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Steuer aktuell Betriebsprüfung: So verhindern Sie ein Verzögerungsgeld

Legt ein Unternehmer bei einer steuerlichen Betriebsprüfung angeforderte Unterlagen nicht oder nicht fristgemäß vor, droht ein Verzögerungsgeld. Doch dagegen können Sie sich wehren.

Haben Prüfer des Finanzamts im Rahmen einer Betriebs-, Umsatz- oder Lohnsteuerprüfung keine besonderen Feststellungen zu vermelden, gibt es für den Unternehmer statt eines Schulterklopfers oftmals eine Zahlungsaufforderung über 2.500 Euro.

Dabei handelt es sich aber keineswegs um Steuernachzahlungen wegen begangener Buchhaltungsfehler, sondern um ein Verzögerungsgeld, weil während der Prüfung angeforderte Unterlagen nicht oder nicht fristgemäß vorgelegt wurden. Gegen dieses Verzögerungsgeld lohnt sich jedoch Gegenwehr.

Finanzamt muss Verzögerungsgeld begründen

Das Verzögerungsgeld von 2.500 Euro droht Handwerkern immer dann, wenn Sie die Aufforderungen des Betriebsprüfers zur Vorlage von Unterlagen mit stoischer Ruhe ignorieren und sich auch durch mehrmalige Mahnungen und Drohungen nicht beirren lassen. Doch das dürfte in der Praxis eigentlich der Ausnahmefall sein.

Denn legen Sie regelmäßig Unterlagen vor, auch wenn es längst nicht alle Unterlagen sind, muss das Finanzamt die Festsetzung des Verzögerungsgelds von 2.500 Euro detailliert begründen. Fehlt eine Begründung, ist die Festsetzung verfassungswidrig und der Handwerker muss nicht zahlen.

Salamitaktik kann Verzögerungsgeld verhindern

In einem Fall vor dem Finanzgericht Saarland wurde die Festsetzung des Verzögerungsgeldes nun als verfassungswidrig eingestuft, weil der Prüfer des Finanzamt nicht berücksichtigt hat, dass der Unternehmer alle Anstrengungen unternommen hat, um die geforderten Unterlagen vorzulegen und das nach und nach über einen längeren Zeitraum auch geschafft hat (FG Saarland, Urteil v. 28.1.2015, Az. 1 K 1102/13).

Tipp: Um die Festsetzung von Verzögerungsgeld zu verhindern, sollten Sie bei schleppender Belegvorlage folgendermaßen vorgehen:

  • Beantragen Sie schriftlich eine Fristverlängerung für die Abgabe der angeforderten Unterlagen.
  • Erläutern Sie dem Prüfer schriftlich, warum es mit der Belegvorlage so lange dauert (Suche nach verschwundenen Ordnern, Auslagerung von Unterlagen, Krankheit des zuständigen Bearbeiters, etc.).
  • Warten Sie nicht, bis Sie alle Unterlagen zusammengetragen haben, sondern legen Sie die Unterlagen Zug um Zug vor (Salamitaktik).
Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv . dhz
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