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Lage auf dem Ausbildungsmarkt Bewerber und Lehrstellen passen immer weniger zueinander

Die Bilanz des Berufsberatungsjahres ist gemischt. Auf der einen Seite hat sich die Lage der Bewerber verbessert. Auf der anderen Seite fällt es den Betrieben immer schwerer, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen.

Rein rechnerisch müsste längst jeder Bewerber einen Ausbildungsplatz bekommen. Denn nach der Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) stehen den knapp 21.000 unversorgten Bewerbern Ende September rund 37.100 offene Ausbildungsplätze gegenüber. Doch so einfach ist es nicht. "Es zeigte sich auch in diesem Jahr, dass es schwieriger geworden ist, Bewerber und Ausbildungsstellen zusammen zu bringen", so Heinrich Alt, Vorstandmitglied der Bundesagentur für Arbeit (BA), zur Bilanz des Berufsberatungsjahres 2013/2014. Dabei habe sich die Situation für die Bewerber sogar verbessert, denn das Angebot der gemeldeten Ausbildungsplätze hat sich erhöht.

Angebot und Nachfrage differieren

Als Grund für die zunehmenden Vermittlungsprobleme nennt die BA, dass Angebot und Nachfrage in "berufsfachlicher, qualifikatorischer und regionaler Hinsicht" differierten. Jetzt hoffen die Verantwortlichen aus Handwerk, Industrie und Handel sowie den Freien Berufen, dass über Nachvermittlungsaktionen weitere Lehrstellen besetzt werden können.

In einer gemeinsamen Erklärung weisen sie darauf hin, dass die Wirtschaft weiter zum Ausbildungspakt stehe und ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Jugendlichen ein Angebot machen wolle. Ziel müsse es sein, ausbildungssuchende Jugendliche früher und besser zueinander zu bringen. Notwendig seien g ezieltere Hilfen für schwächere Auszubildende.

Betriebe haben Ausbildungsangebote erhöht

Wie die Bundesagentur für Arbeit weiter mitteilt, haben sich von Oktober 2013 bis Ende September 2014 weitgehend unverändert rund 560.000 Bewerber bei der Ausbildungsvermittlung gemeldet. Gleichzeitig seien der Arbeitsorganisation rund 511.600 Ausbildungsstellen gemeldet worden. Dabei sei das Plus von 4.400 vor allem auf einen Zuwachs der betrieblichen Stellen um 6.200 auf 481.100 Ausbildungsplätze zurückzuführen gewesen.

Bis Ende September hatten Handwerk, Industrie und Handel sowie Freie Berufe rund 473.000 Ausbildungsverträge abgeschlossen. Ein Minus von 9.100 Verträgen oder rund zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allein bei Industrie und Handel und Handwerk konnten bis Anfang Oktober rund 100.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. Rund ein Fünftel entfiel nach Angaben des ZDHs auf das Handwerk.

Bis September insgesamt weniger Ausbildungsstellen besetzt

Auch bei den Freien Berufen seien viele Plätze unbesetzt geblieben, schreiben die Verbände in einer gemeinsamen Erklärung. "Dies zeige die wachsenden Besetzungsschwierigkeiten", erklärten sie und wiesen darauf hin, dass die "Nichtbesetzung dieser Plätze" viele ausbildungsbereite Unternehmen rein statistisch zu nicht ausbildenden Unternehmen machten.

Insgesamt hat das Handwerk bis Ende September rund 128.500 Lehrstellen besetzt. Das ist ein Minus von 1,6 Prozent. Bei den Industrie- und Handelskammern wurden rund 303.130 Verträge abgeschlossen. Rund zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Die Freien Berufe verzeichneten mit 41.729 abgeschlossenen Verträgen ein Minus von 1,4 Prozent.

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