Oberfranken -

Leistungswettbewerb Bundessieg in einem zukunftsweisenden Beruf

Noch vor knapp drei Jahren konnte Balazs Kis kein Wort Deutsch, jetzt ist der 26-jährige Ungar in seinem erlernten Beruf des Isolierers zunächst Landes- und jetzt auch Bundessieger im Leistungswettbewerb des Handwerks geworden.

"In dieser kurzen Zeit eine solche Leistung hinzulegen, da sind wir extrem stolz darauf", sagen Elke Rieß und Helmut Fuchs, die beiden Geschäftsführer der Firma F.K. Isoliermontage GmbH in Kirchahorn im Landkreis Bayreuth.

Die spannendste Frage ist, wie Balazs Kis von seiner Heimat ausgerechnet nach Kirchahorn gefunden hat. "Ein ungarischer Mitarbeiter hat ihn empfohlen", sagt Elke Rieß. Dieser Mitarbeiter, das ist Istvan Kocsis, ebenfalls Isolierer, der heuer als zweiter Landessieger im Leistungswettbewerb seine Lehre beendete. Die F.K. Isoliermontage ist damit so etwas wie eine Kaderschmiede für einen Beruf, den es in Ungarn gar nicht gibt.

"Wir haben ein ganzes Portfolio an ungarischen Mitarbeitern", sagt Elke Rieß und Helmut Fuchs ergänzt: "Traditionell gibt es sehr gute Metall- und Blechverarbeiter in Ungarn, der Isolierer ist ein artverwandter Beruf". Balazs Kis habe durch seinen Bekannten erfahren, dass in Kirchahorn Azubis gesucht werden und nach sieben Semestern Studium der Gebäudemechatronik in Debrecin wagte er den Sprung von seinem Heimatort Kunhugyas in die Fränkische Schweiz.

Die Heimat ist und bleibt jedoch Ungarn. Alle vier Wochen geht es ein paar Tage nach Hause, wo noch immer die Freundin lebt. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, denn Balazs wird weiterhin bei der F.K. Isoliermontage tätig bleiben und vielleicht schon im kommenden Jahr den Meister angehen.

Die F.K. Isoliermontage GmbH in Kirchahorn gilt als eines der führenden Unternehmen in Süddeutschland für die Planung und Durchführung von Wärme- und Kältedämmarbeiten sowie Schall- und Brandschutzarbeiten. Das Unternehmen aus dem Ahorntal ist der größte derartige Betrieb in Nordbayern. Zahlreiche Referenzobjekte im Bundesgebiet sowie im benachbarten Ausland zeigen die breite Fachkompetenz der Firma.

Dabei geht es um Dämmung und Isolierung von technischen Einrichtungen an Industrieanlagen wie Kesseln, Behältern, Trocknungsanlagen, Kühlräumen, Kühltunneln und Kälteanlagen sowie in der Gebäudetechnik um Rohrleitungen, Armaturen, Heizanlagen, Klimaanlagen, Luftkanäle, Kabeltrassen und Kabeldurchführungen. Spezialisiert ist das Unternehmen vorwiegend auf den Lebensmittel- und Pharmasektor, unter anderem mit Molkereien oder Brauereien oder Arzneimittelherstellern. Sogar in Griechenland, der Ukraine und in Tansania war F.K.I. bereits tätig.

F.K.I. ist aber auch ein wichtiger Ausbildungsbetrieb für den Beruf des Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutzisolierers. "Die Ausbildung ist wichtig für die nachhaltig positive Entwicklung unseres Betriebes und des gesamten Gewerks", so Geschäftsführer Fuchs. Den Isolierer beschreibt der Geschäftsführer dabei als zukunftsweisenden Beruf, der mit zunehmendem ökonomischem und ökologischem Bewusstsein immer mehr Bedeutung erlangt.

F.K.Isoliermontage GmbH konnte in den zurückliegenden Jahren mehrfach den besten Auszubildenden auf Landesebene vorweisen. "Das erfüllt uns mit besonderem Stolz und wir hoffen auch zukünftig solch motivierte, junge Menschen in unserem Betrieb als Auszubildende anleiten und Ihnen gute Chancen für Ihre Zukunft eröffnen zu können", so Rieß, was allerdings nicht so ganz einfach ist, denn heuer ging beispielsweise keine einzige Bewerbung ein.

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