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Neuerungen, Gesetze und Reformen Das ändert sich alles im März 2015

Neue Vorschriften bei der Tachographenpflicht, höhere Zuschüsse für die Energieberatung und andere Kennzeichen für Mopeds – was im März wichtig wird.

Änderungen bei der Tachographenpflicht

Am 2. März 2015 treten wichtige Teilbereiche der neuen Tachographenverordnung in Kraft. Mit dieser EU-Verordnung wird geregelt, wie und wann Handwerker den digitalen Fahrtenschreiber zu nutzen haben. Handwerker, die ihr Fahrzeug zum Transport von Materialien zur Ausübung ihres Berufs nutzen, können dies innerhalb eines Radius von 100 Kilometern künftig ohne Fahrtenschreiber-Benutzung tun. Das gilt für Fahrzeuge bis zu 7,5 Tonnen. Bislang galt ein Radius von 50 Kilometern. Weiterhin darf das Fahren nicht die Hauptbeschäftigung des Fahrers sein.

Erweiterte Ausnahmen gelten für Fahrzeuge mit Gas- und Elektroantrieb. Die Fahrzeuge sind künftig – sobald die Fahrpersonalverordnung veröffentlicht ist – bis zu einem Umkreis von 100 Kilometern von der Tachopflicht freigestellt (bis 7,5 Tonnen) – und dabei spielen die Art der transportierten Waren und die Haupttätigkeit des Fahrers im Gegensatz zur klassischen Handwerkerregelung auch keine Rolle.

Ein aktuelles Schaubild zu den Lenk- und Ruhezeiten und deren Auswirkung für Handwerker finden Sie hier.

Weitere Änderungen - vor allem technischer Art - treten ein Jahr später, zum 2. März 2016, in Kraft.

Mehr zur Tachografenpflicht erfahren Sie hier.

Höhere Zuschüsse für Energieberatungen

Das Bundeswirtschaftsministerium passt die Förderungen von Energieberatungen vor Ort für Haus- und Wohnungseigentümer stärker an die Bedürfnisse der Praxis an. Ab dem 1. März 2015 steigen die Zuschüsse für Vor-Ort-Beratungen.

Die Zuschüsse liegen bei 60 Prozent der förderfähigen Beratungskosten. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern liegt der Zuschuss bei maximal 800 Euro. Bei Wohnhäusern mit mindestens drei Wohneinheiten klettert der Betrag auf maximal 1.100 Euro.

Für zusätzliche Erläuterungen des Energieberatungsberichts bei der Wohnungseigentümerversammlung oder Beiratssitzung können die Kosten komplett übernommen werden, wenn diese 500 Euro nicht übersteigen.

Zusätzlich haben Kunden einer Energieberatung vor Ort Wahlmöglichkeiten bezüglich des Inhalts des Energieberatungsberichts.

Gewählt werden kann die Erstellung eines energetischen Sanierungskonzepts für:

  • eine Sanierung des Wohngebäudes (zeitlich zusammenhängend) zum KfW-Effizienzhaus (Komplettsanierung) oder
  • eine umfassende energetische Sanierung in Schritten mit aufeinander abgestimmten Einzelmaßnahmen (Sanierungsfahrplan).

Die Richtlinie zur Vor-Ort-Beratung 2014 können Sie hier herunterladen. Eine Checkliste für Komplettsanierungen finden Sie hier.

Wie Sie einen passenden Energieberater finden, erfahren Sie hier.

Krankenversicherung: Neuer Zahlbetrag für Rentner

Der allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung wurde bereits zum 1. Januar 2015 um 0,9 Prozent und damit auf 14,6 Prozent gesenkt. Zusätzlich dürfen die Krankenkassen aber einen kassenindividuellen Zusatzbeitrag festlegen. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben wirkt sich diese Änderung bei pflichtversicherten Rentnern jedoch erst zum 1. März 2015 aus, wie die Deutsche Rentenversicherung mitteilt.

Der Zusatzbeitrag ist im Gegensatz zum 14,6-prozentigen allgemeinen Beitragssatz, bei dem Rentner und Rentenversicherung jeweils die Hälfte des sich daraus ergebenden Beitrages zahlen, vom Rentner allein zu tragen.

Viele gesetzliche Krankenkassen haben den Zusatzbeitrag zunächst auf 0,9 Prozent festgelegt. Damit ändert sich gegenüber dem Vorjahresbeitrag insgesamt betrachtet nichts. Jedoch erheben einzelne Krankekassen auch Zusatzbeiträge von 1,3 Prozent. Bei anderen Kassen hingegen liegt der Zusatzbeitrag unter 0,9 Prozent, so dass sich in der Summe trotzdem eine Ersparnis ergibt.

Rentner und Rentnerinnen, die bereits im Frühjahr 2014 eine Rente erhielten und daher eine Rentenanpassungsmitteilung zum 1. Juli 2014 erhalten haben, fanden darin bereits eine Ankündigung der Beitragssatzänderungen in der Krankenversicherung zum 1. März 2015.

Blaue Kennzeichen für Mopeds

Mopeds brauchen ab dem 1. März ein blaues Versicherungskennzeichen. Das schwarze Blechschild wird Ende Februar ungültig. Die Kennzeichenfarbe wechselt jedes Jahr. Wer weiter mit dem abgelaufenen schwarzen Schild unterwegs ist, hat keinen Versicherungsschutz und macht sich strafbar.

Das Versicherungskennzeichen ist zum Beispiel für Mofas und Roller mit bis zu 50 Kubikzentimetern Hubraum sowie für Elektrofahrräder mit Motorunterstützung bei Geschwindigkeiten über 25 km/h Pflicht. Auch drei- und vierrädrige Kleinkrafträder und Krankenrollstühle, die schneller als 6 km/h fahren, brauchen das Blechschild.

Über vier Millionen Motorräder verzeichnet das Statistische Bundesamt für 2014. Mit einem Plus von 8,7 Prozent bei den Neuzulassungen ist die Tendenz steigend. Auch das Fahrvergnügen mit Mofas und Rollern nimmt zu. So hat sich die Zahl ihrer Neuzulassungen bei den Leichtkrafträdern im vergangenen Jahr laut Industrie-Verband Motorrad Deutschland um 10,7 Prozent erhöht.

Bei den Versicherungsbeiträgen gibt es große Unterschiede, ein Blick in die Tariftabellen verschiedener Anbieter könne sich daher auszahlen. Darauf weist der Bund der Versicherten hin. Als Richtwert für eine günstige Haftpflichtversicherung nennt die Verbraucherorganisation 43 Euro im Jahr für einen mindestens 23 Jahre alten Mopedfahrer. sg/dhz/dpa

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