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Ex-Bundesminister Daniel Bahr wird Allianz-Manager

Der ehemalige Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr geht zum Versicherungskonzern Allianz und soll dort auch in den Vorstand aufrücken. Schnelle Wechsel von der Politik in die Wirtschaft entfachen immer wieder Kritik.

Rund ein Jahr nach der Abwahl seiner Partei bei der Bundestagswahl hat der ausgeschiedene Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (37, FDP) einen neuen Posten. Zum 1. November 2014 fängt Bahr bei der Allianz Private Krankenversicherung an. Dort wird der FDP-Politiker und Gesundheitsexperte zunächst als Generalbevollmächtigter für die Themen Leistungsmanagement und Zentrale Vertriebskoordination zuständig sein. Zu einem späteren Zeitpunkt soll er auch in den Vorstand aufrücken.

Rasche Wechsel von der Politik in die freie Wirtschaft stoßen immer wieder auf Kritik, vor allem dann, wenn ein ehemaliger Politiker weiter im gleichen Bereich tätig ist, den er zuvor hat regulieren sollen. Bahr hatte in seiner Amtszeit - wie auch alle anderen Vorgänger - das Geschäftsmodell der privaten Krankenversicherer gestützt und zudem ein Konzept einer staatlich geförderten Zusatz-Pflegeversicherung auf den Weg gebracht ("Pflege-Bahr").

Bahr verteidigt seinen Wechsel. „Meine Ausbildung und mein Engagement in den vergangenen Jahren für das Gesundheitswesen führen für mich logisch dazu, dass ich in diesem Bereich auch weiter tätig bin“, sagte Bahr der "Süddeutschen Zeitung". "Es wäre ja eher verwunderlich gewesen, wenn ich jetzt für die Automobilindustrie arbeiten würde, wo ich mich nicht auskenne“, so Bahr weiter.

Ausgewiesener Gesundheitsexperte

Bahr arbeitete als Gesundheitsminister im Bundeskabinett Merkel von Mai 2011 bis Ende 2013 und hat sich da tatsächlich schnell einen Namen gemacht. Zuvor war er schon Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium und er ist bereits 2002 Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestags gewesen.

Der Liberale hat sich auch für die Gesundheitshandwerke eingesetzt. "Die Gesundheitsbranche ist die Boombranche in Deutschland. Wir wissen, dass die alternde Gesellschaft zu steigender Nachfrage führen wird. Die Gesundheitshandwerke tragen hier erheblich zum hohen Qualitätsniveau in der medizinischen Versorgung bei", hatte Bahr in einem Interview mit der "Deutschen Handwerks Zeitung" im Juli 2013 gesagt.

Bahr hätte gern in der Politik weitergemacht, allerdings ist die FDP bei der Bundestagswahl 2013 aus dem Bundestag geflogen. "Ich bin gerne Minister, weil ich etwas bewegen kann", so Bahr damals in der "DHZ". Ein "Traumjob" sei Gesundheitsminister aber nicht. "Man muss immer damit rechnen, dass man kritisiert wird. Man wird für Dinge verantwortlich gemacht, für die man gar nicht verantwortlich ist." bur

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