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Geld zurücklegen macht glücklich Darum sparen die Deutschen

Wer regelmäßig Geld auf die Seite legt ist zufriedener als derjenige, der es nicht tut. Aber wofür sparen die Deutschen eigentlich? Das sind die häufigsten Motive.

Sparer sind glücklicher als Nicht-Sparer. Das hat eine repräsentative Umfrage der Postbank ergeben, die 1000 Bundesbürger ab 16 Jahren zu diesem Thema befragte. Sie zeigt: 79 Prozent der Sparer sind mit ihrer aktuellen Finanzsituation zufrieden. Bei denen, die ihr Geld nicht beiseitelegen, sind das lediglich 50 Prozent. Warum gerade Sparen positive Gefühle verursacht, weiß Karsten Rusch von der Postbank: "Geldreserven schaffen Sicherheit und eröffnen Möglichkeiten – beispielsweise die Erfüllung eines langersehnten Wunsches. Gleichgültig, ob die regelmäßigen Rücklagen aus einem guten Einkommen finanziert oder durch Ausgabendisziplin ermöglicht werden – in beiden Fällen macht es stolz auf die eigene Leistung und steigert die Zufriedenheit." Wer kontinuierlich spart, ist sogar noch glücklicher: 81 Prozent der Anleger, die monatlich Geld zur Seite legen, gaben an, dass sie zufrieden mit ihrer finanziellen Situation sind.

Die Deutschen sparen allerdings nicht ohne Hintergedanken: Im Normalfall geben sie ihr Geld aus einem speziellem Grund nicht direkt aus der Hand. Welche Sparmotive für die Bundesbürger vorrangig sind, zeigt die Frühjahrsumfrage 2017 der Kantar TNS, im Auftrag des Verbands der Privaten Bausparkassen e.V.

Konsum und Altersvorsorge auf den ersten Plätzen

Das Hauptmotiv, weshalb die Deutschen sparen: Einkaufen ohne schlechtes Gewissen. Damit sie auch mal unbedacht ins Portemonnaie greifen können, sparen 61 Prozent von ihnen des "Konsums" wegen. Andreas J. Zehnder, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Privaten Bausparkassen, erklärt hierzu: "Wer Geld übrig hat, gibt es oft lieber aus." All diejenigen, die gegen den vermehrten Konsum sind, aber wenigstens noch sparen können, scheinen sich zunehmend Gedanken um ihre Absicherung im Alter zu machen: Das Sparmotiv "Altersvorsorge" rangiert mit 58 Prozent auf dem zweiten Platz und legte im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozentpunkte zu. "Die bestehende Absicherung wird durch die Nullzinspolitik Stück für Stück entwertet, und das spricht sich rum", so Zehnder.

Sparen fürs Eigenheim

Der Traum von den eigenen vier Wänden ist auch heute noch aktuell: Mit 42 Prozent holte das drittwichtigste Sparmotiv "Wohneigentum" nach 39 Prozent in der letzten Herbstumfrage wieder auf. "Rechtzeitiges Vorsparen ist nun einmal der beste Weg, um die Verschuldung so gering zu halten, dass auch Normalverdiener eine gute Chance haben, zum Renteneintritt schuldenfrei zu sein", weiß Zehnder. "Nur dann kann man den Vorteil der Mietfreiheit im Alter voll genießen." Während die einen auf Nummer sicher gehen, sind die anderen risikobereiter: 29 Prozent der Befragten geben "Kapitalanlagen" als Sparmotiv an. Hier spielen nicht nur Kapitallebensversicherungen eine Rolle, sondern vor allem Investmentfonds, Aktien und festverzinslichen Wertpapieren, deren Anteil an den aktuellen Geldanlagen stabil geblieben ist.

Ausbildung und Notgroschen bilden Schlusslichter

Nur drei Prozent der befragten Bundesbürger sparen bevorzugt für die "Ausbildung ihrer Kinder". Dieser Wert bleibt unverändert. Für den Notfall sparen ebenfalls lediglich drei Prozent – das Sparmotiv "Notgroschen" nahm damit im Vergleich zur letzten Umfrage sogar um einen Prozentpunkt ab. ew

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