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Urteil des Landesarbeitsgerichts Berufskleidung anziehen gilt als Arbeitszeit

Wer sich beruflich bedingt vor und nach dem Job eine Arbeitskleidung an- und auszieht, kann dies als bezahlte Arbeitszeit geltend machen. Das hat das Landesarbeitsgericht Düsseldorf entschieden.

Gehören das Duschen und das Umziehen vor und nach dem Job eigentlich zur Arbeitszeit? Mit der kuriosen Klage eines Kfz-Mechanikers gegen die Stadtwerke Oberhausen musste sich das Landesarbeitsgericht Düsseldorf befassen (Aktenzeichen: 9 Sa 425/15).

Die Kammer schlug am Montag eine gütliche Einigung vor. Nach Ansicht des Richters könnte der Mechaniker 375 Euro als Nachzahlung erhalten - das wäre der Lohn für die zehn Minuten, die er täglich für das An- und Ausziehen seiner Arbeitskleidung innerhalb von sieben Monaten benötigt hatte.

Duschen gilt nicht als Arbeitszeit

Der Mann wollte auch die zehnminütige Dusche nach Feierabend nachträglich angerechnet bekommen, das aber lehnte das Gericht ab. Hierzu gebe es keine gesicherte Rechtsprechung, sagte der Vorsitzende Richter.

Im Frühjahr hatte das Arbeitsgericht Oberhausen der Klage stattgegeben, der Fall ging anschließend eine Instanz weiter. Gegen den Vorschlag des Landesarbeitsgerichts vom Montag können der Kommunale Arbeitgeberverband und der Kläger nun innerhalb von drei Wochen Widerspruch einlegen.

Der Ausgang des Verfahrens hat womöglich Signalwirkung. In 15 weiteren Fällen haben Kollegen des Kfz-Mechanikers die Stadtwerke Oberhausen ebenfalls auf Nachzahlung verklagt.

Eine ausführliche Stellungnahme des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf zu dem Fall finden Sie unter lag-duesseldorf.nrw.de

dpa/sg

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