WorldSkills - Weltmeisterschaft der Berufe -

Schreiner Manuel Chmiel im Interview "Bei Brasilien denke ich zuerst an die WorldSkills"

Manuel Chmiel geht bei den WorldSkills in Brasilien in einem der ältesten Handwerksberufe an den Start. Der Schreiner setzt sich für den Wettbewerb keine speziellen Vorgaben. Sein Ziel: "Spaß haben und neue Arbeitstechniken kennen lernen."

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets WorldSkills - Weltmeisterschaft der Berufe
Manuel Chmiel WorldSkills
Gut gelaunt: Schreiner Manuel Chmiel fährt voller Vorfreude zu den WorldSkills. -

Schreiner: einer der ältesten und traditionsreichsten Handwerksberufe überhaupt. Hauptaufgabe des Schreiners ist die Verarbeitung von Holz. Wurden die Werkstücke früher fast ausschließlich von Hand gefertigt, kommen heute in den Betrieben hochmoderne, computergesteuerte Maschinen zum Einsatz. Unterschieden wird in diesem traditionellen Handwerk zwischen zwei Fachrichtungen: Bau und Fenster oder Möbel und Innenausbau.

Manuel Chmiel hat sich für den Möbel und Innenausbau entschieden. Der 21-Jährige ist begeistert vom Werkstoff Holz und der Vielfalt, die dieser Rohstoff bietet. Im Gespräch mit der Deutschen Handwerks Zeitung erzählt der Schreiner aus Kaufbeuren über seine Ziele bei den WorldSkills und die Faszination an seinem traditionellen Beruf.

Deutsche Handwerks Zeitung:  Warum sind Sie Schreiner geworden? 
Manuel Chmiel: Eigentlich heißt es Tischler, aber wir sind ja in Bayern, da sagt man Schreiner (lacht). Das war damals die erste Zusage auf meine Bewerbungen. Aber, dass mir das Arbeiten mit Holz viel Freude bereitet, wusste ich schon früher. Ich habe bereits mit drei Jahren angefangen im Keller bei uns zu werkeln.  

"Mit Eichenholz geht alles"

DHZ:  Was fasziniert Sie am meisten an Ihrem Beruf? 
Chmiel: Die Vielfalt des Werkstoffes Holz. Das heißt, es ist interessant, wie viel man aus dem gleichen Holz alles machen kann. Beispielsweise Eichenholz: Damit geht alles,  von Fenstern und Haustüren über Möbel bis hin zu Bahnschwellen. Was ich auch super finde ist die geforderte Kreativität und das Lösen von Problemen, die sich immer wieder Stellen. Jedes Möbel ist ein Einzelstück und bringt neue Herausforderungen mit sich. Außerdem ist jeder Auftrag einzigartig, da jeder Kunde etwas Individuelles möchte.

DHZ:  Wie bereiten Sie sich auf Ihren Wettbewerb in Sao Paulo vor?
Chmiel: Ich hatte seit Januar insgesamt sechs Trainingswochen bei meinem "Bundestrainer" Florian Langenmair in Augsburg. Hier haben wir an Stücken der Vorjahre geübt und neue Techniken ausprobiert. Außerdem haben wir andere Herangehensweisen gesucht und Schnelligkeit sowie handwerkliches Geschick trainiert. In der Zeit dazwischen übe ich täglich noch drei Stunden in meinem Betrieb. Am Wochenende oft mehr.

"Dabei sein ist alles"

DHZ:  Was ist Ihr Ziel für die WorldSkills?  
Chmiel: Ich will Spaß haben, neue Leute und Arbeitsweisen kennenlernen und mit meiner Leistung zufrieden sein. Das bedeutet für mich zu wissen, dass ich alles gegeben habe was ich konnte. Ob das dann für eine Medaille reicht werden wir sehen. Aber dabei sein ist doch alles.

DHZ:  Was fällt Ihnen spontan ein, wenn Sie an Brasilien denken? 
Chmiel: Bei Brasilien denke ich natürlich zuerst an die WorldSkills, das ich dort "leider" keinen Urlaub mache und das es ziemlich groß ist.

Erste Reise außerhalb Europas

DHZ:  Ist Brasilien Ihre bislang weiteste Reise? 
Chmiel: Es ist überhaupt die erste Reise bei der ich Fliege. Auch das erste Mal, dass ich den Europäischen Kontinent verlasse. Ich bin schon sehr gespannt.

DHZ:  Hätten Sie gedacht, dass Sie Ihr Beruf so weit um die Welt bringt? 
Chmiel: Ein klares Nein. Ich wusste schon, dass Schreiner oft auch auf Montage ins Ausland fahren. Aber nicht auf einen internationalen Wettbewerb ans andere Ende der Welt. end

Mehr Interviews mit den Teilnehmern finden Sie auf dem DHZ-Themenpaket rund um die WorldSkills 2015.

Weitere Infos zu den einzelnen Berufen, den Wettbewerben und den Teilnehmern gibt es direkt auf der deutschen WorldSkills Seite. 

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