Betriebsübergabe und Nachfolge -

Steuer aktuell: Kosten Unternehmensnachfolge Betriebsübergabe: Kosten für Rechtsberatung steuerlich absetzbar?

Rund 70.000 Handwerksbetriebe wechseln jedes Jahr im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge ihren Besitzer. Um alles richtig zu machen, werden meist Steuerberater, Unternehmensberater oder spezielle Berater für Übertragungen beauftragt. Doch sind die hierbei entstehenden Rechtsberatungskosten steuerlich abziehbar?

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Betriebsübergabe und Nachfolge

Das Finanzamt beantwortet diese Frage mit einem klaren Nein. Denn die Rechtsberatungskosten im Zusammenhang mit einer vorweggenommenen Erbfolge sowie die Beurkundungskosten stellen nach Auffassung des Finanzamts einen privaten Vorgang dar, der nichts mit dem Betrieb als solches zu tun hat. Aus diesem Grund verneinen die Finanzämter einhellig den Betriebsausgabenabzug für die Kosten im Zusammenhang mit der Betriebsübergabe.

Musterprozess soll für klare Verhältnisse sorgen

Doch ganz so klar scheint das Nein der Finanzämter nicht zu sein. Denn beim Bundesfinanzhof läuft zu dieser Thematik ein Revisionsverfahren. In diesem Musterprozess soll geklärt werden, ob der übertragende Unternehmer Beratungskosten im Zusammenhang mit der Betriebsübertragung als Betriebsausgaben vom Gewinn abziehen darf.

Tipp: Bis zu einer endgültigen Entscheidung wahren sich Unternehmer, die ihren Betrieb übertragen, die Chance auf den Betriebsausgabenabzug nur, wenn Sie gegen nachteilige Steuerbescheide Einspruch einlegen und mit Hinweis auf den Musterprozess beim Bundesfinanzhof (Az. IV R 44/12) ein Ruhen des Einspruchsverfahrens beantragen. dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten