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Steuer aktuell Betriebsprüfung: Reichen die Entnahmen zum Leben?

Manchmal fragt man sich, warum das Finanzamt eigentlich gerade diesen oder jenen mittelständischen Betrieb im Rahmen einer Betriebsprüfung näher unter die Lupe nimmt. Es könnte an zu niedrigen Entnahmen liegen. Denn reichen die Entnahmen nicht oder kaum zur Bestreitung des privaten Lebensunterhalts, werden Unregelmäßigkeiten in der Buchführung unterstellt.

Ob ein Steuerfall prüfungswürdig ist oder nicht, entscheidet sich oftmals an den Entnahmen des Betriebsinhabers. Denn entnimmt er während des Jahres nur 30.000 Euro und seine privaten Fixkosten liegen schon bei knapp 30.000 Euro, ruft das das Finanzamt auf den Plan. Der Prüfer erstellt dann eine sogenannte Geldverkehrsrechnung. Genügen die Entnahmen nicht für den privaten Lebensunterhalt, hakt das Finanzamt nach. Nicht selten werden dann Darlehen von Verwandten oder die Unterstützung durch die Eltern angegeben.

Wenn tatsächlich eine finanzielle Unterstützung durch Verwandte erfolgt oder sich die Eltern darum kümmern, dass jeden Tag ein Essen auf dem Tisch steht, sollte das regelmäßig schriftlich festgehalten werden. Darlehensvertrag und Schenkungen sollten auf jeden Fall aufgezeichnet werden. Nur so kommt man bei Nachfragen des Finanzamts nicht in Beweisnot.

Praxistipp: Ohne plausible Nachweise, wie der private Lebensunterhalt bestritten wird, drohen Zuschätzungen zum Umsatz und zum Gewinn. Denn letztendlich wird dann unterstellt, dass der private Lebensunterhalt durch nicht aufgezeichnete Einnahmen finanziert wurde.

dhz

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