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Blitzeraward 2015 Bundesland mit den meisten Radarfallen ausgezeichnet

Wo stehen die meisten Blitzer? In Bayern, Hessen oder Baden-Württemberg? Die Auszeichnung "Goldenes Abzocker Bundesland Nr.1" wurde an nun das Bundesland mit den meisten Radarfallen verliehen.

Wo stehen die meisten Blitzer? Nicht in Bayern, sondern im Nachbarland Baden-Württemberg. Der Automobilclub "Mobil in Deutschland" hat den Schwaben damit in diesem Jahr die Auszeichnung "Goldenes Abzocker Bundesland Nr. 1" verliehen.

Baden-Württemberg hat die meisten Blitzer

Der Verein hat im Vorfeld mehrere Blitzerportale ausgewertet. Auch eine aktuelle Erhebung von Auto Motor Sport und dem Portal Radarfallen.de bestätigt, dass in Baden-Württemberg die meisten Blitzer stehen. Von den mehr als 4.000 Standorten, an denen regelmäßig geblitzt wird, sind allein 1.102 in Baden-Württemberg. An diesen Orten wird regelmäßig mit stationären und mobilen Anlagen das Tempo überwacht.

Den zweiten Platz belegt Nordrhein-Westfalen mit 959 Radaranlagen. In Hessen sind es 772 Anlagen und in Niedersachsen 477 Standorte.

Obwohl Bayern das flächenmäßig größte Bundesland ist, gibt es hier nur 85 Überwachungsstandorte. Vergleichsweise unbehelligt bleiben Autofahrer auch in Rheinland-Pfalz (37), Sachsen-Anhalt (40), Schleswig-Holstein (45) und Thüringen (67). Ähnlich hoch ist das Niveau in den Stadtstaaten. In Berlin und Hamburg wird an 30 Standorten regelmäßig geblitzt, in Bremen an 46.

Stuttgart und A8 besonders problematisch

Zwar tragen in Baden-Württemberg Automobilhersteller wie Daimler und Porsche, erheblichen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg des Landes, aber die Infrastruktur sei alles andere als Autofahrerfreundlich, so "Mobil in Deutschland". Als Gründe werden die marode Infrastruktur und fehlende Investitionen in der Landeshauptstadt Stuttgart und auf der A8 genannt.

Die A8 von München nach Stuttgart ist in Bayern quasi vollständig ausgebaut, auf drei Spuren und weitgehend ohne Tempolimit. In Baden-Württemberg besteht die Strecke jedoch nur aus zwei Fahrstreifen und oft ohne nötigen Seiten- und Sicherheitsstreifen. Dafür wurde die Strecke mit Blitzern gespickt, damit auch wirklich niemand auf diesem besseren „Feldweg“ zwischen den München und Stuttgart zu schnell fährt, heißt es in der Mitteilung.

In Stuttgart habe man es auch in den letzten Jahrzenten verschlafen, für die verkehrskritische Kessellage der Stadt umleitende Verkehrsinfrastruktur zu schaffen, so der Automobilclub. Nun würden die Probleme mit Reglementierung und Schikane gelöst. Keine andere Stadt hat so viele feste Blitzer auf 100.000 Fahrzeuge, nämlich über 10. Außerdem sei die Umweltzone in Stuttgart so riesig und unflexibel, wie sonst nirgends. Auch die Diskussionen über eine Citymaut oder ein weiteres Tempolimit klingen in den Ohren des Automobilclubs nicht nach einer Verbesserung für Autofahrer.

Mobil in Deutschland wird auch im kommenden Jahr wieder den Blitzeraward verleihen und der Verein schätzt die Chancen der Schwaben auch dann wieder hoch ein. dhz

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