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Es soll Ausnahmen für Wirtschaftsfahrzeuge geben Barbara Hendricks verteidigt blaue Plakette

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks verteidigt die blaue Plakette, möchte aber Handwerker nicht aus den Innenstädten verbannen. Für 2017 plant sie außerdem eine zusätzliche Förderung des sozialen Wohnungsbaus.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat die blaue Plakette gegen Kritik aus der Wirtschaft verteidigt. Es sei klar, "dass wir etwas gegen die hohen Stickstoffkonzentrationen in den Städten tun müssen“, sagte die Politikerin im Interview mit der Deutschen Handwerks Zeitung. Für Wirtschaftsfahrzeuge solle es aber Übergangs- und Ausnahmeregeln geben. "Wir wollen Handwerker nicht aus den Städten verbannen.“

Nach Ansicht der Ministerin sei die Sperrung kleinräumiger Zonen in Innenstädten in den kommenden Jahren auch für die Wirtschaft verkraftbar, weil es "deutlich mehr kleine und bezahlbare Elektro-Nutzfahrzeuge geben wird – vielleicht noch nicht in drei Jahren, aber in absehbarer Zeit“.

Diesel bei vielen Maschinen Standard

Mit einer blauen Plakette für Autos sollen die Stickoxid-Werte gesenkt werden. Die Umweltplakette soll künftig Fahrzeuge mit geringem Schadstoff-Ausstoß kennzeichnen. In Stadtbezirken mit schlechter Luft sollen nach dem Willen der Umweltminister nur noch Autos mit blauer Plakette fahren dürfen. Handwerker werten das als Einfahrverbot in die Innenstädte. Sie befürchten, dass sie ihre Dieseltransporter in Innenstädten dann nicht mehr nutzen können.

Viele selbstfahrende Arbeitsmaschinen wie Bagger oder Krane gibt es nur als dieselgetriebene Fahrzeuge.

500 Millionen Euro für den sozialen Wohnungsbau

Die Umwelt- und Bauministerin kündigte an, den sozialen Wohnungsbau voranzutreiben. Ab 2017 bekämen die Länder dafür zusätzlich 500 Millionen Euro. "Dafür können rund 80.000 Sozialwohnungen im Jahr gebaut werden.“

Hendricks sprach sich dafür aus, in Ballungsräumen mit Grundstückmangel Baulücken zu schließen und Geschosswohnungsbauten der 1960er- bis 1980er-Jahre aufzustocken. „Das hätte außerdem noch den Charme, dass Aufzüge angebaut würden und die Menschen, die oft schon seit Jahrzehnten dort leben, länger in ihren Wohnungen bleiben könnten.“ dhz

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