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Studie: Zuwachs um 20 Prozent Bestand an Nutzfahrzeugen wächst bis 2040 deutlich

Die Zahl der Nutzfahrzeuge in Deutschland soll bis zum Jahr 2040 um mehr als 20 Prozent steigen. Laut einer Studie werden dann rund 3,5 Millionen unterwegs sein. Dabei gewinnen vor allem elektrische Antriebe bei leichten Nutzfahrzeugen und Bussen an Bedeutung.

Die Zahl der Nutzfahrzeuge auf Deutschlands Straßen wächst bis zum Jahr 2014 um mehr als 20 Prozent auf 3,5 Millionen. Das ist das Ergebnis der Shell Nutzfahrzeug-Studie, die das Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Verkehrsforschung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erarbeitet hat.

Prognose bis 2040: Rund 350.000 Neuzulassungen pro Jahr

Demnach legt die Zahl der jährlichen Neuzulassungen in allen Nutzfahrzeugklassen von aktuell rund 290.000 auf rund 350.000 bis zum Jahr 2040 zu. Dadurch wächst der Nutzfahrzeugbestand in Deutschland von 2,9 auf nahezu 3,5 Millionen Fahrzeuge.

Zudem sollen bis 2040 rund ein Drittel der leichten Nutzfahrzeuge sowie der Busse mit Elektroantrieb fahren. Im Lkw-Bestand blieben alternative Antriebe jedoch eher die Ausnahme, heißt es in der Studie.

Auch die Fahrzeugfahrleistungen werden stark steigen: Für Lkw erwarten die Experten einen Anstieg um 39 Prozent von gut 83 Milliarden auf knapp 116 Milliarden Fahrzeugkilometer. Das höchste Fahrleistungswachstum weisen demnach Fernverkehrs-Lkw auf, darunter immer mehr gebietsfremde Lkw.

Die Ergebnisse der Nutzfahrzeugstudie im Detail

Reduzierung des Energieverbrauchs wird schwierig

Mit der wachsenden Zahl steigt zunächst auch der Energiebedarf aller Nutzfahrzeuge. Von 783 Petajoule (PJ) auf 853 PJ im Jahr 2030. Danach allerdings, so die Prognose, fällt der Wert bis zum Jahr 2040 wieder. Schwere Lkw verbrauchen bereits heute mit Abstand den meisten Kraftstoff. So wird es auch künftig sein. Ihr Anteil am Energiebedarf aller Nutzfahrzeuge legt von heute 79 auf 83 Prozent im Jahr 2040 zu. Ein Problem: Maßnahmen zur Reduktion des Energiebedarfs von Nutzfahrzeugen stehen vor einem Dilemma. Fahrzeugsegmente, in denen neue energiesparende Antriebstechniken eingeführt werden könnten, absolvieren nur geringe Fahrleistungen bei geringen Durchschnittsverbräuchen. Im Straßengüterfernverkehr mit hohen und wachsenden Fahrzeugfahrleistungen erfüllen alternative Antriebe die Anwenderanforderungen auch auf absehbare Zeit nicht.

Leichte Nutzfahrzeuge: Große Potenziale für Elektromobilität

Die größten Potenziale für Elektromobilität sehen die Experten bei den leichten Nutzfahrzeugen sowie Fahrzeugen mit urbanen Fahrprofilen – wie Kleintransportern, Nahverkehrs-Lkw aber auch bei Stadtbussen. "Bei schweren Nutzfahrzeugen mit hohen Fahrleistungen gibt es aktuell keine kommerziellen Ansätze, diese zu elektrifizieren", sagt Jörg Adolf, Chefvolkswirt von Shell Deutschland.

Für alternative Antriebe bieten sich vor allem leichte Nutzfahrzeuge an. Ihr Bestand hat sich seit 1990 mehr als verdreifacht. Bei den Antrieben dominiert aktuell die Dieseltechnik mit mehr als 95 Prozent. Bei schweren Lkw sind es sogar 99 Prozent.

Die Entwicklung der Zahl der Nutzfahrzeuge wurde in der Studie anhand von zwei verschiedenen Szenarien erarbeitet. Im Trendszenario betrachteten die Wissenschaftler die jüngste Vergangenheit und zogen daraus Schlüsse für die Zukunft. Im Alternativszenario legten die Experten ambitioniertere Rahmenbedingungen und größerem technischen Fortschritt zu Grunde. dhz

Die ausführliche Studie zum Download.

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