Bildergalerie: Corona-Chronologie: So kreativ war das Handwerk 2020

Installateurmeister Kristijan Cacic hält Toilettenpapierrolle in der Hand.
© Screenshot: insta_llateur
Während das Corona-Virus sich weiter in Deutschland verbreitet, kommt es Anfang März 2020 zu ersten Hamsterkäufen: Den Run auf das Klopapier nahm auch Installateurmeister Kristijan Cacic zum Anlass für eine außergewöhnliche Videoaktion auf Instagram – mit Erfolg. Laut Cacic beteiligten sich rund 80 Instagrammer aus dem Handwerk.
Grüne Ampel im Eingangsbereich Autohaus Thoma.
© Autohaus Thoma
Mitte März kam es zum deutschlandweiten Lockdown. Kontakte wurden beschränkt, viele Läden mussten schließen. KFZ-Werkstätten durften weiterhin geöffnet bleiben – unter strengen Hygiene- und Einlassbeschränkungen. Im Autohaus Thoma in Sexau in Baden-Württemberg wurde extra eine selbstgebastelte Ampel in den Eingangsbereich installiert, die den Einlass regelt.
Estrichleger Alperen Aytekin trägt Corona-Helm.
© Aytekin Fußbodentechnik
Selbst ist der Handwerker – auch in puncto Hygienemaßnahmen. Alperen Aytekin von Aytekin Fußbodentechnik im hessischen Griesheim ging im März mit gutem Beispiel voran. Da das Coronavirus durch Tröpfchen über die Luft oder über kontaminierte Hände auf die Schleimhäute übertragen wird, ließ sich der Estrichlegermeister etwas einfallen: Den "Corona-Helm".
Instagrampost. Video auf dem eine Drohne Fleisch ausfliegt.
© Screenshot: borianflaisch
Bei diesem fliegenden Helferlein handelt es nicht um eine neue Art der Fleischlieferung, sondern um eine kreative Marketingmaßnahme während des Corona-Lockdowns: "Mit dem Video wollen wir auf lustige Weise auf unseren Grillfleisch-Lieferservice aufmerksam machen", erklärte Florian Baisch, Fleischer und stellvertretender Marktleiter bei Erich Rothe.
Dixi-Klo in Eingangsbereich Autohaus Klaiber.
© Autohaus Klaiber
Ein Dixi-Toilettenhäuschen mitten im Autohaus? Ein seltsamer Anblick, aber eine wichtige Maßnahme, um Kunden und Mitarbeiter vor dem Virus zu schützen. So gesehen im Autohaus Klaiber in Balgheim bei Freiburg im März 2020.
Konditoreimeisterin Anne Blattner mit Gast im Instagram-Livevideo.
© Screenshot: babobaker_konstanz
Digitale Events hatten während der Zeit des Lockdowns Hochphase. Nachdem Anne Blattner nach einem Auslandsaufenthalt keinen Job in einer Konditorei fand, organisierte die Konditormeisterin im März eine Workshop-Reihe über Instagram. Neben musikalischer Unterhaltung standen eine Kinderbuchlesung, Kaffee-, Torten- und Blumenkunst sowie Tipps für Food-Fotografien auf dem Programm.
Vorder- und Hinterseite der Uhrenkollektion von Ulrich Kriescher.
© Ulrich Kriescher
Ulrich Kriescher aus Würselen bei Aachen nutzte die Zeit des Lockdowns und entwarf seine erste eigene Uhrenlinie – mit Erfolg. Heute sind die Armbanduhren mit der Aufschrift "Kriescher 1929" fester Bestandteil seines Angebots.
Maßschneider Felix Flechtner mit selbstgenähter Maske.
© Felix Flechtner
Seit Ende April gilt deutschlandweit die Maskenpflicht, etwa in Einkaufsläden sowie in Bus und Bahnen. Bereits davor nähten Felix Flechtner und viele andere seiner Branchenkollegen Gesichtsmasken. "Das ist der Beitrag, den ich in der Corona-Krise leisten kann", sagte der Maßschneider im März 2020.
Friseurmeisterin Würz macht Sit-Ups mit Haarbürste im Mund.
© mococo medienmanufaktur/Haarstudio Elisabeth/Stefan Schwarz
Vorbereitung auf das Ende der Isolation: Friseurmeisterin Elisabeth Würz hat sich während der Corona-Schließung der Friseurgeschäfte mit ungewöhnlichem Sport für die Wiedereröffnung fit gehalten – Doppelbürsten Sit-ups. Dieses Foto belegte den dritten Platz bei den PR-Bild Awards 2020 in der Kategorie "Lifestyle".
Friseur Thomas Venus frisiert Kundin mit Maskenhalterung.
© Detlev Müller
Am 4. Mai 2020 war es dann soweit: Friseure durften ihre Salons wieder öffnen – allerdings unter strengen Hygieneschutzauflagen. Damit die Maske beim Haareschneiden nicht stört, entwickelte Friseur Thomas Venus aus Freiburg eine clevere Halterung.
Bierausschank der Brauerei Kundmüller.
© René Ruprecht/Weiherer Bier
Viele Brauereien blieben während des Lockdowns auf ihren Vorräten sitzen. Wohin also mit dem Bier, wenn nicht alles weggeschüttet werden sollte? Die Brauerei Kundmüller hatte eine Idee: sie startete Anfang Mai den Ausschank von Freibier. Die Aktion diente auch einem guten Zweck.
Quentin Leopold vor Lokalbäckerei Brotzeit.
© Beliefer GbR
Bäckerei-Cafés mussten Mitte März ebenfalls schließen. Aber auch nachdem sie wieder öffneten, hatten viele Kunden Bedenken persönlich in die Bäckereien zu gehen. Das bemerkte auch der 16-jährige Schüler Quentin Leopold und hatte eine Idee: Er entwickelte eine Lieferdienst App und testete sie prompt bei seinem Arbeitgeber Lokalbäckerei Brotzeit.
Ein Kassenbon der Metzgerei Hack, Bestellung über Verkaufsapp.
© Metzgerei Hack_Freising
Ähnliche Idee, anderes Handwerk: Metzgermeister Steffen Schütze von der Metzgerei Hack aus Freising hatte bereits Monate vor der Corona-Krise eine digitale Verkaufslösung angeboten. Mittendrin half seine Verkaufsapp ihm dabei, seinen Kundenstamm zu erweitern. Das Bild zeigt einen Bon einer Bestellung über die App.
Axel Schmitt im Auto vor Pop-up Bäckerei.
© Axel Schmitt/Bäckerei Schmitt
Wäre es nicht praktisch, seinen Einkauf möglichst kontaktlos zu erledigen? Das dachte sich auch Axel Schmitt aus Frankenwinheim. Seine Lösung: Eine Pop-Up-Drive-In Bäckereifiliale in einer alten, leerstehenden Tankstelle. Stand Mai 2020 konnte der Bäckermeister dank des Stores sogar drei Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurückholen.
Glasermeister Thorben Müller
© Thorben Müller
Erste Hygieneschutz-Wände wurden bereits während des Lockdowns installiert. Mittlerweile sieht man sie fast überall. Nachdem sich Patienten und Personal zunehmend darüber beklagten, ihren Gegenüber schlecht zu verstehen, nahm Glasermeister Thorben Müller eine wirkungsvolle Anpassung für das Uni-Klinikum Tübingen vor. Die Idee zum in der Schutzwand integrierten "Akustik-Feld" hatte sein 8-jähriger Sohn.
Hund Hugo drückt mit Pfote auf Desinfektionsspender.
© WM Bau Mühlefeld
Händedesinfektion gehört mittlerweile zum Alltag. Sich dabei tierische Unterstützung zu holen ist hingegen neu: Im September half Bürohund Hugo im Bauunternehmen WM Bau Mühlefeld beim Desinfizieren der Hände.
Fabian und Ingo Gartner mit Einkaufswagen-Waschstraße
© Franken Gebäudereinigung
In Corona-Zeiten lösen Griffe an Einkaufswägen bei vielen Menschen unwohle Gefühle aus. Hier setzt ""reiner" an – eine Art Waschstraße für den Einkaufswagen". Erfunden wurde die Desinfektionsanlage von IG Franken Gebäudereinigung aus Erlangen. Die Idee dazu hatten Firmeninhaber Ingo Gartner und Sohn Fabian im März, Ende Mai begann bereits die Serienfertigung. Inzwischen ist "reiner" an den ersten Standorten im Einsatz.
Thomas Hoefling überrascht Zimmerermeister Jan Vaihinger mit Meisterurkunde.
© Handwerkskammer Stuttgart
Den Meistertitel würdig feiern – in Zeiten von Corona eine schwierige Aufgabe. Die Handwerkskammer Region Stuttgart organisierte im Oktober deshalb eine virtuelle Meisterfeier – samt Live-Sessions, Social Wall und privatem Wohnzimmerkonzert. Auch Außenreporter waren unterwegs, um die Meisterbriefe persönlich zu übergeben: Kammerchef Thomas Hoefling überrascht auf diesem Bild Zimmerermeister Jan Vaihinger.
Seitenansicht einer Frau, die ds Brillenvisier
© Optiker Brökelschen
Viele Brillenträger kennen das Problem: Kaum ist der Mund-Nasen-Schutz aufgesetzt, beschlagen die Brillengläser. Abhilfe schafft "Covisier" – ein Gesichtsvisier aus flexiblem Kunststoff. Es lässt sich an den Brillenbügeln befestigen und bietet eine Aussparung um die Augenpartie. Optikermeister Roland Brökelschen und seine Frau Eva van Dieken aus Moers haben im Herbst an ihrer Erfindung getüfftelt und sich diese sogar patentieren lassen. "Covisier" kann immer dann zum Einsatz kommen, wenn das Tragen einer Maske nicht verpflichtend ist, z. B. bei Arbeiten in der Werkstatt.
Weihnachtsmasken
© Inge Szoltysik
Bei Schneidermeisterin Inge Szoltysik-Sparrer gibt es Masken in allen Farben und Motiven, passend zum Anzug oder auch mit Spitze verziert für feierliche Anlässe. "Aktuell sind Alltagsmasken mit weihnachtlichen Motiven stark gefragt", sagt Schneidermeisterin Inge Szoltysik-Sparrer, "entweder für einen persönlich oder auch als Geschenk oder Mitbringsel." Die Handwerkerin hat eine eigene kleine Kollektion für die Feiertage entworfen. 2020 hat sie außerdem den Ausbau ihres Onlineshops erweitert, den sie ausschließlich über die sozialen Medien bewirbt und dadurch gute Zusatzgeschäfte generiert.