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Steueränderungen 2018 bei betrieblicher Altersvorsorge Betriebsrentenstärkungsgesetz: Das ändert sich bei der Altersvorsorge

Zum 1. Januar 2018 treten zahlreiche Neuregelungen zur betrieblichen Altersversorge in Kraft. Diese fünf rechtlichen und steuerlichen Änderungen durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer kennen.

1. Höhere Steuerfreistellung der Beiträge in eine betriebliche Altersvorsorge

Bei einer betrieblichen Altersvorsorge über eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder in einen Pensionsfonds, bleiben ab dem 1. Januar 2018 Beiträge bis zu 6.240 Euro steuerfrei (8 Prozent von 78.000 Euro). Bis Ende 2017 beließ das Finanzamt nur Beiträge bis zu einer Höhe von 3.048 Euro (4 Prozent von 76.200 Euro) steuerfrei. Bei Abschluss einer dieser drei Policen ab dem 1. Januar 2005 waren bisher zusätzliche 1.800 Euro steuerfrei. Diese zusätzliche Steuerfreistellung gibt es ab 2018 nicht mehr.

Umwandlung Bei einer Gehaltsumwandlung zu Gunsten einer betrieblichen Altersvorsorge im Rahmen einer Direktversicherung, einer Pensionskasse oder eines Pensionsfonds bleiben wie 2017 auch im Jahr 2018 Beiträge bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze sozialversicherungsfrei, 2018 also bis zu 3.120 Euro (78.000 Euro x 4 Prozent).

2. Staatlicher Zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge für Geringverdiener

Um auch Geringverdiener für die betriebliche Altersvorsorge zu begeistern, gibt es ab 2018 unter bestimmten Voraussetzungen einen staatlichen Zuschuss. Von diesem Modell profitieren Beschäftigte mit einem Bruttogehalt von weniger als 2.200 Euro im Monat. Der Arbeitgeber zahlt für Beiträge in eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder in einen Pensionsfonds zwischen 240 Euro und 480 Euro jährlich. Der Staat gibt noch einmal 30 Prozent des Arbeitgeberbeitrags oben drauf. Den Zuschuss bekommt der Arbeitgeber durch Verrechnung mit seiner abzuführenden Lohnsteuer.

Beispiel: Der Arbeitgeber zahlt 480 Euro Beiträge für den Arbeitnehmer in eine betriebliche Altersversorgung. Vom Staat kommen dann zusätzlich 144 Euro an Beiträgen (480 Euro x 30 Prozent). Sowohl der Zuschuss vom Arbeitgeber als auch vom Staat sind steuerfrei.

3. Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Endet ein Arbeitsverhältnis kann der Arbeitnehmer einen Teil seiner Abfindung steuerfrei in Beiträge zugunsten einer betrieblichen Altersvorsorge umwandeln. Steuerfrei sind ab 2018 vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze West multipliziert mit den Jahren der Betriebszugehörigkeit, maximal jedoch um zehn Jahre. Beispiel: Sie bekommen 2018 nach siebenjähriger Zugehörigkeit zu einer Firma wegen Kündigung eine Abfindung in Höhe von 40.000 Euro. Davon dürfen Sie 21.840 Euro steuerfrei in einen Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds einbezahlen (78.000 Euro x 4 Prozent = 3.120 Euro x sieben Jahre).

4. Arbeitgeberzuschuss bei Gehaltsumwandlungen

Ab 2019, also erst ab dem übernächsten Jahr, winkt für neu abgeschlossene Gehaltsumwandlungen eine Neuerung. Der Arbeitgeber muss 15 Prozent des umgewandelten Gehalts zu Gunsten des Arbeitnehmers an die entsprechende Versorgungseinrichtung weiterleiten, soweit er sich durch die Gehaltsumwandlung einen Arbeitgeberanteil zu den Sozialversicherungsbeiträgen spart.

Für am 31. Dezember 2018 bereits bestehende Gehaltsumwandungen zu Gunsten einer Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds muss der Arbeitgeber diesen 15-prozentigen Zuschuss erstmals nach einer Übergangsfrist von vier Jahren, also erstmals ab dem 1. Januar 2022 bezahlen.

Die Verpflichtung des Arbeitgebers für diesen Zuschuss besteht nicht, wenn im Rahmen einer Gehaltsumwandlung Beitragszahlungen in eine Direktzusage oder in einen Unterstützungskasse geleistet werden.

Wer also abwarten kann, fürs Alter zu sparen, sollte wegen der Arbeitgeberzuschüsse mit dem Abschluss eines betrieblichen Altersvorsorgevertrags bis Anfang 2019 warten. Dann gibt es gleich ab dem ersten Jahr die 15-prozentigen Arbeitgeberzuschüsse.

5. Neue Art der Versorgungszusage

Ab 2018 gibt es für die Direktversicherung, die Pensionskasse und den Pensionsfonds eine neue Art der Versorgungszusage. Der Arbeitgeber und die Gewerkschaften können tarifvertraglich Betriebsrenten vereinbaren, ohne dass der Arbeitgeber eine bestimmte Höhe für die künftige Betriebsrente garantiert. Man spricht hier von der so genannten Beitragszusage. Der Arbeitgeber ist lediglich dazu verpflichtet. Beiträge einzubezahlen. Das Kapitalrisiko trägt hier der Arbeitnehmer (= der spätere Betriebsrentner).

Im Falle einer Beitragszahlung im Rahmen einer Gehaltsumwandlung muss der Arbeitgeber bei der reinen Beitragszusage zusätzliche Beiträge (= sog. Arbeitgeberzuschuss) in Höhe von 15 Prozent des umgewandelten Gehalts an die Versorgungseinrichtung bezahlen, wenn er sich durch die Gehaltsumwandlung Sozialversicherungsbeiträge einspart. Dieser Arbeitgeberzuschuss ist nach § 3 Nr. 63 EStG steuerfrei.

Sprechen Sie Ihren Arbeitgeber auf diese neue Art der Versorgungszusage an. Zwar haben Sie keine Gewissheit über die Höhe der späteren Rente, aber immerhin beteiligt sich der Arbeitgeber an den Beitragszahlungen.

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