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Weniger Verschleiß, mehr Sicherheit Bei diesen Anzeichen sollte Ihr Fahrzeug unbedingt zur Achsvermessung

Das Auto quietscht in der Kurve, das Fahrwerk gibt polternde Geräusche von sich und das Lenkrad scheint irgendwie verstellt? Wer Anzeichen wie diese ignoriert, könnte schon bald eine dicke Rechnung auf dem Tisch haben. Oder im schlimmsten Fall Opfer eines vielleicht schweren Verkehrsunfalles werden.

Eine falsch eingestellte Spur am Fahrwerk ist schneller eingefangen als man vermuten könnte. Der Fahrer lenkt das Auto zu schnell über ein tiefes Schlagloch oder streift ungewollt den Bordstein, schon können diverse Fahrwerkparameter verstellt sein. Symptome, die nun auftreten, bleiben von Autofahrern gerne unbeachtet oder werden auf die leichte Schulter genommen.

Werden diese Warnsignale ignoriert, wird es teuer

Das kann teure und teils auch gefährliche Folgen haben: Durch das falsch eingestellte Fahrwerk verschleißen Reifen und Radlager deutlich schneller. Ein typisches Anzeichen für eine veränderte Achsgeometrie sind deshalb auch einseitig abgefahrene Reifen. Schon vorher können sich Hinweise wie ein polterndes Fahrwerk, ein grelles Quietschen in der Kurve oder ein schief stehendes Lenkrad bemerkbar machen. Ist die Spur einseitig verstellt, zieht das Auto zudem nach links oder rechts.

Weitere Kosten entstehen dem Fahrzeughalter durch einen erhöhten Spritverbrauch. Zudem werden Radaufhängung, Federn und Stoßdämpfer stärker in Mitleidenschaft gezogen und müssen früher ersetzt werden.

Verstelltes Fahrgestell birgt Gefahren für den Fahrer

Gefährlich wird es, wenn der Missstand nicht behoben wird. "Eine falsche Spureinstellung kann zu verstärktem Unter- oder Übersteuern in Kurven führen", erklärt Patrick Pöppl von TÜV SÜD in München. Beim Untersteuern schiebt das Fahrzeug trotz eingeschlagener Lenkung nach außen, beim Übersteuern bricht das Heck leichter aus.

Zudem kann die Bremswirkung beeinträchtigt werden. Sind im Fahrzeug elektronische Assistenzsysteme verbaut erweitert sich die Liste der Unsicherheitsfaktoren zusätzlich. "Spurhalte- und Abstandsassistent sind beispielsweise auf die jeweilige Fahrwerkseinstellung kalibriert. Ändern sich die Parameter des Fahrwerks, können die elektronischen Assistenten ihre Aufgabe nicht mehr korrekt erfüllen", warnt der Fachmann vom TÜV SÜD.

Achsvermessung: Autofahrer müssen selbständig aktiv werden

Autofahrer sollten also auf Warnsignale achten und frühzeitig eine Werkstatt aufsuchen. Die Achsvermessung ist kein direkter Bestandteil der regelmäßigen Wartungsarbeiten an Autos. Fahrzeughalter müssen daher selbständig aktiv werden, um sich vor Kosten und Unfallgefahren zu schützen.

Eine Achsvermessung ist übrigens auch nach Änderungen am Fahrwerk nötig, so zum Beispiel:

  • Einbau von Tieferlegungsfedern
  • Einbau von anderen Stoßdämpfern
  • Reparatur der Lenkung
  • Montage von breiteren Reifen
  • Montage von größeren Leichtmetallrädern
  • Austausch von Querlenker
  • Austausch von Spurstange
  • Austausch von Spurstangenkopf
  • Austausch eines Stabilisators

Wie funktioniert die Achsvermessung?

Während bei Old- und Youngtimern noch eine optische Achsvermessung mit Spiegeln durchgeführt werden kann, kommen bei modernen Fahrzeugen nur noch elektronische Geräte zum Einsatz. Meist wird hier mit Laser sowie mit Sensoren an den Rädern gearbeitet. Die ermittelten Werte werden dann an einem Achsmesscomputer mit den Soll-Werten des jeweiligen Automobils abgeglichen. Eine Achsvermessung kann von jeder Werkstätte vorgenommen werden, die über entsprechendes Equipment verfügt. dhz

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