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Coronavirus Berufsprüfungen könnten verschoben werden

Schüler und Lehrer machen sich Sorgen, ob Abschlussprüfungen für Abitur und Mittlere Reife wie geplant stattfinden können. Doch nicht nur Gymnasien und Realschulen sind betroffen, auch Berufsschulen wappnen sich.

Wegen der Corona-Pandemie müssen womöglich auch Berufsprüfungen abgesagt werden. "Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen könnte die Durchführung von Berufsprüfungen durch eine Corona-Pandemie ebenso gefährdet sein wie die Prüfungsabnahme an Schulen und Hochschulen", teilte der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) auf Anfrage der Deutschen Handwerks Zeitung mit. Anders als etwa beim Zentralabitur an Gymnasien oder auch bei den in der Regel bundesweit gültigen Püfungsterminen der Industrie- und Handelskammern ist es im Handwerk allerdings etwas komplizierter.

Gegebenheiten vor Ort entscheidend

Ob eine Prüfung stattfinden kann, bestimmen also die Gegebenheiten vor Ort ab. "Da es im Handwerk keine bundeseinheitlichen Prüfungen gibt, könnte über die Durchführung von Berufsprüfungen dann auch regional entschieden werden", ließ der ZDH wissen.

Inwieweit Prüfungen abgehalten werden, hängt laut ZDH grundsätzlich von den konkreten Anforderungen in den verschiedenen Handwerken ab. Denn es werden nicht nur schriftliche Prüfungen abgelegt, die sich mit größeren Sitzabständen zwischen den Prüfungsteilnehmern unter Umständen noch realisieren lassen. Im Handwerk werden bekanntermaßen auch praktische Prüfungen abgenommen. Gerade wenn diese nur unter engem Kontakt zu anderen Menschen - zum Beispiel in den Gesundheitshandwerken - möglich sind, ist es nach Angaben des ZDH denkbar, dass Prüfungstermine verschoben werden müssen.

Mehrere Schulen in Deutschland sind wegen des Coronavirus derzeit geschlossen. Viele Hochschulen haben den Semesterstart auf die Zeit nach den Osterferien verschoben. Die Kultusminister der Länder wollen sich wegen der Ausbreitung des Coronavirus für die kommenden Abiturprüfungen wappnen. Bei der Kultusministerkonferenz (KMK) am Donnerstag und Freitag in Berlin würden sich die Minister "intensiv zum Umgang mit den Coronavirus austauschen", sagte KMK-Präsidentin Stefanie Hubig (SPD) der "Funke Mediengruppe". Dabei soll es um die Frage gehen, wie das Abitur 2020 unter diesen Bedingungen stattfinden könne. Gleiche Überlegungen müsse es auch für Prüfungen an beruflichen Schulen oder Unis geben. str/dpa

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