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Steuer aktuell Blitzer-Marathon: Vom Chef bezahlte Bußgelder sind steuerpflichtig

Rund 90.000 Rasern stellte die Polizei beim bundesweiten Blitzer-Marathon Mitte April ein Knöllchen wegen Geschwindigkeitsüberschreitung aus. Einige der „Raser“ dürfen Handwerker gewesen sein, die pünktlich zum nächsten Termin erscheinen wollten. Übernimmt der Arbeitgeber die Strafe, stellt sich die Frage, ob es sich hierbei um steuer- und abgabenfreien Arbeitslohn handelt oder nicht?

Die Antwort gleich vorab: Übernimmt der Arbeitgeber den Strafzettel für eine während der Arbeitszeit passierte Geschwindigkeitsüberschreitung seines Mitarbeiters, handelt es sich um steuerpflichtigen und sozialversicherungspflichtigen Arbeitslohn.

"Eigenbetriebliches Interesses" zieht nicht mehr

Viele Arbeitgeber versuchen die Abführung der Steuern und Sozialangaben auf das Knöllchen mit dem Hinweis zu verhindern, dass die Geschwindigkeitsüberschreitung im überwiegend eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers erfolgte. Denn Zeit ist Geld und unzufriedene Kunden wegen Unpünktlichkeit sind schlecht fürs Geschäft.

Doch dieses Argument zieht leider nicht mehr. Der Bundesfinanzhof hat hierzu im Jahr 2013 entschieden, dass die Übernahme von Strafzetteln und Bußgeldern durch den Arbeitgeber wegen Verkehrsdelikten der Mitarbeiter stets steuerpflichtig ist (BFH, Urteil v. 14.11.2013, Az. VI R 36/12). Dieses Urteil wurde im Bundessteuerblatt veröffentlicht und wird von Lohnsteuerprüfern bundesweit umgesetzt.

Tipp: In einer Besprechung der Spitzenverbände der Sozialversicherungsträger am 9. April 2014 wurde zudem beschlossen, dass die vom Arbeitgeber übernommenen Strafzettel und Bußgelder für Verkehrsdelikte von Mitarbeitern auch sozialversicherungspflichtig ist. dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv .

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