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Werberat rügt Brauerei Bierdeckelwerbung verstößt gegen den Werbekodex

Ein Mann und eine Frau umarmen sich. Sie hat ein Glas mit Weißbier in der Hand und dann der Spruch: "Hilft in Sekunden – wirkt für Stunden". Für den Deutschen Werberat ist das ein Grund für eine öffentliche Rüge. Die Brauerei verteidigt ihre Werbung.

In den "Verhaltensregeln für eine verantwortliche Alkoholwerbung", die Hersteller, Händler und Importeure alkoholhaltiger Getränke gemeinsam dem Deutschen Werberat formuliert haben, heißt es unter anderem: "Kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke soll keine Aussagen enthalten, die auf eine enthemmende Wirkung alkoholhaltiger Getränke abstellen." Doch genau das macht der Bierdeckel des Hofbräuhaus Traunstein nach Ansicht des Werberats. Die Brauerei musste deshalb nun eine öffentliche Rüge hinnehmen.

Werbung für Alkoholkonsum: Kein Problemlöser und keine Glücksmomente

Auf dem Bierdeckel, den das Hofbräuhaus so bereits seit vielen Jahren nutzt,  steht der Slogan "Hilft in Sekunden – wirkt für Stunden". Er zeigt eine Frau mit einem Weißbierglas in der Hand, die lachend einen Mann umarmt. Für den Werberat ist dies ein klarer Verstoß gegen die gemeinsam mit der gesamten Alkoholbranche aufgestellten Verhaltensregeln.

Die Werbeaussage „Hilft in Sekunden – wirkt für Stunden“ im Zusammenhang mit der Abbildung eines sich umarmenden Paars lasse beim Betrachter den Eindruck entstehen, dass sich der Konsum des Biers positiv auf das Verhältnis zwischen Mann und Frau auswirkt, teilt der Werberat im Zusammenhang mit der Rüge mit. Weiter heißt es: "In ihrer Stellungnahme hatte die Brauerei bestätigt, dass diese Wirkungsaussage in der Werbung beabsichtigt sei."

"Alkoholkonsum darf in der Werbung weder als Problemlöser, noch als Schlüssel für Glücksmomente angepriesen werden", erklärte dazu eine Sprecherin des Werberats, der das Hofbräuhaus nach eigenen Angaben nicht das erste Mal ermahnt hatte wegen Verstößen gegen den Werbekodex. So kommt es nun auch zum offenen Streit, denn die Brauerei hatte schon vor der öffentlichen Rüge laut faz.net angekündigt, den Bierdeckel nochmals in Millionenhöhe nachdrucken zu lassen. Die Kritik des Werberats sieht sie als "Einzelmeinungen scheinheiliger Moralisten". jtw

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