Betriebsführung -

Advent, Advent, die Firma brennt Brandschutz im Betrieb: Worauf im Winter achten?

Weihnachtsbaum, Adventskranz, Kerzenlicht – auch am Arbeitsplatz ist im Winter stimmungsvolle Beleuchtung angesagt. Allerdings sollte dabei der Brandschutz nicht vernachlässigt werden. Fünf Tipps, worauf Betriebe achten sollten.

Brandschutz im Unternehmen ist äußerst wichtig. Gerade während der kalten Jahreszeit lauern durch festliche Beleuchtung und Kerzen vermehrt Gefahren. Denn: Grundsätzlich gibt es in Deutschland kein Gesetz, das Kerzen im Büro oder einen Weihnachtsbaum im Foyer der Firma verbietet.

Deshalb muss jeder Chef selbst entscheiden, wie er den Umgang mit weihnachtlicher Dekoration innerhalb der Firma regelt. Wichtig: Der Brandschutz muss dabei immer im Vordergrund stehen. "Wenn Unternehmen im Winter Kerzen und Adventsbeleuchtung zulassen, dann sollten sie unbedingt den Brandschutz überprüfen und gegebenenfalls erhöhen", sagt Kent Schwirz, Vorstand des Beratungsunternehmens Wenza EWIV, das Betriebe unter anderem beim Brandschutz berät.

Vorsicht auch bei elektrischem Licht

Und wer denkt, nur Kerzen seien ein möglicher Brandherd, liegt falsch. Auch von elektrischen Leuchtmitteln kann enorme Gefahr ausgehen. Laut der Wenza EWIV sind defekte elektrische Geräte sogar die zweithäufigste Ursache für Brände überhaupt. Deshalb ist auch in diesem Fall erhöhte Vorsicht angesagt.

Alle Mitarbeiter müssen über Fluchtwege informiert werden und Brandschutzhelfer wissen, was sie im Notfall zu tun haben. "Sämtliche Angestellte sollten für das Thema sensibilisiert werden. Denn viele Menschen unterschätzen die Gefahren“, weiß Schwirz.

Das sind die fünf häufigsten Fehler mit Weihnachtsbeleuchtung

1. Falscher Ort

Der Weihnachtsbaum in der Produktionshalle, der Adventskranz neben dem Lager: Elektrische Lichtquellen oder Kerzen in der Nähe schnell brennbarer Stoffe stellen ein enormes Risiko dar. Insofern schafft es im ersten Schritt Sicherheit, den richtigen Ort auszuwählen. Auf den von ihm ausgesuchten Ort, sollte Brandschutzbeauftragte des Unternehmens unbedingt beharren.

2. Fehlende Feuerlöscher

Ein Wassereimer neben dem Weihnachtsbaum ersetzt keinen Feuerlöscher. Denn wenn der Baum oder umstehende Möbel einmal Feuer gefangen haben, ist es mit einem einzigen Eimer Wasser nicht getan. Deshalb sollten neben größeren Arrangements immer Feuerlöscher platziert werden. Bei den übrigen Lichtquellen ist zu überprüfen, wo sich der nächste Feuerlöscher befindet. Gegebenenfalls müssen Unternehmen nachrüsten, um für ausreichend Sicherheit zu sorgen.

3. Falsche Feuerlöscher

Doch Nachrüsten alleine genügt häufig nicht. Es müssen auch die richtigen Feuerlöscher sein. Die meisten Betriebe entscheiden sich für Pulverlöscher, weil diese in der Anschaffung preisgünstiger sind. Allerdings können Pulverlöscher auch selbst große Schäden anrichten. Denn Computer und andere technische Geräte sind nach einem Einsatz völlig unbrauchbar. Die bessere Wahl sind hier Schaumlöscher, selbst wenn sie etwas teurer sind.

4. Keine automatische Brandmeldung

Klingt simpel, ist aber wichtig: Je früher ein Brand entdeckt und gemeldet wird, desto effektiver kann er bekämpft und dadurch ein Großbrand im Unternehmen verhindert werden. Deshalb ist es äußerst ratsam, Weihnachtsbeleuchtung immer an Orten anzubringen, die mit einer automatischen Brandmeldung oder sogar einer Löschanlage versehen sind.

5. Fehlende Ordnung und Sauberkeit

Um die Brandgefahr auf ein Minimum zu reduzieren, ist es wichtig, in der Nähe von Beleuchtungen oder Kerzen keine entflammbaren Materialen liegen zu lassen. Deshalb sollten Verpackungsmaterialien sofort nach dem Auspacken entfernt und brennbare Stoffe nicht an Außenwänden des Gebäudes gelagert werden. Ein Brand von hier aus könnte auf das Gebäude übergreifen. Für den Brandschutz ist ein  Mindestabstand von fünf Metern erforderlich.  dhz

Mehr zum Thema
© deutsche-handwerks-zeitung.de 2021 - Alle Rechte vorbehalten