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Notebook-Handy mit Hardware-Tastatur Business-Smartphone: BlackBerry Passport im Test

BlackBerry? Was früher der Inbegriff des Geschäftshandys war, ist inzwischen von Apple, Samsung und Co. in den Schatten gestellt. Doch das ungewöhnliche Design des neuen BlackBerry Passport verspricht Innovation. Der Praxistest.

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Das BlackBerry Passport überzeugt durch ein erstklassig verarbeitetes Gehäuse. -

Das neue Smartphone von BlackBerry ist ein Blickfang. Mit den Maßen eines Reisepasses und dem quadratischen Bildschirm sieht es beim ersten Hinsehen wie ein moderner Taschenrechner aus. Doch schon ein kurzer Blick aufs Datenblatt zeigt, dass das BlackBerry Passport technisch alles mitbringt, was ein aktuelles Smartphone ausmacht.

Hochwertige Verarbeitung

In der Hand fühlt sich das neue Modell angenehm an. Die Rückseite ist gummiert, weich und rutschfest. Ein Rahmen aus Metall verleiht dem Passport einen luxuriösen Touch. Auch die Verarbeitung ist erstklassig. Spaltmaße sind nicht erkennbar, alles sitzt bombenfest. Die von BlackBerry vor allem angesprochen Geschäftskunden müssen hier keine Abstriche gegenüber einem iPhone 6 machen.

BlackBerry Passport ausgepackt

Das BlackBerry Passport im offiziellen Unboxing-Video.

BlackBerry Passport schwerer als iPhone 6

Etwas störend ist dagegen das Gewicht. Mit 196 Gramm ist es deutlich schwerer als etwa ein iPhone 6 (129 g), ein Samsung Galaxy S5 (145 g) oder ein LG G3 (149 g). Das ist unter anderem der integrierten Hardware-Tastatur geschuldet, die BlackBerry auch dem Passport spendiert. Gewöhnungsbedürftig ist das besondere Bildschirmformat: Das Display ist quadratisch und misst 4,5 Zoll. Durch sein Design lässt sich das BlackBerry Passport eigentlich nur mit zwei Händen bequem bedienen. Auch hosentaschenfreundlich ist das Handy mit einer Breite von 9,03 cm, einer Höhe von 12,8 cm und einer Tiefe von 0,93 cm nicht gerade.

Prozessor und Arbeitsspeicher

Nach dem Einschalten erfreut das Passport mit seinem leuchtstarken und sehr scharfen Display. 1.440 x 1.440 Pixel sorgen auch bei kleinen Schriften und Symbolen noch für eine sehr gute Darstellung. Allerdings fällt auf, dass die Erstinstallation aufgrund der Ladezeiten verhältnismäßig lange dauert – etwa im Vergleich zum HTC One M8. Doch das fällt nicht weiter ins Gewicht, da die Prozedur in der Regeln ja nicht wiederholt werden muss.

Im Betrieb sorgt der 2,2 GHz starke Vierkernprozessor von Qualcomm (Snapdragon 801) und drei Gigabyte Arbeitsspeicher für flüssiges Arbeiten. Nur bei aufwendigeren Spielen gönnt sich das BlackBerry Passport hin und wieder eine kurze Denkpause. Das dürfte für die Haupt-Zielgruppe "Geschäftskunden" verschmerzbar sein. Word- oder Excel-Bearbeitungen meistert das Smartphone mühelos.

Erstklassige Tastatur

Bei der Dokumenten-Bearbeitung, aber auch beim Tippen von Nachrichten erweist sich die Hardware-Tastatur des Passport als wohltuende Abgrenzung der üblichen Touch-Steuerungen. Der Druckpunkt der fingerfreundlichen Tasten, die in drei Reihen unterhalb des Bildschirms angeordnet sind, ist hervorragend. Auch die lernfähige Worterkennung funktioniert ohne Tadel. Bereits nach der Eingabe des ersten Buchstabens kommen sinnvolle Wortvorschläge, die mit der Zeit immer genauer werden.

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Die Hardware-Tastatur beinhaltet neben den 26 Buchstaben, eine Leer-, eine Zurück- und eine Enter-Taste. Auf dem Bildschirm darüber lassen sich alle weiteren Zeichen über eine Software-Tastatur eingeben. Auch eine Gestensteuerung ist mit der Hardware-Tastatur möglich, da diese auch auf Berührung reagiert. So lässt sich zum Beispiel mit einer Wischbewegung von rechts nach links das zuletzt eingegebene Wort löschen.

Zudem kann die Tastatur auch als Touchpad genutzt werden. Über einen Cursor-Pfeil lässt sich dann auf dem Smartphone ähnlich navigieren wie auf einem PC.

Insgesamt gibt sich das Blackberry in seiner Königsdisziplin keine Blöße. Für Vieltipper unter den Handwerksunternehmern bietet die physische Tastatur einfach mehr Komfort als die Touch-Bedingungen von iPhone & Co.

Quadratischer Bildschirm bietet Vor- und Nachteile

Vorteile:

Der quadratische Bildschirm bietet für den Geschäftsbetrieb ebenfalls Vorteile. Durch die Breite des Displays lassen sich Dokumente wie Excel-Tabellen übersichtlicher darstellen. Die Bearbeitung erfordert damit weniger Konzentration beim Tippen und entlastet auch die Augen beim längeren Arbeiten auf dem immer noch sehr kleinen Bildschirm im Vergleich zu herkömmlichen Computermonitoren.

Nachteile:

Nachteilig ist das Format hingegen für Multimedia-Inhalte. Für die 16:9-Wiedergabe ist ein quadratisches Display ungeeignet. Große schwarze Balken mindern den Genuss beim Betrachten von Filmen. Geschäftskunden dürften dies zugunsten der Vorteile im Business-Bereich jedoch gerne in Kauf nehmen.

Mehr Apps zur Auswahl

Wer auf seinem Smartphone gerne Apps nutzt, dürfte erfreut sein, dass das BlackBerry Passport nun den App-Store von Amazon vorinstalliert hat. Damit werden vielen Anwendungen zugänglich, die bisher über den eigenen BlackBerry-Store nicht zu finden waren. Die Auswahl kann damit zwar immer noch nicht ganz mit der Vielfalt von den Apple- und Google-Stores mithalten, doch ein wirklicher Minuspunkt ist das nicht mehr. Auch Privatanwender finden jede Menge interessante Programme.

Wie das BlackBerry Passport entstanden ist

Die Entwickler des BlackBerry Passport sprechen über das besondere Designkonzept des BlackBerry Passport

Vorbildlich umgesetzt ist die Nachrichtenzentrale von BlackBerry auf dem Passport, der BlackBerry Hub. Hier lassen sich etwa alle Nachrichten von Facebook, Twitter, WhatsApp und verschiedenen E-Mail-Diensten zentral lesen und verwalten. Das ist praktisch, übersichtlich und spart Zeit.

Privates und Geschäftliches trennbar

Konsequent fortgesetzt hat BlackBerry die Trennungsmöglichkeiten von privaten und geschäftlichen Daten, die sich von einem Administrator verwalten lassen. Über die neue Verbindungssoftware Blend können neue Nachrichten und Kalendereinträge im passwortgeschützten Geschäftsbereich eingesehen werden. Diese lassen sich durch eine farbliche Markierung von privaten Mails unterscheiden.

Mit Blend können auch Daten auf Computer, Tablets oder andere Smartphones übertragen werden. Das geht sowohl mit Android- als auch mit Apple-Geräten. Sms-Nachrichten oder E-Mails im Passport lassen sich auch über andere Geräte schreiben.

Kamera des BlackBerry Passport

Die Bewertung "guter Durchschnitt" trifft auf die verbaute Kamera im Blackberry Passport zu. Die 13-Megapixel-Kamera mit Bildstabilisator knipst ansehnliche Fotos, die jedoch zu leichtem Bildrauschen neigen. Videoaufnahmen sind in Full HD möglich. Die Qualität der Kamera reicht insgesamt jedoch nicht an ganz an die eines iPhone 6 und bei Weitem nicht an die eines Sony Xperia Z3 heran. Für schöne Schnappschüsse genüg das BlackBerry jedoch völlig.

Akkuleistung

Als wahrer Dauerläufer erweist sich im Test der Akku mit 3.450 mAh. Trotz einer mittleren Beanspruchung mit Videos, Telefongesprächen und App-Anwendungen hält er im Test etwa zwei Arbeitstage durch. Wer nur das nötigste per Smartphone erledigt, kommt noch ein, zwei Tage mehr mit einer Akkuladung aus. Das ist besonders für Geschäftskunden nützlich, die unterwegs nicht immer eine Auflademöglichkeit parat haben.

Viel Speicherplatz

Praktisch ist auch, dass sich der ab Werk vorhandene Speicherplatz von 32 Gigabyte über eine MicroSD-Karte um bis zu 128 GB erweitern lässt. Platzprobleme gibt es im Blackberry Passport damit nicht.

An der Konnektivität hat Blackberry ebenfalls nicht gegeizt. LTE ist ebenso an Bord wie ein NFC-Chip, mit dem sich künftig digital per Smartphone bezahlen lassen kann, wenn sich entsprechende Angebote durchsetzen.

Preis und Lieferzeit

Die Lieferzeiten des BlackBerry Passport waren zunächst teilweise länger als bei den neuen iPhones, weil BlackBerry zunächst nur relativ wenige Geräte produziert hat. Doch das BlackBerry Passport erweist sich als Verkaufsschlager. Inzwischen melden die meisten Online-Händler das Gerät wieder auf Lager, doch es kann noch zu Verzögerungen kommen. Während BlackBerry einen unverbindilichen Verkaufspreis von 649 Euro ausgibt, ist es über den Preisvergleich idealo.de schon ab etwa 550 Euro inkl. Versand verfügbar.

Fazit

Mit dem Passport hat BlackBerry nicht nur ein optisch auffälliges, sondern auch ein technisch starkes Smartphones auf den Markt gebracht. Die Hardware-Tastatur und der quadratische Bildschirm bieten für Geschäftskunden einen besonderen Komfort, den anderen Smartphones nicht aufweisen. Damit bekommt es für Handwerksunternehmer eine Kaufempfehlung.

BlackBerry Passport im Kurzcheck  
 
Design  
 
 
Verarbeitung  
 
 
Leistung  
 
 
Kamera  
 
 
Gewicht  
 
 
Akku

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