Südthüringen -

Berufsorientierung Berufswahlpässe überreicht

Vor kurzem startete die Handwerkskammer Südthüringen mit der Übergabe der Berufswahlpass-Mappen (BWP) zur beruflichen Orientierung von Schülern.

Der Berufswahlpass als Entscheidungsdokument für die Berufswahl wird in insgesamt 103 Südthüringer Schulen, Schulen im Ilm- und Wartburgkreis und in der Stadt Eisenach mit rund 3.000 Schülern verteilt. In der Lautenbergschule Suhl überreichte Stefanie von Nordheim, Abteilungsleiterin Berufsbildung der Handwerkskammer Südthüringen, die ersten 20 Mappen des neuen Jahres an die Schüler der Klasse 7a und die Fachlehrerin Pia Böhnke.

Die Berufseinstiegsbegleiterinnen Heike Fischer und Beate Schneider aus dem BTZ Rohr-Kloster, die die Schüler während des Berufsauswahlverfahrens begleiten werden, standen der HWK-Abteilungsleiterin zur Seite. Diese erläuterte den Sinn des BWP und gab Hinweise zur Dokumentation der beruflichen Orientierungsmaßnahmen, an denen die Schüler teilnehmen werden.

„Toll wäre es, wenn sich einige von euch in den nächsten Jahren für einen Handwerksberuf entscheiden würden“, warb sie für das Südthüringer Handwerk. Bereits seit 2003 beteiligen sich die Schüler der Lautenbergschule ab Klasse 7 an den praktischen Berufsorientierungsmaßnahmen im Berufsbildungs- und Technologie-Zentrum (BTZ) Rohr-Kloster der Handwerkskammer Südthüringen.

Im Berufswahlpass sollen die Schüler alle Maßnahmen dokumentieren, die sie im Zusammenhang mit der Berufsorientierung und Berufswahlfindung unternommen haben, um auf deren Ergebnissen eine fundierte Berufswahl vornehmen zu können. Vergleichbar ist die Dokumentation in etwa mit einem Belegheft in der Berufsausbildung, in dem die Lehrlinge die täglichen Arbeiten schriftlich nachweisen müssen.

Nach mehr als zehn Jahren Förde-rung hatte der Freistaat Thüringen die finanzielle Unterstützung des BWP über den Europäischen Sozialfonds (ESF) 2013/14 eingestellt. Damit ging an den Schulen ein seit 2004 bewährtes Werkzeug für Schüler, Lehrer, Eltern und Unternehmen verloren. Aus diesem Grund trafen die HWK Südthüringen und IHK Südthüringen im Sommer 2017 die Entscheidung, den BWP an Südthüringer Schulen wieder einzuführen und eigenständig zu finanzieren.

BWP im Bewerbungsgespräch

Der BWP geht an Schüler der 7. Klassen von Regelschulen und Förderzentren und 9. Klassen von Gymnasien. Er soll sie bei ihrer individuellen Lernplanung und der Übernahme von Eigenverantwortung unterstützen, so dass sie ihre Entwicklungsschritte zielgerichtet planen und dokumentieren können. Das Dokument soll die Stärken und Fähigkeiten, praktische Fertigkeiten und theoretische Kenntnisse, Hobbys und Wünsche der Schüler widerspiegeln. Bei Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen von Schülern in Ausbildungsunternehmen des Südthüringer Handwerks werden die BWP-Mappen und deren Inhalte nachgefragt und entscheiden mit über die Vergabe von Ausbildungsplätzen.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten