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Die Rente kommt Bundestag beschließt Rentenpaket

Der Weg für das Rentenpaket ist frei. Der Bundestag hat mit großer Mehrheit das Rentenpaket der Großen Koalition beschlossen. Doch wie soll die Rente künftig funktionieren und was bedeutet sie für den Einzelnen?

Rente
Wenn der Bundestag zustimmt, können Beschäftigte ab 1. Juli 2014 nach 45 Beitragsjahren abschlagsfrei mit 63 Jahren in Rente gehen. Das Rentenpaket enthält unter anderem auch die Mütterrente. -

Für die Rente mit 63 und die Mütterrente ist der Weg nun frei. Sie gelten nun endgültig ab 1. Juli 2014. Insgesamt haben 460 Abgeordnete des Bundestags für das Rentenpaket gestimmt. Dagegen haben 64 Abgeordnete gestimmt. Darüber hinaus gab es 60 Enthaltungen. Das künftige Rentenpaket wird aus vier Elementen bestehen.

1. Die abschlagsfreie Rente mit 63 soll gilt nun für diejenigen, die 45 Beitragsjahre nachweisen und somit ohne Abschläge in Rente gehen können. Zeiten mit Bezug von Arbeitslosengeld I werden als Beitragsjahre gezählt und sollen ohne zeitliche Begrenzung berücksichtigt werden. Allerdings sollen die letzten zwei Jahre vor Renteneintritt nicht berücksichtigt werden. Dafür wird ein sogenannter "rollierender Stichtag" eingeführt.

Dieser soll verhindern, dass Arbeitnehmer mit 61 Jahren aufhören zu arbeiten, zwei Jahre lang Arbeitslosengeld I beziehen und dann in Rente mit 63 gehen. Zur Stichtag-Regelung äußert sich auch der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks Hans Peter Wollseifer. "Die Bundesregierung muss mit einer klaren Stichtagsregelung tatsächlich verhindern, dass es keine Frühverrentungswelle ab Alter 61 geben kann".

Einführung der Flexi-Rente

Und auch die Flexi-Rente kommt. Laut Informationen von Spiegel Online soll die Flexi-Rente eine befristete Weiterbeschäftigung von Arbeitnehmern über das Rentenalter hinaus erleichtern. Gleichzeitig soll diese Maßnahme Frühverrentungen vermeiden. Analog zur Rente mit 67 soll die Altersgrenze für die abschlagsfreie Rente bis zum Jahr 2032 schrittweise wieder auf 65 Jahre angehoben werden.

Auch zu den Plänen der Flexi-Rente äußert sich Wollseifer: "Unverzichtbar ist dagegen aus Sicht des Handwerks eine flexible Teilrente mit verbesserten Bedingungen für die Anrechnung, um einen gleitenden Übergang zwischen Beschäftigung und Rente zu erleichtern. Sie muss ergänzt werden um Erleichterungen bei den Regeln für eine Beschäftigung Älterer, die arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Risiken für Arbeitgeber ausschließen."

Auch, wenn das Rentenpaket kurz vor der Abstimmung im Bundestag ist, ist die "Rente mit 63" für das deutsche Handwerk nicht zeitgemäß, da Beitragszahler und Rentenbezieher benachteiligt werden und es nur für eine kleine Gruppe gilt. Zudem werde dadurch das Rentenrecht noch intransparenter gemacht, heißt es in einer Erklärung vom ZDH. "Die Fortschritte der vergangenen Jahre, die Rente demografiefester auszugestalten, werden mit einem Schlag wieder zunichte gemacht", so Wollseifer.

Weitere Bestandteile des Rentenpakets


2. Das zweite wichtige Element des Rentenpakets ist die Mütterrente, die ebenfalls ab 1. Juli 2014 in Kraft tritt. Sie gilt für Frauen und Männer, deren Kinder vor 1992 geboren wurden und denen zwei Jahre Erziehungszeit angerechnet bekommen. Auch erhalten sie einen Rentenpunkt mehr. Dadurch erhöht sich in den alten Bundesländern die monatliche Rente um 28,14 Euro, in den neuen Ländern um 25,74 Euro brutto.

3. Das dritte Element des noch zu beschließenden Rentenpakets ist die Erwerbsminderungsrente . Beschäftigte, die aus Krankheitsgründen früher in Rente gehen müssen, werden besser gestellt sein als bisher. Kennzeichnend für die Erwerbsminderungsrente ist die Anhebung der so genannten Zurechnungszeit. Das wirkt sich so aus, als ob ein Betroffener bis zur Vollendung des 62. Lebensjahres in die Rente eingezahlt hätte. Das entspricht einem Plus von 45 Euro im Monat.

4. Das vierte Element des Rentenpakets ist die Erhöhung des Reha-Budgets. Bislang sind die Mittel für Reha-Leistungen gedeckelt gewesen. In Anlehnung an das Rentenpaket der Großen Koalition sollen die Mittel für diese Leistungen schrittweise bis 2017 erhöht werden. Mit der Erhöhung des Reha-Budgets soll auch der Frühverrentung entgegengewirkt werden. Darüber hinaus soll die schrittweise Erhöhung der demografischen Entwicklung Rechnung tragen, da immer mehr Angehörige der geburtenstarken Jahrgänge das reha-intensive Alter ab 45 Jahren erreichen. dhz

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