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Blick in die Branche Bedrohte Existenzen: Verbände fordern Corona-Hilfen für Brauer

Die Verbände der deutschen Brauwirtschaft fürchten aufgrund der Corona-Pandemie um den Fortbestand zahlreicher Brauereien und fordern Hilfe vom Staat.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

Die Verbände der deutschen Brauwirtschaft haben eine bittere Bilanz für das laufende Geschäftsjahr gezogen. "Den ersten Gastro-Lockdown konnten die handwerklichen und mittelständischen Brauereien dank finanzieller Rücklagen zumeist noch überstehen, der zweite Lockdown aber bringt jetzt viele Betriebe an die Grenzen ihrer Existenz", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des Deutschen Brauer-Bundes (DBB) und des Verbands der Privaten Brauereien Deutschland (VPB) vom 1. Dezember 2020.

Katastrophales Jahr für viele Brauereien

"Blicken wir zurück auf dieses katastrophale Jahr, waren Gaststätten und Hotels, Kneipen, Bars und Clubs über vier Monate komplett geschlossen", betonen die Präsidenten der Verbände, Jörg Lehmann vom DBB und Detlef Projahn vom VBP. "Zwischen Mai und Oktober lief das Geschäft, wenn überhaupt, nur mit deutlich reduziertem Umsatz. Größere Veranstaltungen, Feste, Festivals oder Feiern fanden über neun Monate überhaupt nicht statt."

Die Verbände sehen den Fortbestand zahlreicher Brauereien akut gefährdet. Es sei zudem nicht absehbar, wann Lockdown und Veranstaltungsverbote aufgehoben werden. "Wir haben Verständnis, dass Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, die für die gesamte Gesellschaft eine sehr ernsthafte Bedrohung darstellt, durchgesetzt werden müssen", so die Verbandspräsidenten. "Von diesen Maßnahmen besonders betroffene Branchen wie die Brauwirtschaft benötigen dann allerdings zielgerichtete finanzielle Unterstützung zur Existenzsicherung, die bislang fehlt."

Zulieferer bei Corona-Hilfen nicht ausreichend berücksichtigt

Zulieferer, die auf Gastgewerbe und Veranstaltungen angewiesen sind, würden derzeit weitgehend unter den Tisch fallen, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Für viele Brauereien sei der Anteil an den Umsätzen von Fassbier, alkoholfreien Bieren und anderen Getränken, den sie über den Vertriebsweg Gastronomie tätigen, jedoch unersetzbar und überlebenswichtig. Je nach Ausrichtung des Betriebs sollen diese bei mittelständischen, regionalen Brauereien bis zu 100 Prozent des Gesamtumsatzes betragen.

Oft werde auch übersehen, dass viele Brauereien Verpächter von Gaststätten sind. Durch den Ausfall oder den Erlass von Pachten seien zusätzlich Millioneneinbußen entstanden. Die Verbände der Brauwirtschaft fordern deshalb dringend k urzfristige Wirtschaftshilfen, etwa in Form von finanziellen Zuschüssen. So könnten die Betriebe die finanziellen Ausfälle aus dem Gastronomiegeschäft zumindest teilweise kompensieren und damit Betriebsschließungen abwenden. Bisher hätten viele der betroffenen Betriebe die bestehenden Hilfsmaßnahmen aufgrund der Fördervoraussetzungen nicht beanspruchen können. "Was diese Betriebe jetzt dringend brauchen, sind faire Überbrückungshilfe n für eine klare Zukunftsperspektive", heißt es in der Erklärung. ew/mit Inhalten von dpa

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