Betriebsführung -

Häufige Fehler von Unternehmensgründern Bei der Existenzgründung alles richtig machen

Mal eben ein Unternehmen gründen, das geht nicht. Es bedarf viel Vorbereitung, Zeit und Planung – Faktoren, die Gründer häufig unterschätzen. Was zu einer erfolgreichen Existenzgründung dazugehört.

Wer ein Unternehmen gründet braucht Zeit - und er braucht strapazierfähige Nerven. Denn bis alle Formalitäten erledigt sind und die eigentliche Arbeit beginnt, kann es schon mal dauern. Zugleich ist eine gute Vorbereitung der Unternehmensgründung enorm wichtig. Laut KfW-Bank wird fast jedes dritte Gründungsprojekt innerhalb der ersten drei Jahre beendet.

Nicht selten liegt das an der mangelnden Vorbereitung auf die Existenzgründung. "Der Schritt in die berufliche Selbstständigkeit hat weitreichende Konsequenzen. Er muss deshalb gut vorbereitet werden", sagt Franz Falk, Geschäftsführer Management und Technik der Handwerkskammer Region Stuttgart. Bei der Gründung seien sehr viele Gesetze und Regelungen zu beachten. "Häufig kennen Gründer wichtige Vorschriften nicht, oder sie haben keine Zeit, sich darum zu kümmern", weiß der Betriebsberater aus Erfahrung.

Aufgaben eines Unternehmers sind vielfältig

Die Formalitäten sind die eine Seite, über die man sich als Betriebsgründer informieren muss. Doch auch die persönlichen Eigenschaften entscheiden darüber, ob die Gründung zum Erfolg führt. Die eigene Qualifikation und die Persönlichkeit als Unternehmer spielen dafür eine große Rolle. "Je besser die Qualifikation, je größer die Berufserfahrung, je intensiver die Marktkenntnis, desto größer sind die Erfolgschancen", zählt Falk auf.

Die fünf häufigsten Fehler bei der Existenzgründung

  • Mangelnde Vorbereitung;
  • Unkenntnis von Reglungen;
  • Zu geringe Qualifikation und fehlende Unternehmereigenschaften;
  • Bei Partnergründungen: der falsche Partner;
  • Bei Betriebsübernahmen: Keine sorgfältige Prüfung des zu übernehmenden Betriebs und ein zu hoher Kaufpreis.

Um als Unternehmer erfolgreich zu sein, gehört zudem eine realistische Selbsteinschätzung dazu. Viele Gründer neigen laut Falk dazu, sich selbst zu überschätzen – vor allem die eigene Qualifikation und Stressresistenz. Auch der Absatzmarkt würde häufig zu groß eingeschätzt. Die Vielzahl der Aufgaben, die ein Selbstständiger erfüllen muss, unterschätzten hingegen viele. Denn als Betriebsinhaber ist man für alles selbst verantwortlich:

  • Kunden ansprechen;
  • Angebote ausarbeiten;
  • Mit Kunden verhandeln;
  • Sich selbst und die Mitarbeiter organisieren;
  • Entscheidungen treffen,
  • Vorgänge dokumentieren und  nachkalkulieren.

Erst Businessplan ausarbeiten, dann Standort wählen

Ein weiterer Faktor, der häufig unterschätzt wird, sei die Zeit: "Überstürzen Handwerker die Unternehmensgründung, müssen sie vieles während dem laufenden Betrieb erledigen – das erhöht den Stress zusätzlich", sagt Falk. Deshalb sollte man einen großen zeitlichen Puffer einplanen. Falk rät dazu, erst den Businessplan und das Investitionsvolumen festzulegen. "Denn wenn ein Standort gefunden ist, muss die Entscheidung zur Unternehmensgründung meist sehr schnell fallen", sagt der Berater.

Damit die Unternehmensgründung ein Erfolg wird braucht es laut Falk vor allem Folgendes:

  • Gute, intensive, rechtzeitige Vorbereitung – mindestens ein halbes Jahr bis ein Jahr;
  • Überdurchschnittliche Qualifikation – auch als Unternehmer;
  • Begleitung durch einen guten Berater;
  • Frühzeitige Suche von potenziellen Kunden und Mitarbeitern;
  • Leidenschaft, tolle Produkte und Leistungen zu erbringen und die Kunden zu begeistern;
  • Konsequenz in der Umsetzung der Geschäftsidee.

Wichtig ist es unter anderem, sich neben der handwerklichen Qualifikation auch ausreichend Markt- und Marketingkenntnisse anzueignen. Handwerker sollten schon vor der Gründung potenzielle Kunden über ihre Zufriedenheit mit dem angebotenen Produkt oder der Dienstleistung zu befragen. So können Kundenmeinungen noch rechtzeitig aufgenommen werden. Voraussetzung dafür ist es, seine Zielgruppe zu kennen – und sie gerade wegen des anfangs kleinen Budgets punktgenau zu treffen.

Die wichtigsten Meilensteine bei einer Gründung

  1. Informationen über alle wichtigen Aspekte einholen
  2. Unternehmenskonzept erarbeiten und die Planrechnung erstellen
  3. Konzept durch externe Berater überprüfen und gegebenenfalls überarbeiten lassen
  4. Kreditanträge stellen
  5. Miet-, Kauf-, Leasing-, und Arbeitsverträge unterschreiben
  6. Betriebseröffnung
  7. Überwachen der Betriebsentwicklung in den ersten Monaten und Jahren
Unterstützung bei der Gründung bieten beispielsweise die Handwerkskammern, oder Vereine wie die Gründungsengel und das Gründungs-Forum Alpha an. sch
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