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Steuer aktuell: Werbungskosten Darlehen für den Chef: Das gilt, wenn die Rückzahlung ausfällt

Gewährt ein Mitarbeiter seinem Arbeitgeber ein Darlehen, um dessen Insolvenz und damit den Verlust seines Arbeitsplatzes zu verhindern, und kann dieser das Geld nicht zurückzahlen, kann der Arbeitnehmer Werbungskosten geltend machen. So urteilte der Bundesfinanzhof.

Bislang behandelten die Finanzämter solche Darlehensverluste steuerneutral. Die Zinsen aus der Darlehensgewährung werden beim Arbeitnehmer als Kapitalerträge behandelt und mit der Abgeltungsteuer besteuert. Der Verlust des Darlehens blieb steuerlich unberücksichtigt, weil sich der Verlust der Darlehensforderung auf der privaten Vermögenssphäre abspielte.

BFH gewährt Werbungskostenabzug

Doch diese generelle Verweigerung der Finanzämter, Verluste aus verlorenen Arbeitgeber-Darlehen anzuerkennen, akzeptieren die Richter des Bundesfinanzhofs nicht mehr länger. Hat der Arbeitnehmer das Darlehen seinem Arbeitgeber nämlich nachweislich gewährt, um seinen Job zu sichern, hängt der Verlust der Darlehensforderung bei Insolvenz des Arbeitgebers mit den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit zusammen und muss deshalb als Werbungskosten abgezogen werden dürfen (BFH, Urteil v. 10.4.2014, Az. VI R 57/13).

Tipp: Ein Indiz dafür, dass die Darlehensgewährung aus beruflichen Gründen gewährt worden ist, ist die drohende Insolvenz des Arbeitgebers und die Tatsache, dass Banken dem Arbeitgeber kein Darlehen mehr gewährt haben. Nimmt ein Arbeitnehmer also bewusst das Risiko in Kauf, sein Darlehen zu verlieren, überlagert diese berufliche Veranlassung der Darlehensgewährung die Kapitalüberlassung wegen Erzielung von Zinseinnahmen. dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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