Vor der Ausbildung -

Neue Online-Plattform "Blicksta": Schneller Durchblick ist gefragt

Mit der Berufsorientierung ist es in Deutschland nicht zum Besten bestellt. Die neue Schüler-Plattform "blicksta" will hier für mehr Durchblick sorgen. Auch das Handwerk ist dabei.

Die Vielfalt der Ausbildungswege und Studienmöglichkeiten macht es Schülern und Schülerinnen oft nicht leicht, den passenden Weg einzuschlagen. Unter Jugendlichen ist die "Orientierungslosigkeit massiv verbreitet", sagt Gero Hesse, Mitglied der Geschäftsleitung der Medienfabrik Gütersloh und Mitinitiator von "blicksta" zum Start der Schüler-Plattform. Mit der Plattform wollten die beteiligten Unternehmen, der Zentralverband des Deutschen Handwerks und Hochschulen hier Abhilfe schaffen.

Im Internet sollen sich die Jugendlichen über die Plattform schnell und einfach ihrer eigenen Stärken und Interessen bewusst werden können. Je nach Vorbildung werden sie dann auf Ausbildungswege oder Studienmöglichkeiten in der Region oder anderswo hingewiesen.

Handwerk von Anfang an dabei

 Für ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke ein wichtiger Schritt: Auch er sieht "riesige" Defizite im Bereich der Berufsorientierung. "Das Thema muss noch viel stärker in die Lehrpläne", sagt er. Auch müsse es gelingen, die Wertigkeit der beruflichen Bildung mehr herauszustellen und höher zu verankern. "Dass wir bei blicksta von Anfang an dabei sind, halte ich für wichtig", betont er. Damit werde die Arbeitgebermarke "Handwerk" weiter gestärkt. Im Schulterschluss mit Konzernen und Hochschulen biete das Handwerk Jugendlichen fundierte Ausbildungen an.

Dabei ermöglicht die Plattform Jugendlichen nicht nur eine erste Orientierung und weitere Information über die rund 130 Handwerksberufe. Die Schülerplattform ist auch mit den Lehrstellenbörsen der Kammern verknüpft. Interessierte Jugendliche sollen so direkt mit den Ausbildungsbetrieben in Kontakt kommen können.

Früher Kontakt zu Nachwuchskräften wichtig

Auch große Unternehmen halten beim Personalmarketing den frühen Kontakt zu Nachwuchskräften für wichtig: "Wir wollen schon frühzeitig Beziehungen mit Talenten aufbauen, um so in der Entscheidungsphase als potenzieller Arbeitgeber aufzutauchen", sagt Tanja Hofer, Leiterin Talent Management bei der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG, die neben anderen großen Unternehmen und Verbände und Hochschulen Partner der Plattform ist.

Wichtig ist nach Ansicht von Hans-Ulrich Weiß, Vizepräsident für Lehre und Studium der TU Berlin, dass Schüler eine bewusste Studien-oder Berufswahl treffen: "Es ist essenziel, dass sich Schüler Gedanken machen, ob ein Studium das Richtige für sie ist und wenn ja welches am besten zu ihnen passt", sagt er auch mit Blick auf die vielen Studienabbrecher. Denn derzeit werden nicht nur 25 Prozent der Ausbildungsverträge aufgelöst, es werden 30 Prozent der Bachelorstudiengänge an Universitäten abgebrochen.

Weitere Informationen zu blicksta gibt es auf blicksta.de.

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