Bayerischer Handwerkstag -

„Pakt für berufliche Weiterbildung 4.0“ Birne statt Boden

Die bayerische Staatsregierung, Wirtschaft, Gewerkschaften und Arbeitsverwaltung geben mit ihren Unterschriften unter den „Pakt für berufliche Weiterbildung 4.0“ eine gemeinsame Antwort auf die Fachkräfteversorgung im Freistaat.

Profitieren sollen davon Arbeitgeber und -nehmer: „Weiterbildung und Qualifizierung – das ist die gemeinsame Antwort von uns auf die digitale Arbeitswelt“, sagte Ministerpräsident Dr. Markus Söder bei der Unterzeichnung in München.

Söder kündigte an, das Megathema berufliche Weiterbildung mit einem konkreten Maßnahmenbündel zu begleiten und individuell bei den einzelnen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern anzusetzen. Geplant sind u.a. eine zielgerichtete Informationskampagne zur Erhöhung der Weiterbildungsbereitschaft, Bildungsschecks für Mitarbeiter in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und Weiterbildungsinitiatoren in allen Regierungsbezirken.

Nicht auf dem einmal Erlernten ausruhen

Präsident Franz Xaver Peteranderl unterschrieb für den Bayerischen Handwerkstag (BHT). „In Zeiten, in denen sich die Rahmenbedingungen der Arbeitswelt rasant ändern, kann sich niemand ein Arbeitsleben lang auf dem in der Ausbildung Erlernten ausruhen“, betonte Peteranderl. Das Handwerk besticht durch sein stimmiges Berufslaufbahnkonzept. Von der Ausbildungs- über die ­Gesellen- bis hin zur Meister- und Meister-Plus-Ebene gibt es viele ­attraktive und passgenau auf die ­Bedarfe der Beschäftigten und des Arbeitsmarktes abgestimmte Angebote.

„Die Digitalisierung wird künftig auch die Art, wie wir aus- und weiterbilden, maßgeblich beeinflussen“, sagte der BHT-Präsident, „dafür werden wir in den Bildungszentren des Handwerks maßgeschneiderte Weiterbildungsangebote anbieten, sowohl berufsspezifisch als auch -übergreifend.“

Das Zustandekommen des Weiterbildungspakts zeige, dass sich nicht nur Betriebe und Beschäftigte mit der Frage der Weiterbildung befassen: „Sie betrifft die Gesellschaft in Bayern insgesamt.“ Ralf Holzwart, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern, formulierte die Wichtigkeit von Weiterbildung folgendermaßen: „Wer schon nichts im Boden hat, muss etwas in der Birne haben.“

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