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Bis zu 0,70 Cent pro Zahlungsvorgang Bargeldloses Zahlen: Fast jede zweite Bank kassiert Gebühren

In der Corona-Krise werbe viele Banken und Sparkassen mit bargeldlosem Zahlen per Giro- oder Kreditkarte. Doch laut einer Auswertung des Verbraucherportals biallo.de verlangt fast jede zweite Bank dafür Gebühren – ohne, dass viele Kunden darüber Bescheid wissen dürften. Für einige kann das teuer werden.

Die Bereitschaft, mit der Giro- oder Kreditkarte zu zahlen, dürfte in der Corona-Krise stark gestiegen sein: Nicht nur findet sich an den Kassen vieler Geschäfte derzeit die Aufforderung, bitte kontaktlos statt mit Bargeld zu zahlen. Auch viele Banken und Sparkassen sprechen sich während der Corona-Krise für bargeldloses Bezahlen aus. Eine Auswertung von biallo.de zeigt jedoch, dass viele Geldinstitute pro Zahlungsvorgang hohe Gebühren verlangen. Da aber nicht alle Banken transparent über die Gebühren aufklären, sind viele Kunden unwissend, berichtet das Verbraucherportal. Für sie kann es bei der Quartalsabrechnung teuer werden; vor allem, wenn sie in der Corona-Krise häufiger mit der Karte bezahlt haben.

Banken kommunizieren Gebühren nicht transparent

Die Auswertung zeigt, dass von 820 untersuchten Banken 401 Gebühren verlangen – das ist fast jede zweite. Betroffen seien vor allem Kunden, die sich für ein kostengünstiges "Klassik", Online- oder Basiskonto entschieden haben: Gebühren von 0,70 Cent pro Bezahlungsvorgang seien möglich. Diesen Betrag nehme etwa die Niederrheinische Sparkasse Rhein-Lippe beim Kontomodell "Giro Nispa Klassik". Aber auch einige große Sparkassen und VR-Banken sollen versteckte Gebühren einziehen – etwa diejenigen in München, Frankfurt sowie Köln/Bonn.

"Statt ehrlich und offen die Entgelte für Kartenzahlungen konkret zu nennen, werden diese im Preisverzeichnis regelmäßig unter Buchungsposten versteckt", heißt es in einem Zitat von Niels Nauhauser, Bankenexperten der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, auf biallo.de. Das Finanzportal berichtet, dass viele Geldhäuser nicht transparent über die Gebühren informieren: weder auf ihren Internetseiten noch in den Entgeltinformationen. Erst auf Nachfrage klärten die befragten Geldinstitute über die anfallenden Gebühren auf.

Geldinstitute verdienen hohe Summen

Nachgerechnet hat biallo.de im Fall der Hamburger Sparkasse. Hier nutze zwar nur eine Minderheit der Kunden das Kontomodell "Klassik", bei dem für jede Zahlung über die Girokarte 0,50 Cent berechnet werden. Trotzdem belaufe sich die Zahl der Kunden mit solch einem Kontomodell immer noch auf 180.000. Gehe man von zwei Zahlungsvorgängen pro Tag aus, mache das für die Bank eine Gesamtsumme von gut 40 Millionen Euro am Jahresende.

Trotz der hohen Zahl an Sparkassen und VR-Banken, die Gebühr kassieren, zeigt die Untersuchung aber auch: 419 der insgesamt 820 ausgewerteten Geldinstitute nehmen keine Gebühren. Welche Banken die höchsten Gebühren einziehen, hat biallo.de in einer Übersicht der Bundesländer zusammengefasst. ew

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