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Moderne Mobilität Car-Connect: So holen Sie sich das Internet ins Auto

Die Telekom bietet mit Car-Connect eine Lösung an, das Auto mit dem Internet zu verbinden. Aber was kann es noch alles? Und kann es auch in Betrieben eingesetzt werden? Die Deutsche Handwerk Zeitung hat es getestet.

Das vernetzte Fahrzeug gehört im Neuwagengeschäft längst zum Standard, egal ob bei Pkws oder Transportern. Aber auch in älteren Modellen muss niemand auf WLAN verzichten. Mit Car-Connect bietet die Telekom eine Lösung, die das Internet ins Auto holt. Die Deutsche Handwerks Zeitung hat ausprobiert, wie das funktioniert und welche Vorteile es dem Unternehmer bietet.

Wie funktioniert Car-Connect?

Benötigt wird ein Adapter mit SIM-Karte und Mobilfunkvertrag sowie die entsprechende App. Installation und Inbetriebnahme funktionieren reibungslos. Ist die SIM-Karte im etwa streichholzschaltelgroßen Adapter aktiviert, wird dieser in die OBD-2-Buchse gesteckt, die sich in der Regel im Fußraum unter dem Lenkrad oder auf der Beifahrerseite befindet. Die Buchse ist die Schnittstelle zum On-Board-Diagnose-System des Autos, über die Kfz-Werkstätten normalerweise die Fahrzeugdaten auslesen. Seit 2004 müssen alle Neufahrzeuge mit einer solchen Schnittstelle ausgerüstet sein.

Bei einer ersten kurzen Testfahrt benötigt das Auto eine Verbindung zum Mobilfunknetz sowie ein GPS-Signal. Ab sofort zeichnet Car-Connect alle Fahrten auf und liefert zudem Daten aus dem Diagnose-System. Gleichzeitig agiert der Adapter als WLAN-Hotspot für angeblich bis zu fünf Geräte. Im Test mit maximal zwei Smartphones funktioniert das einwandfrei. Beim Einsatz von fünf Geräten soll die Verbindung aber mitunter abbrechen, wie die Stiftung Warentest festgestellt hat.

Wie kann Car-Connect in Betrieben eingesetzt werden?

Über die App lässt sich Car-Connect zudem als digitales Fahrtenbuch einsetzen. Dumm nur, dass die Daten vom Finanzamt nicht akzeptiert werden. Dabei lassen sich einzelne Fahrten im Nachhinein mit zweimal tippen schnell als Geschäftsfahrten kennzeichnen und speichern. Das wäre gerade für Inhaber kleinster Unternehmen eine schöne Sache, wenn sich die Daten auch für die Steuererklärung aufbereiten ließen.

Das System liefert zu jeder Fahrt viele Angaben, unter anderem zur zurückgelegten Strecke, die auf einer Karte dargestellt wird. Außerdem informiert die App über die Uhrzeit bei Abfahrt und am Ziel, die Dauer der Fahrt, Höchst- und Durchschnittsgeschwindigkeit. Sogar Angaben zur Motordrehzahl, zu Orten, an denen scharf gebremst oder stark beschleunigt wurde, sowie zu Geschwindigkeitsüberschreitungen lassen sich ablesen.

Car-Connect bietet sich aber auch fürs Flottenmanagement an. Fuhrparkleiter oder Firmenchef behalten die aktuellen Positionen von bis zu 24 Fahrzeugen im Blick, können sich aber auch informieren lassen, wenn ein Fahrzeug ein bestimmtes Gebiet verlässt oder dort einfährt. Der Umkreis kann über die Funktion Geofencing in den Einstellungen festgelegt werden.

Über Car-Connect können Anwender also ganz unterschiedliche Dienste in Anspruch nehmen, da der Adapter einerseits Internetzugang ermöglicht, andererseits aber auch auf Fahrzeugdaten zurückgreifen und GPS-Signale verarbeiten kann. Den Adapter gibt es für 50 Euro, zusätzlich muss ein Mobilfunkvertrag gebucht werden. Die Telekom, die bei Car-Connect mit dem kanadischen Start-up Mojio zusammenarbeitet, bietet für zehn Euro im Monat ein Datenvolumen von 10 GByte. Der Vertrag läuft zwei Jahre. Mehr Informationen finden Geschäftskunden auf der Internetseite der Telekom ste 

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