Umwelt + Energie -

Energieeinsparverordnung Dämmpflicht: Das gilt bis Ende 2015 für Hausdächer

Die aktuelle Energieeinsparverordnung schreibt Hausbesitzern bis Ende 2015 neue Mindestanforderungen zum Wärmeschutz vor. Viele oberste Geschossdecken und Dächer müssen in diesem Jahr noch gedämmt werden. Doch es gibt Ausnahmen.

Bis Ende 2015 müssen viele Dächer gedämmt werden. Das Handwerk kann sich auf neue Aufträge freuen, da die Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) neue Vorgaben zum Mindestwärmeschutz macht. Betroffen von der Dämmpflicht sind allerdings nicht alle Hausbesitzer.

Wer muss was dämmen?

Die Dämmpflicht betrifft laut Verordnung die oberste Geschossdecken über den beheizten Räumen. Dabei ist es egal, ob der Boden begehbar ist oder nicht. Damit gilt die Regelung auch für Spitzböden. Grundsätzlich gilt: Nach der Sanierung muss die Decke oder das Dach einen Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) von 0,24 aufweisen.

Wer ist von der Dämmpflicht ausgenommen?

Nicht dämmen müssen Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die bereits vor Februar 2002 selbst in ihrer Immobilie gewohnt haben. Im Haus muss außerdem mindestens vier Monate im Jahr geheizt werden. Ferienhäuser sind deshalb in der Regel nicht betroffen. Und: Nach dem Kauf eines Gebäudes beträgt die Frist fürs Dämmen zwei Jahre.

Ausgenommen von der Dämmpflicht sind zudem Geschossdecken, die den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 erfüllen. Dieser liegt bei einem Wärmedurchlasswiderstand (R-Wert) von 0,90. Wenn die oberste Geschossdecke oder das Dach im bisherigen Zustand diesen Standard erfüllt, besteht laut Bundesbauministerium keine Dämmpflicht. Der Mindestwärmeschutz sieht vor, dass die Bausubstanz nicht durch Tauwasser angegriffen und das Raumklima nicht feucht wird.

Können sich Hausbesitzer vor der Dämmpflicht drücken?

Ja, die EnEV hat Schlupflöcher: Ist davon auszugehen, dass die Baukosten das zu erwartende Einsparpotenzial beim Energieverbrauch um ein Vielfaches übersteigen, muss nicht den Vorgaben entsprechend gedämmt werden. Betroffen ist etwa erhaltenswerte Bausubstanz, deren Dachstuhl im Zuge der Sanierung ab- und wieder aufgebaut werden muss.

Das Problem: Wie genau die Unwirtschaftlichkeit einer Sanierung nachweisbar ist, wird in der EnEV nicht geregelt. Hier hilft im Zweifel nur eine Nachfrage bei den zuständigen Behörden.

Wird eine solche Wärmedämmung gefördert?

Die Maßnahme ist durch die KfW-Bank förderfähig, den Antrag muss aber ein beauftragter Energieberater stellen. Er überprüft nach der Sanierung auch, ob das Dach den KfW-Anforderungen entspricht. Diese sind mit einem maximalen U-Wert von 0,14 nämlich höher als jene der gesetzlichen Vorgabe. Im Klartext: Mit ein paar Zentimeter mehr Dämmstoff ist in solchen Fällen ein Kredit oder Zuschuss drin.

Was droht, wenn die Dämmpflicht nicht eingehalten wird?

Für die Kontrollen der EnEV-Vorgaben sind die einzelnen Bundesländer zuständig. Auf welche Weise sie kontrollieren, liegt laut Bundesbauministerium in ihren eigenen Händen. Meist sind Bauaufsichtsbehörden oder Bauordnungsämter der Kreise oder Kommunen zuständig. Bei Verstößen gegen die Verordnung droht ein Bußgeld. Aber engmaschige Kontrollen sind nach Ansicht der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen nicht zu erwarten. dpa

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten