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Steuertipp Berufsunfähigkeit: Wie werden Abfindungszahlungen steuerlich behandelt?

Tritt im Rahmen einer Berufsunfähigkeitsversicherung der Versicherungsfall ein, kommt es in der Praxis oftmals zu kuriosen Angeboten. Damit der Berufsunfähige keine weiteren Ansprüche aus seinem Versicherungsverhältnis stellt, wird ihm eine üppige Abfindungs- bzw. Vergleichszahlung gegen Einmalzahlung angeboten. Doch wie werden solche Zahlungen steuerlich behandelt?

Die Finanzämter kennen hier kein Pardon. Obwohl der Versicherte aufgrund seiner Berufsunfähigkeit in aller Regel auf jeden Cent angewiesen ist, versteuern die Finanzbeamten solche Ausgleichszahlungen als sonstige Einkünfte im Sinn von § 22 EStG.

Entscheidung auf Bund-Länder-Ebene zu Gunsten von Betroffenen

Auf Bund-Länder-Ebene hat die Finanzverwaltung sich nun jedoch darauf geeinigt, dass solche Ausgleichs- bzw. Abfindungszahlungen im Rahmen einer Einmalzahlung für das Finanzamt tabu sind. Mit anderen Worten: Betroffene berufsunfähige Unternehmer oder Arbeitnehmer dürfen solche Zahlungen steuerfrei kassieren.

Steuertipp: Sollte der Sachbearbeiter oder Prüfer des Finanzamts abwinken, weil er eine derartige Regelung auf Bund-Länder-Ebene nicht kennt, sollte er auf eine interne Verfügung des Landesamts für Steuern vom 17. September 2019 hingewiesen werden, in der diese großzügige Regelung erstmals vorgestellt wurde. dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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