Konjunktur -

Konjunktur Bundesregierung erwartet 2017 weniger Wachstum

Trotz guter Binnennachfrage kann sich Deutschland nicht ganz von der schwächelnden Weltkonjunktur abkoppeln. Für 2017 erwartet die Bundesregierung einen leichten Wachstumsdämpfer.

Die Bundesregierung hält an ihren Wachstumsprognosen für das laufende Jahr fest. "Wir haben einen gut laufenden Konjunkturmotor", sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zur vorgelegten Frühjahrsprojektion.

Allerdings wird das Wachstum im kommenden Jahr etwas geringer ausfallen als bisher erwartet. So geht die Bundesregierung jetzt für 2017 von einem Wachstum von 1,5 Prozent aus, nachdem sie zuvor noch mit 1,8 Prozent gerechnet hatte. Für 2016 rechnet sie wie zum Jahresanfang mit einem Plus von 1,7 Prozent. Trotz der kleinen Wachstumsdelle wird die Beschäftigung den Prognosen zufolge von 43,5 Millionen in diesem Jahr auf das "Rekordniveau" von 43,9 Millionen Erwerbstätigen im kommenden Jahr steigen. Angesichts der Integration der Flüchtlinge werde die Arbeitslosigkeit allerdings 2017 um rund 110.000 auf 2,86 Millionen Arbeitslose steigen.

Reale Kaufkraft steigt

Wie der Bundeswirtschaftsminister weiter mitteilte, führt die gute Arbeitsmarktlage zu spürbaren Lohnsteigerungen. So steigen die Löhne und Gehälter der Prognose zufolge in diesem Jahr um 2,6 Prozent und im kommenden Jahr um 2,2 Prozent. Insgesamt legten die verfügbaren Einkommen – nicht zuletzt durch die aktuell beschlossene Rentenerhöhung – in diesem und im nächsten Jahr mit 2,9 Prozent stärker als in den Vorjahren zu.

Angesichts eines prognostizierten Anstiegs der Verbraucherpreise von 0,5 Prozent in diesem Jahr und 1,7 Prozent im nächsten Jahr ergebe sich eine „deutliche Steigerung der realen Kaufkraft“, teilte der Bundeswirtschaftsminister mit.

Investitionen legen leicht zu

So rechnet die Bundesregierung bei den Importen mit einem Zuwachs von 5,2 (Vorjahr: 5,8 )Prozent in diesem und 5,0 Prozent im nächsten Jahr. Bei den Exporten macht sich jedoch die schwächere Weltwirtschaft bemerkbar. Sie werden dieses Jahr nur um 2,9 (Vorjahr: 5,4) und 2017 um 3,7 Prozent zulegen. Bei den Investitionen geht es mit einem leichten Plus von 2,6 (Vorjahr: 2,2) Prozent für 2016 und 2,7 Prozent für 2017 leicht aufwärts.

Vergangene Wochen hatten schon die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognosen vorgelegt und dabei ihre Erwartungen für das laufende Jahr von 1,8 auf 1,6 Prozent nach unten korrigiert und 2017 wird es mit prognostizierten 1,5 Prozent noch etwas geringer ausfallen. bir

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten