Bayerischer Handwerkstag -

Aus- und Weiterbildung Bayern fördert Azubis

Die Allianz für starke Berufsbildung in Bayern hat die zweite „Woche der Aus- und Weiterbildung“ ausgerichtet.

Vom Ende Februar bis Anfang März fanden insgesamt 300 Veranstaltungen im gesamten Freistaat statt. Ziel war, Jugendliche und deren Eltern über die Vielfalt einer beruflichen Aus- und Weiterbildung zu informieren. Dafür öffneten Berufs- schulen und Bildungsstätten ihre Tore, Betriebe und Kammern veranstalteten Schnuppertage.

Zahlreiche Veranstaltungen und Ausbildungsmessen informierten über die verschiedenen Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung in Bayern. Den zentralen Auftakt mit Wirtschaftsministerin Ilse Aigner bildete eine Veranstaltung in der Berufsschule 1 in Rosenheim.

Ausbildung ist hervorragender Einstieg ins Berufsleben

„Die berufliche Bildung bietet jungen Menschen einen hervorragenden Einstieg ins Arbeitsleben. Wer einen Beruf von Grund auf lernt und sich kontinuierlich weiterbildet, ist auf die Zukunft bestens vorbereitet. Insofern ist eine betriebliche Ausbildung absolut gleichwertig zu einer akademischen“, betonte Wirtschaftsministerin Aigner.

Sie verwies auch auf die wirtschaftspolitische Dimension der Aus- und Weiterbildung: „Schon jetzt fehlen den Unternehmen berufliche Fachkräfte. Um den Bedarf in Zukunft zu decken, müssen wir heute in die Attraktivität der Aus- und Weiterbildung investieren und intensiv dafür werben.“ Arbeitsministerin Emilia Müller ergänzte: „Bayern bietet die besten Chancen auf einen guten Start ins Berufsleben. Wir unterstützen Unternehmen, die auch leistungsschwächeren Jugendlichen eine Chance geben, mit 4.400 Euro.“

Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle sagte: „Nur ein Land, das Spitzen-Fachkräfte auf den verschiedensten Qualifikationsebenen hat, ist national und international erfolgreich und kann den hohen wirtschaftlichen und sozialen Standard wie in Bayern und Deutschland sichern.“

Franz Xaver Peteranderl, Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), lobte die Vorteile der Lehre: „Jede duale Ausbildung bereitet auf einen Beruf vor. Die Lehrinhalte sind einheitlich geregelt, die Gesellen können nach der Lehre in jedem Betrieb aus dem entsprechenden Gewerk arbeiten.“

Gesellen können in jedem Betrieb arbeiten

Auch mit Blick auf hohe Zahl an Studierenden fügte der BHT-Präsident hinzu: „Viele Hochschulstudiengänge sind so eigenwillig strukturiert, dass die Studierenden nicht wissen, welche Tätigkeit sie mit ihrem Abschluss eigentlich ausüben können. Dagegen ist die Berufsausbildung ein prima Fundament. Mit ihr stehen alle Wege offen: Man kann als Fachkraft arbeiten oder sich zum Meister weiterbilden und ein eigenes Unternehmen gründen bzw. ein bestehendes übernehmen.“ Peteranderl erinnerte daran, dass in den nächsten Jahren etwa 23.000 Handwerksbetriebe in Bayern eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger suchen. Das sei die Chance für beruflich Qualifizierte.

Der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Handwerkstages, Dr. Frank Hüpers, ging auf die Notwendigkeit ein, weiterhin viele junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk zu gewinnen: „Wer heute noch ein Lehrling ist, arbeitet morgen schon als Fachkraft, gründet übermorgen ein Unternehmen und bildet dann selbst Lehrlinge aus.“ Bei der Überlegung, was nach dem Schulabschluss folge, gelte es, alle Optionen zu berücksichtigen, so Hüpers: „Ganz gleich, welche Schulart man vorher besucht hat.“

Ausbildungszahlen steigen, Schulabschlüsse auch

Hüpers verwies in diesem Zusammenhang auf die Kampagne „Elternstolz“, die gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium und den bayerischen IHKs initiiert wurde: „Die Ausbildungszahlen steigen, immer mehr unserer Lehrlinge haben Mittlere Reife oder Abitur.“

Jugendliche können beispielsweise unter www.lehrlinge-fuer-bayern.de herausfinden, welcher Ausbildungsberuf am besten zu ihnen passt. Doch BHT-Präsident Peteranderl erinnert daran, dass nur ein Praktikum einen richtigen Einblick in den Beruf und den Betrieb vermitteln könne: „Das echte Leben findet nicht online statt.“

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten