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Pandemie-Arbeitsschutzstandard Corona-Schutz: Diese Regeln gelten für Fußpfleger und Nagelstudios

Nach den Friseuren und Kosmetikern haben nun auch Fußpflegeeinrichtungen und Nagelstudios konkrete Informationen erhalten, wie sie Beschäftigte und Kunden vor dem Coronavirus schützen müssen. Die BGW hat die Regeln in einem Arbeitsschutzstandard veröffentlicht. Die verbindlichen Schutzmaßnahmen im Überblick.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

Nach mehrwöchiger Corona-Zwangspause durften neben Podologen inzwischen auch Fußpfleger und Nagelstudios in allen 16 Bundesländern ihrer Arbeit wiederaufnehmen. Um Kunden und Beschäftigte während den Behandlungen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen, müssen die Betriebe jedoch mehrere Schutzmaßnahmen ergreifen.

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat hierzu einen branchenspezifischen Arbeitsschutzstandard entwickelt, der die Vorgaben des Bundesarbeitsministeriums konkretisiert. Der Standard diene "als Richtschnur für die Beratung sowie zur Überwachung durch den Aufsichtsdienst der BGW", heißt es in einer Pressmitteilung der Berufsgenossenschaft. Verstöße können mit einem Bußgeld geahndet werden. Für Kosmetikstudios hat die BGW ein eigenes Papier veröffentlicht.

Diese Schutzmaßnahmen empfiehlt die BGW

Der neue Branchenstandard enthält Hygieneregeln, Handlungsanweisungen, räumliche Vorgaben und Informationen zu persönlicher Schutzausrüstung. Dabei gilt die Rangfolge: technische vor organisatorischen vor persönlichen Schutzmaßnahmen. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem:

  • Kunden werden gebeten, sich bei der Ankunft die Hände zu waschen oder zu desinfizieren.
  • Mund-Nasen-Bedeckung für Beschäftigte und Kundschaft.
  • Bei Tätigkeiten wie Feilen oder Schleifen, bei denen Krankheitserreger in die Luft gelangen können (z.B. bei Nagel- oder Hautpilzerkrankungen), tragen Beschäftigte immer mindestens FFP2-Masken oder gleichwertige Masken mit der Bezeichnung N95 und KN95. Zum Schutz der Kunden dürfen Atemschutzmasken kein Ausatemventil enthalten
  • Ausreichende Schutzabstände von mindestens 1,5 Metern, gegebenenfalls mit Anpassung von Behandlungsplätzen
  • Abschaffung von Wartezonen
  • Verwendung von Einmalinstrumenten oder aufbereiteten Instrumenten je Kunde
  • Optimierte Lüftung

Für Hausbesuche oder mobile Dienstleistungen gelten dieselben Regeln wie in Geschäftsräumen. „Ob deren Einhaltung im privaten Umfeld des Kunden oder der Kundin möglich ist, ist vor dem Hausbesuch zu prüfen und sicherzustellen“, heißt es in dem Standard.

Die BGW weist darauf hin, dass neben den Arbeitsschutzstandards auch weitere ergänzende Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zu beachten und länderspezifische Vorgaben einzuhalten sind.

Aktuelle Infos online und per Telefon

Der vollständige branchenspezifische SARS-CoV-2-Standard für Fußpflegeeinrichtungen und Nagelstudios ist unter www.bgw-online.de/corona-schutz-nagelstudios zu finden. Dort stellt die BGW auch eine Datenschutzinformation für die Kundschaft in Corona-Zeiten zur Verfügung und beantwortet häufige Fragen. Etwa die, ob Begleitpersonen wie Betreuer die Geschäftsräume ebenfalls betreten dürfen.

Für Fragen von Mitgliedsbetrieben und Versicherten hat die BGW darüber hinaus eine Hotline eingerichtet. Über die Telefonnummer (040) 202 07 - 18 80 gibt sie Auskünfte zu Fragen rund um das neuartige Virus aus Sicht der gesetzlichen Unfallversicherung: montags bis donnerstags von 7.30 bis 16 Uhr und freitags von 7.30 bis 14.30 Uhr.

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