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Ausbildungsbetriebe unterstützen Corona darf Ausbildung nicht bedrohen

Handwerkskammertag fordert Hilfen für Ausbildungsbetriebe und Bildungsstätten.

Angesichts der Belastungen durch die Corona-Krise fordern die Spitzenvertreter des Deutschen Handwerkskammertages (DHKT) mehr Unterstützung für Ausbildungsbetriebe. „Es muss unbedingt vermieden werden, dass Betriebe, die von der Krise massiv betroffen sind, ihre Ausbildungsleistung einschränken oder sogar ganz einstellen müssen“, sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke nach der traditionellen Frühjahrskonferenz als Videoschalte. Ausbildungsbetriebe sollten deshalb durch Kostenentlastungen, Fördermaßnahmen oder einen Ausbildungszuschuss unterstützt werden.

Handwerk: Nachwuchsgewinnung darf nicht zum Erliegen kommen

Jeder Auszubildende, der jetzt und künftig nicht mehr ausgebildet werde, verschärfe den Fachkräftemangel massiv, warnte er. Die Allianz für Aus- und Weiterbildung, die die verschiedenen politischen Akteure der beruflichen Bildung vereine, müsse rasch tragfähige Antworten entwickeln, forderte er. Primäres Ziel müsse es sein, die bestehenden Ausbildungsverhältnisse zu stabilisieren und die Nachwuchsgewinnung nicht zum Erliegen kommen zu lassen. Gerade Frisöre und Kosmetiker oder auch Konditoren, aber auch andere Gewerke und ihre Auszubildenden waren in den vergangenen Wochen stark von Betriebsschließungen und Kurzarbeit betroffen. Hinzu kamen die Schließungen von Schulen und Bildungsstätten.

Finanzielle Hilfe für Bildungsstätten gefordert

Mit Blick auf die zukünftige Fachkräftesicherung sei es unerlässlich, dass die bewährte Bildungsstätten-Infrastruktur im Handwerk die Krise unbeschadet übersteht. „Wegen der aktuell immer noch anhaltenden Aussetzung von Lehrgängen leiden viele Einrichtungen unter erheblichen Einnahmeausfällen, während gleichzeitig die Kosten für den Betrieb und den Unterhalt der Gebäude sowie für das Personal weiterlaufen“, warnte Schwannecke. Schon jetzt hätten bundesweit wegen der Corona-Beschränkungen fast 12.000 Lehrgänge ausfallen müssen. Und auch der in Kürze beginnende Lehrbetrieb werde wegen des notwendigen Gesundheitsschutzes nur eingeschränkt sein. Bund und Länder müssen daher die handwerklichen Einrichtungen der beruflichen Bildung finanziell unterstützen und absichern. 

So sollte die öffentliche Hand für die Zeit der verordneten Schließung und des staatlich regulierten Anlaufens durch Zuschüsse die Kosten der Bildungseinrichtungen übernehmen, die nicht durch Kurzarbeitergeld oder andere Leistungen abgedeckt seien. Entlassungen von Ausbildern müssten unbedingt vermieden werden. „Die Hilfsmaßnahmen im Zug der Corona-Krise müssen dringend auf Einrichtungen der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung erweitert werden“, forderte Schwannecke mit Blick auf die bundesweit über 600 beruflichen Bildungszentren der Handwerksorganisation.

Schwannecke: Alle Betrieb müssen Chance auf Wiedereinstieg erhalten

 

Die DHKT-Spitzenvertreter waren sich einig darüber, dass ein erfolgreiches Wiederhochfahren der Wirtschaft nicht ohne Masterplan geht. „Dieser muss Betrieben und Menschen Perspektiven und Handlungsoptionen und damit die Möglichkeit geben, sich entsprechend auf den Neustart vorzubereiten“, betonte Schwannecke. „Viele unserer Betriebe leiden seit Wochen unter massiven Umsatzeinbrüchen, die bereits jetzt ihre Existenz gefährden. Die Liquidität der Betriebe muss unbedingt weiter so abgesichert werden, dass sie die akute Krisenphase überstehen können.“ Alle Betriebe müssten gleichermaßen die Chance erhalten, den Wiedereinstieg nach der Krise gut zu meistern.

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