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Jahresprognose 2015 Baubranche setzt auf privaten Wohnungsbau

Wohnungsbau, Wirtschaftsbau und öffentlicher Bau – nicht in allen Sparten rechnet die Baubranche für 2015 mit einem Aufschwung. Impulse kommen hauptsächlich vom privaten Wohnungsbau. Die Prognose bleibt zwar positiv, doch das Tempo gibt nach.

Eigentlich könnte die Baubranche jubeln. Sie strebt in diesem Jahr den höchsten Umsatz seit 15 Jahren an. Die Präsidenten des Hauptverbandes des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB), Hans-Hartwig Loewenstein, und der Deutschen Bauindustrie, Thomas Bauer, erwarten für 2015 ein nominales Wachstum der baugewerblichen Umsätze von zwei Prozent auf 101 Milliarden Euro und würden damit die 100-Milliar-den-Marke erstmalig seit 2000 wieder überschreiten.

Triebfeder Wohnungsbau

Dennoch ist die Branche nicht euphorisch. „Der Wachstumstrend bleibt intakt, wenngleich das Tempo nachgibt“, hieß es am Mittwoch auf der gemeinsamen Jahrsauftaktpressekonferenz in Berlin. Triebfeder bleibt dabei der Wohnungsbau. Das Umfeld für Investitionen in diesem Bereich bleibt den Prognosen zufolge auch 2015 stabil.  Es gebe eine anhaltend hohe Zuwanderung nach Deutschland, steigende Realeinkommen, ein historisch niedriges Hypothekenniveau und minimale Renditen auf sichere Kapitalanlagen, sagte Loewenstein.

Bauprognose 2015
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Rund 250.000 Wohneinheiten werden 2015 voraussichtlich bundesweit fertiggestellt. Doch es besteht weiterhin Potenzial, da damit erst das Niveau erreicht werde, um den aktuellen Bedarf zu decken. Die Defizite aus den Vorjahren seien damit noch nicht aufgeholt. Der Umsatz des Bauhauptgewerbes in dieser Sparte wird laut ZDB im laufenden Jahr um 3,0 Prozent auf 36,8 Milliarden Euro steigen.

Öffentliche Hand investiert zu wenig

Schwächer fallen die Erwartungen für Bauprojekte von Unternehmen und für den öffentlichen Bausektor und im Wirtschaftsbau aus. Für den öffentlichen Bau befürchten die Verbände, dass die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte erneut zu Lasten von Investitionen geht. Sparen statt neuer Ausgaben steht auf der Tagesordnung. Schon jetzt sei absehbar, dass die Ausgaben des Bundes für Baumaßnahmen um 140 Millionen Euro bzw. 2,0 Prozent unter dem Vorjahresergebnis liegen. Der ZDB rechnet beim öffentlichen Bau nur mit einem mageren Umsatzplus von lediglich 1,0 Prozent auf 28 Milliarden Euro.

Für die Privatwirtschaft erwartet die Branche eine Umsatzsteigerung um 1,5 Prozent auf 36,3 Milliarden Euro. „Für die Entwicklung im Wirtschaftsbau wird es entscheidend darauf ankommen, wie sich die Gesamtwirtschaft entwickelt“, sagte Bauer. Die anhaltend niedrigen Ölpreise könnten für einen kleinen Konjunkturschub sorgen. Dann könnte die Entwicklung im Wirtschaftsbau dynamischer verlaufen, als es sich derzeit abzeichnet. dhz

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