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Cailly Camper: Transporter wird zur Herberge Camping auf der Baustelle

Der Kfz- und Metallbaubetrieb Cailly verwandelt Lade- in Wohnraum. Dabei bleibt der Transporter für den gewerb­lichen Einsatz funktionsfähig. Der Umbau dauert nur zwei Minuten.

Gérard Cailly bezeichnet sich selbst als passionierten Camper. Und so heißt auch das Produkt, das herauskommt, wenn er in seinem Kfz- und Metallbaubetrieb in Landau in der Pfalz einen Transporter zu einer Unterkunft ausbaut.

Der Clou: Dank eines ausgeklügelten Faltsystems lassen sich Kleider- und Küchenschrank, die kombinierte Bett- und Sitzkombination sowie die Dusche mit einer Bautiefe von lediglich 12 cm platzsparend an den Wänden des Laderaums verstauen. Der Transporter bleibt für den gewerb­lichen Einsatz fast uneingeschränkt funktionsfähig, zumal die Einbauten nur 170 kg wiegen und damit die Nutzlast nur geringfügig minimieren.

Transporter wird zum Camper

Der Kfz- und Metallbaubetrieb Cailly baut Kastenwagen so um, dass sie sich sowohl für den Transport von Material als auch zum Übernachten eignen.

Zielgruppe für die Camper-Umbauten der Marke Cailly sind Handwerksbetriebe, die ihren Transporter auch in der Freizeit nutzen oder auf Montage Hotelkosten sparen möchten. Unter der Woche mit Material und Werkzeug an Bord auf die Baustelle, an den freien Tagen mit zwei Motorrädern im Laderaum zu den Rennen fahren. Das war auch der Ansporn von Gérard Cailly, als er vor mehr als zwei Jahren seinen Peugeot Boxer für sein Hobby flottmachen wollte.

Herausgekommen ist ein platzsparendes Baukastensystem aus pulverbeschichteten Stahl- und Aluminiumblechen, mit denen sich Kleinlaster in eine einfache Unterkunft verwandeln lassen, ohne dabei ihren ursprünglichen Charakter zu verlieren. „Eigentlich wollte ich nur unseren Transporter für unser MofaGP-Team nutzen. Aber wir haben mit dem Umbau so viel Aufmerksamkeit erregt, dass sich daraus ein richtiges Geschäft entwickelt hat“, sagt Cailly, der aufgrund der vielen Anfragen inzwischen schon 25 Transporter verschiedener Marken zum Camper aufgerüstet hat.

Dusche an Bord

Dabei müssen die Kunden nicht auf Komfort verzichten. Die Dusche mit zwei Plexiglastüren kann in einer halben Minute aufgebaut und in Betrieb genommen werden. In der Luxusvariante verfügt sie sogar über eine Armatur mit Brauseschlauch. Der Küchenschrank besitzt ein Spül­becken mit einer Armatur für Kalt- und Warmwasser. Im Schrank sind drei Wasserkanister à 30 Liter untergebracht. Bei Bedarf könnte im Kleiderschrank ein Chemie-WC untergebracht werden, das aber wie die Kanister im zusammengebauten Zustand anderswo Platz finden müsste.

Den Strom für den Camper liefert eine Zusatzbatterie, die die LED-Innenraumbeleuchtung, Wasserpumpen, Standheizung und Steckdosen versorgt. Eine leere Starterbatterie ist ausgeschlossen, erklärt Cailly, der auch einen Meisterbrief als Kfz-Elektriker vorweisen kann. Optional bietet er eine Trinkwasserheizung an, die nur in Kombination mit einer Luft-Standheizung funktioniert und das Wasser über einen Wärmetauscher erhitzt.

„Unser Camper ist sicherlich kein Luxuswagen, sondern ein schlichter Handwerkerbus, der aber genügend Annehmlichkeiten für einen entspannten Campingausflug bietet“, sagt Gérard Cailly, der die Umbauten zusammen mit seinem Sohn Fredo ausführt. Außerdem bietet der Familienbetrieb die klassischen Metallbauarbeiten an. Die Verarbeitung von Stahl, Edelstahl und Aluminium zu Toren, Treppen oder Spezialanfertigungen gehört zur Routine, zu der sich neuerdings immer stärker der Ausbau von Transportern zum Camper gesellt.

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