Sächsischer Handwerkstag -

Creditreform: Dünne Eigenkapitaldecke im Osthandwerk Baugewerbe fehlt starkes finanzielles Fundament

Den Aufschwung nach dem Ende der Wirtschaftskrise haben ostdeutsche Handwerksbetriebe bislang nicht dafür nutzen können, um spürbar mehr Eigenkapital anzuhäufen.

Wie aus der aktuellen Erhebung der Creditreform Wirtschaftsforschung, Neuss, hervorgeht, verfügen aktuell 41,2 Prozent (2012: 41,4/2011: 37,2) der Ost-Handwerksunternehmen über eine e-her existenzgefährdende Eigenkapitalquote von unter zehn Prozent. Lediglich 15,5 Prozent der Betriebe (2012: 15,9/2011: 12,0) weisen ein an der Bilanzsumme gemessenes Eigenkapital von mehr als 30 Prozent aus.

Wie Creditreform-Vorstand Helmut Rödl am 7. März 2013 in München im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse erläuterte, prägen das Bild des eher eigenkapitalschwachen Wirtschaftsbereichs Handwerk sowohl in Ost als auch in West „zu großen Teilen“ Betriebe des Bauhaupt- sowie des Ausbaugewerbes. Hier sei die Zahl der Unternehmen mit einer Eigenkapitalquote von unter zehn Prozent überdurchschnittlich hoch.

Fürs Handwerk hilfreich wäre es daher, so Rödl, wenn den vielfach als Personengesellschaften firmierenden Unternehmen ein stärkerer steuerlicher Anreiz zum Aufbau von Eigenkapital und Rücklagen geboten würde. Dies könnte etwa durch eine steuerliche Begünstigung thesaurierter Gewinne geschehen.

In der Interpretation der Eigenkapital-quote spielt vor allem der Schwellenwert von zehn Prozent eine Rolle. Firmen, deren  Eigenkapitalvermögen gemessen an der Bilanzsumme unter diesem Wert liegen, gelten als stark anfällig für Finanzierungsprobleme. Von guter Kapitalisierung dagegen kann gesprochen werden, wenn ein mittelständisches Unternehmen eine Eigenkapitalquote von 30 Prozent plus aufweist.

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