

Am kommenden Sonntag steht Konditorin Tamara Seidenglanz als eine von sechs Finalisten in der TV-Sendung "Das große Backen – die Profis" vor der Kamera. Zusammen mit Maximilian Wittl backt sie um die ersten Platz. Welche Hilfsmittel sie für die Torten verwenden und was mit den Schaustücken nach der Sendung passiert, erzählt sie im Interview mit der Deutschen Handwerks Zeitung.

DHZ: Mehrere Millionen Menschen haben Sie beim TV-Wettbewerb "Das große Backen" gesehen. Sind Sie jetzt berühmt?

Tamara Seidenglanz: Ich werde auf jeden Fall sehr oft auf die Sendung angesprochen, vor allem von meinen Kunden. Die Resonanz auf meinen TV-Auftritt war sehr positiv und ich durfte sogar schon Autogramme schreiben. Das macht mich sehr stolz. Wir verkaufen die Törtchen aus der Sendung auch bei uns im Laden und die sind jetzt besonders gefragt.

DHZ: Warum haben Sie teilgenommen?

Seidenglanz: Schon vor der Ausbildung habe ich immer wieder Backwettbewerbe im Fernsehen angeschaut. In Frankreich und Großbritannien gibt es die Profiversion von "Das große Backen" schon länger. Es war immer mal mein Traum dort mitzumachen.

DHZ: Und dann haben Sie sich für die neue Staffel beworben?

Seidenglanz: Wir mussten uns nicht bewerben. Bei der aktuellen Staffel in Deutschland ist kurzfristig ein Paar abgesprungen und mein Partner Maximilian Wittl und ich wurden angefragt. Wir wussten bis dahin nicht, dass es eine Profiversion geben wird und haben direkt zugesagt. Außerdem wollten wir schon immer mal als Team an einem Wettbewerb teilnehmen.

DHZ: Wie lange haben die Dreharbeiten gedauert?

Seidenglanz: Es waren jeweils drei Drehtage pro Sendung. In der Zeit hat die Wittl Crew uns den Rücken frei gehalten und das Café ohne uns geschmissen. Dafür sind wir den Kollegen sehr dankbar.

DHZ : Bei "Das große Backen" gibt es drei Juroren, die die Kuchen und Torten bewerten. Neben Bettina "Betty" Schliephake-Burchardt und Christian Hümbs, ist diesmal auch ein neues Gesicht dabei: Günther Koerffer. Wie haben Sie die Jury erlebt?

Seidenglanz: Bettina Schliephake-Burchardt und Christian Hümbs kannten wir ja schon aus den früheren Sendungen. Also wussten wir, was auf uns zu kommt und haben uns gefreut. Besonders begeistert hat uns aber der neue Juror. Günther Koerffer war neu für uns. Er ist der "Strenge" in der Jury, aber wenn man ihn näher kennenlernt ist er sehr lieb und nett. Und vor allem ist er ein Spezialist in dem, was er tut.

DHZ: Wie war es in einer fremden Backstube im TV-Studio zu arbeiten?

Seidenglanz: An den ersten Tagen war alles noch etwas holprig, aber dann hat es gut funktioniert. Der größte Unterschied sind die vielen Kameras. Ich hatte die ganze Zeit im Hinterkopf, dass mir Millionen Menschen zuschauen. Obwohl ich schon an zahlreichen Konditorenwettbewerben teilgenommen habe, war es doch nochmal was ganz anderes. Im Studio wird jeder Schritt gefilmt und wir sind dauernd interviewt worden. Der Zeitdruck war aber zum Glück kein Problem für mich.

DHZ: Was war Ihre Lieblingsaufgabe?

Seidenglanz: Das Motto "Haute-Couture" hat mir sehr gut gefallen. Es hat viel mit Ästhetik zu tun. Das ist genau unser Ding. Toll war auch das Thema "Törtchen Surprise". Wir haben Törtchen mit einem Gin-Kern und Holundermousse gebacken.

DHZ: Was passiert nach der Sendung mit den Torten?

Seidenglanz: Es gibt ein großes Team aus Spülern, Kammeraleuten und anderen Helfern. Das sind bestimmt 80 Personen. Da sind die Kuchen schnell weg. Nur die Schaustücke werden wieder eingeschmolzen. Die bestehen hauptsächlich aus Zucker und Schokolade und sind einfach viel zu mächtig. Das kann keiner in den Mengen essen.

DHZ: Was haben Sie alles zur Sendung mitgenommen und was wird dort bereitgestellt?

Seidenglanz: Wir Konditoren brauchen ja eine Unmenge an Werkzeug. Mehr als in manch anderem Handwerk. Wir sind mit einem Sprinter voller Backutensilien und spezieller Rohstoffe angereist. Die grundlegenden Zutaten bekommt man vor Ort gestellt und muss sie dann nach Rezept abwiegen. Aber Formen und andere Extras haben wir selbst mitgebracht, zum Beispiel Spachtel für das Schokodekor oder Gartenschläuche um besondere Formen aus Schokolade herzustellen.

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