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Bayerisches Bäckerhandwerk Brezel mit Aluminium belastet: Bäcker suchen Alternativen

Gesundheitsgefahr Brezel – davor warnen zumindest bayerische Verbraucherschützer. Zu viel Laugengebäck sei mit Aluminium belastet. Der Landesinnungsverband des bayerischen Bäckerhandwerks arbeitet schon lange daran, das Problem zu lösen.

Die bayerische Verbraucherzentrale warnt vor Aluminiumbelastung im Laugengebäck. Denn nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat im Jahr 2013 jedes fünfte untersuchte Laugengebäck in Bayern den Grenzwert von 10 Milligramm Aluminium pro Kilogramm Backware überschritten. Zehn Milligramm stellen zwar keine gesetzlich festgelegte Höchstgrenze dar, Lebensmittel, die darüber liegen, gelten jedoch als nicht für den Verzehr geeignet.

"Hierzulande werden bereits im Kleinkindalter regelmäßig häufig Brezen gegessen", sagt Marion Breithaupt-Endres, Vorstand der Verbraucherzentrale Bayern. Die Gefahr sei, dass die wöchentlich tolerierbare Aufnahme bei den jungen Konsumenten überschritten werden könnte. Wie sich das Leichtmetall auf die Gesundheit auswirke, sei noch nicht ausreichend geklärt.

Bäckerverband: "Wir kennen die Problematik"

Laut Gesundheitsamt entsteht die Aluminiumbelastung beim Backen. Denn das Gebäck wird mit einer Lauge behandelt, welche die Aluminiumbleche der Bäcker angreift. Die Brezeln nehmen die gelösten Stoffe auf.

"Wir kennen die Problematik und sind gemeinsam mit der Akademie des bayerischen Bäckerhandwerks schon seit einigen Jahren dabei, Verfahrenstechniken zu entwickeln, um die Belastung zu senken", sagt Wolfgang Filter, Hauptgeschäftsführer des Landesinnungsverbandes für das bayerische Bäckerhandwerk.  

Alternativen zum Backen auf Aluminium-Lochblech gibt es bereits. Beispielsweise könne man ein einfaches Backpapier zwischen Blech und Breze legen oder ein Stofftuch. Bäcker könnten auch ein beschichtetes Lochblech verwenden sowie Edelstahlbleche. Dafür müssten sie die Backzeiten anpassen und neu optimieren.

Nicht jede Brezel bedenklich

"Es ist nun an uns, den Bäckern aufzuzeigen, welche praxistauglichen Alternativen es gibt", sagt der Hauptgeschäftsführer. "Wir müssen ihnen auch deutlich machen, dass die Qualitätskriterien über den Geschmack hinaus erweitert und die Grenzwerte eingehalten werden müssen."

Die bayerische Verbraucherministerin kündigte laut Berichten der Süddeutschen Zeitung derweil strengere Kontrollen und Bußgelder für Betriebe an. Doch damit sei nichts gewonnen, meint Filter.

Die Belastungswerte von Laugengebäck sei in den vergangenen Jahren bereits deutlich gesunken. "Wir hatten 2013 eine Beanstandungsquote von 19,1 Prozent – lange nicht jede Breze ist bedenklich", so Filter weiter. Dennoch: "Wenn es Fakten gibt, um die sich die Kunden Sorgen machen, müssen wir reagieren." sch

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