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Neuerungen zum Jahreswechsel Das ändert sich 2017 für Autofahrer

Höhere Gebühren für Hauptuntersuchung (HU) und Führerscheinprüfung, ein Ladesäulennetz für E-Autos und natürlich die Pkw-Maut. 2017 gibt es für Autofahrer einige Neuerungen. Was sich zum Jahreswechsel für Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer ändert im Überblick.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Auto: Themen rund ums Fahrzeug

Auch 2017 kommen auf Autofahrer wieder einige Änder- und Neuerungen zu. Die Hauptuntersuchung (HU) wird teurer, Fahrer von E-Autos sollen künftig deutlich mehr Lademöglichkeiten haben und die Pkw-Maut könnte 2017, nach der Einigung zwischen Deutschland und der EU, eingeführt werden. Das ändert sich 2017 für Autofahrer.

Die wichtigsten Änderungen für Autofahrer im Jahr 2017

Hauptuntersuchung (HU) und Führerscheinprüfung werden teurer

Acht Jahre ist es her, dass die Gebühren für die Führerscheinprüfung letztmalig erhöht wurden. 2017 ist es wieder soweit. Die theoretische Prüfung kostet künftig 11,90 Euro statt wie bisher 11 Euro. Für die inzwischen übliche Prüfung am Computer werden 10,60 Euro fällig. Die praktischen Pkw-Prüfung kostet 91,50 Euro. Noch etwas teurer wird es für Motorradfahrer: Die praktische Prüfung verteuert sich auf 121,38 Euro.

Neben dem Führerschein wird auch die Hauptuntersuchung (HU) teurer. Je nach Bundesland fallen künftig Gebühren zwischen 34,99 Euro und 54,86 Euro an. Ausführliche Infos zur Führerscheinprüfung.

Pkw-Maut wird wohl 2017 eingeführt

Deutschland und die EU haben sich bekanntermaßen auf einen Kompromiss bei der Pkw-Maut geeinigt. Am Ende einigten sich beide Seite auf den Kompromiss, weil Dobrindt der EU-Kommission in zentralen Punkten entgegenkam und bei der Maut deutlich nachbessert. Unter anderem wird die Kurzzeitvignette für Ausländer stärker gestaffelt und die 1:1-Entlastung für deutsche Autofahrer ist vom Tisch.

Die EU-Kommission hatte Deutschland im September 2016 wegen verschiedener Punkte bei den Mautplänen verklagt. Nach den Plänen von Alexander Dobrindt sollte die Maut bereits Anfang 2016 eingeführt werden. Nun dürfte die Maut 2017 kommen – der Bundestag muss den geplanten Änderungen jedoch noch zustimmen.

Alle Fakten und die geplanten Änderungen zur Pkw-Maut

Sommerreifentest 2017: Diese Reifen überzeugen im Test

Diese Reifen überzeugen beim Sommerreifentest 2017: Experten erklären, worauf Autofahrer beim Kauf achten sollten und was einen guten Sommerreifen auszeichnet.

Punkte in Flensburg ab sofort online einsehbar

Bereits seit Dezember 2016 können Autofahrer ihre Strafpunkte in der Verkehrssünderkartei in Flensburg kostenlos online einsehen. "Das spart Zeit und Geld", sagt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zu dem neuen Online-Verfahren.

So kann man seine Punkte in Flensburg online einsehen

Autobauer planen gemeinsames Ladesäulennetz für Elektroautos

Um den Absatz von E-Fahrzeugen anzukurbeln, planen die deutschen Autohersteller ab 2017 ein gemeinsames Netz von Ladesäulen. Bis 2020 sollen Tausende Stationen errichtet werden. Daimler, BMW, der Volkswagen-Konzern mit seinen Töchtern Audi und Porsche sowie der US-Autobauer Ford unterschrieben eine Absichtserklärung für das entsprechende Gemeinschaftsprojekt. Damit können Fahrer von E-Autos künftig ihre Fahrzeuge schneller laden.

Alle Infos zum neuen Ladesäulen-Netz für E-Autos in einem ausführlichen Artikel

Neue Regelung für Rettungsgassen

Auf Autobahnen uns auf Straßen mit mindestens zwei Streifen pro Richtung gilt künftig eine neue Regelung für Rettungsgassen. Sobald Autos mit Schrittgeschwindigkeit fahren oder es Stillstand gibt, muss die Rettungsgasse zwischen der äußersten linken Spur und der unmittelbar rechts danebengebildet werden. Bei drei oder vier Spuren fahren also die Autos auf dem linken Streifen nach links und alle anderen nach rechts.

Bisher sollte etwa bei vier Spuren die Gasse in der Mitte gebildet werden. Der Vorteil der neuen Regel: "Die Unterscheidung nach Anzahl der Fahrstreifen wird damit endlich aufgegeben", sagt Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR).

Tablets und Co. am Steuer verboten

Wer künftig mit dem Tablet oder einem E-Book-Reader in der Hand am Steuer eines Autos erwischt wird, muss mit Geldbußen rechnen. Bislang gilt das Verbot nur für Handys, doch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will das ändern. Allerdings: Dobrindt muss seine Pläne noch mit Verkehrsressort des Bundestages abstimmen. Erst dann kann die Straßenverkehrsordnung entsprechend geändert werden. Details zu den Plänen

Regionalklassen 2017 – wo die Kfz-Versicherung billiger wird

2017 profitieren rund 6,3 Millionen Autofahrer in Deutschland von besseren Regionalklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung. Für sie wird die Kfz-Versicherung billiger. Knapp 4,8 Millionen werden heraufgestuft. In welchen Regionen die Kfz-Versicherung billiger beziehungsweise teurer wird, gibt’s hier.

Spritverbrauch: Neue Messmethode für Neuwagen

Neuwagen werden ab September 2017 nach dem sogenannten "Worldwide Harmonized Light Vehicle Test Procedures" (WLTP) auf ihren Spritverbrauch geprüft. Dieser Testzyklus wird zwar auch auf einem Rollenprüfstand durchgeführt, er ist jedoch umfangreicher, umfasst mehr unterschiedliche Fahrprofile und dürfte zumindest zu etwas realistischeren Verbrauchsangaben führen.

Allerdings: Auch bei dem neuen WLTP-Testzyklus dürfen die Hersteller auf legale Schlupflöcher zurückgreifen. So entspricht beispielsweise die Temperatur im Labor nicht den realen durchschnittlichen mitteleuropäischen Außentemperaturen. Diese wiederum beeinflussen die Abgasreinigung und den Verbrauch der Fahrzeuge.

Bares Geld sparen: 10 Rabatte bei der Kfz-Versicherung

Mehr 30er-Zonen in Ortschaften

Innerhalb geschlossener Ortschaften gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h, die auf 30 km/h reduziert werden kann, wenn es sich zum Beispiel um einen Unfallschwerpunkt handelt. Auf Hauptverkehrsstraßen hingegen waren die Hürden für eine Absenkung bislang sehr hoch. Ab 2017 ändert sich dies. Zukünftig sollen Gemeinden eine 30er-Zone leichter ausweisen können, auch wenn diese an Hauptstraßen liegen. Dadurch dürfte es in Zukunft mehr 30er-Zonen in Ortschaften geben als bislang.

Änderungen für andere Verkehrsteilnehmer ab 2017

E-Bikes auf Radwegen erlaubt

E-Bikes, die bis Tempo 25 elektrisch fahren, dürfen ab 2017 auch auf Radwegen rollen. Kenntlich gemacht werden soll dies mit einem neuen Verkehrsschild "E-Bikes erlaubt". Die schnelleren Elektrofahrräder sind davon ausgenommen, sie müssen weiter auf der Fahrbahn fahren. Für die Praxis befürchtet der Verkehrsclub Deutschland (VCD) jedoch ein Durcheinander. "Leider ist die Definition hier nicht eindeutig genug."

Neue Ampel-Regelung für Fahrradfahrer

Bislang galten für Fahrradfahrer die Fußgängerampeln (insofern kein eigenes Lichtzeichen für Radler vorhanden war). Ab 2017 gilt nach Paragraf 37 Abs. 2 Satz 6 StVO: "Wer ein Rad fährt, hat die Lichtzeichen für den Fahrverkehr zu beachten." Auf gekennzeichneten Radwegen gelten die besonderen Lichtzeichen für den Radverkehr.

Euro-4-Norm für Motorräder

Neue Motorräder und Kleinkrafträder können ab Januar 2017 nur noch dann für den Verkehr zugelassen werden, wenn sie den Schadstoffvorgaben der Euro 4 entsprechen. Gegenüber der bislang geltenden Euro-3-Norm verringert sich der Emissionsausstoß um mehr als die Hälfte. Der maximale Geräuschpegel darf bei Motorrädern über 175 Kubik nicht mehr als 80 dB (A) betragen. Die Regeln gelten nur für neue Motorräder, alte Bikes genießen Bestandschutz.

end/dpa

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Jochen Höllerich

E Bikes auf Radwegen erlaubt.

Ihre Meldung:

E-Bikes, die bis Tempo 25 elektrisch fahren, dürfen ab 2017 auch auf Radwegen rollen

verunsichert mich sehr - nach meinem Wissen ist das "normale" E-Rad (Pedelec) wie ein normales Fahrrad zu behandelt - und war soweit ich informiert bin schon immer auf Radwegen erlaubt! - Nur die schnellen Pedelecs müssen auf der Straße bleiben.
- oder sind in Ihrem Artikel die "richtigen" E-Bikes gemeint, die auch ohne Pedalieren bis 25 km/h fahren.... ????