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Steuertipp Bon-Pflicht: Bayern setzt sich im Bundesrat für Erleichterungen ein

Die Belegausgabepflicht führte zum 1. Januar 2020 zu einem Aufschrei. Zu viel Bürokratie und wenig umweltbewusst, so die Kritik der betroffenen Unternehmer und deren Verbände. Bislang sah der Gesetzgeber noch keinen Anlass dazu, das zu ändern.

Das Bundesland Bayern hat bereits im März einen neuen Anlauf unternommen und dem Bundesrat folgende Ideen zur Bon-Pflicht unterbreitet:

  • Bei Verkauf von Waren an eine Vielzahl von unbekannten Personen, soll die Bon-Pflicht auf Geschäfte beschränkt werden, bei denen der Kaufpreis 15 Euro inklusive Umsatzsteuer übersteigt.
  • Da bei unbaren Geschäften (Zahlung mit EC- oder Kreditkarte) eine Nachverfolgbarkeit der Verbuchung besteht, solle die Belegausgabepflicht für unbare Geschäfte komplett entfallen.
 
  • Sollte der Bundesrat diesen Vereinfachungen zustimmen, sollen diese nach vier Jahren erneut auf den Prüfstand, um etwaige Nachbesserungen umzusetzen.

In Frankreich gibt es die Bon-Pflicht schon länger. Hier wird die Belegausgabepflicht ab 1.9.2020 für Geschäfte bis 30 Euro abgeschafft.

Steuertipp: Bis zur einer Entscheidung des Bundesrats oder des Gesetzgebers über mögliche Erleichterungen heißt es für Sie: Geben Sie weiterhin für jeden über die elektronische Kasse erfassten Geschäftsvorfall einen Beleg aus. Suchen Sie Verbündete und Lobbyisten und setzen Sie sich erneut für Erleichterungen ein. Irgendwie ist das Thema wegen Corona in den Hintergrund gerückt und das sich die Beschwerden in Grenzen halten, sind nach Ansicht der Finanzverwaltung wohl alle mit der Bon-Pflicht zufrieden.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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