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Neuheit für Krankhäuser und Altenheime interessant Bequem wie ein Sofa: Bláa Lónið, die gepolsterte Badewanne

Raumausstattermeister Peter Mechtold und Innenarchitekt Fred Schäff machen die Badewanne zum Polstermöbel. Bláa Lónið heißt die weiche Wanne für mehr Wellness.

Acht Jahre haben sich die Schöpfer der gepolsterten Badewanne Zeit genommen. So lange wird ein Prototyp ihrer Entwicklung schon im Alltag benutzt. Nun halten Peter Mechtold und Fred Schäff die Zeit für reif, um für ihr neues Produkt die Werbetrommel zu rühren. Auf der Internationalen Handwerksmesse in München haben die Gründer der Firma Bláa Lónið aus Weidhausen bei Coburg ihre weiche Wanne vorgestellt.

Bei Bláa Lónið handelt es sich quasi um interdisziplinäres Handwerk. Ohne den gewerkeübergreifenden Denkansatz wären Sanitärmöbel, die so bequem wie ein Sofa sind, nicht möglich. Als Trägermaterial dient Schaumstoff, wie er von Polsterern verarbeitet wird. Die hochflexible und wasserdichte Oberfläche wird aufgespritzt, wofür das Know-how der Maler und Lackierer nötig ist.

Vorbild: Die Blaue Lagune auf Island

Die Idee für die weiche Wanne kam einem technikbegeisterten Mediziner beim Bad in der Blauen Lagune (Bláa Lónið) auf Island. Innenarchitekt Fred Schäff und Raumausstattermeister Peter Mechtold haben sie vor acht Jahren umgesetzt. „Seither wird die Wanne benutzt und mit den üblichen Reinigungsmitteln geputzt – ohne Probleme. Wir halten unser Produkt für marktreif“, erklären Schäff und Mechtold unisono.

Peter Mechtold sieht die gepolsterte Badewanne als konsequente Weiterentwicklung einer Produktlinie, die sein Raumausstatterbetrieb Casa Castello unter dem Namen Relax Your Life herstellt und vermarktet. Dabei handelt es sich um Wohnelemente mit ähnlichen Eigenschaften wie die der Bláa-Lónið-Badewanne.

Sitzgruppen, Liegen, Hocker, deren Formenvielfalt dank digitaler 3D-Planung und CNC-Fertigungstechnologie kaum Grenzen kennt. Diese Formenfülle lässt sich auf Bláa Lónið übertragen. Jede Badewanne kann zum Unikat werden, ganz auf die Wünsche des Kunden angepasst.

Der Weg von Raumausstattermeister Peter Mechtold ins Handwerk führte zunächst über die Fachhochschule Coburg, wo er acht Jahre lang Innenarchitektur und Produktdesign unterrichtete. „Dort haben wir uns zum Beispiel mit Möbeln für bodennahes Wohnen beschäftigt“, erinnert sich Mechtold, der 1997 seinen Handwerksbetrieb gründete.

Raumausstatter, Polster sowie Maler und Lackierer gesucht

Aus dem Ein-Mann-Betrieb ist inzwischen ein Unternehmen mit 18 Beschäftigten gewachsen, das sich neben den klassischen Innenausstattungen für Privatkunden vor allem durch seine Licht- und Akustikdecken einen Namen gemacht hat. Referenzobjekte stehen im gesamten deutschsprachigen Raum, aber auch in Kasachstan oder den Arabischen Emiraten. „Die Geschäfte laufen gut. Deshalb suchen wir ständig gute Leute – Raumausstatter, Polsterer sowie Maler und Lackierer“, sagt Mechtold.

Mit Bláa Lónið sieht der Raumausstattermeister die Chance, sein Geschäft auf eine noch breitere Basis zu stellen. Schließlich sind die gepolsterten Badewannen nicht nur für designorientierte Architektenhäuser interessant.

Großes Potenzial sieht Mechtold im Pflegebereich, vom Krankenhaus bis zum Seniorenheim. Denn die Verletzungsgefahr bei einem Sturz ist deutlich geringer als bei harten Wannen. Außerdem behält das Badewasser durch die isolierende Wirkung des Wannenkörpers länger die gewünschte Temperatur.

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