Konstanz -

Freisprechung Bahn frei für den Nachwuchs

Das Handwerk der Region feiert insgesamt 941 neue Gesellinnen und Gesellen.

Viele Gratulanten auf der Bühne und jede Menge Publikum im Saal: Unter dem Beifall ihrer Freunde, Familien, Ausbilder und mit lobenden Worten von Vertretern aus Politik und Wirtschaft wurden jetzt in allen fünf Landkreisen des Kammerbezirks Konstanz insgesamt 941 Auszubildende freigesprochen.

Gerüstet für komplexe Welt

Die Talwiesenhalle in Rielasingen war mit rund 450 Gästen proppenvoll, um bei der Freisprechung der Kreishandwerkerschaft Westlicher Bodensee die 194 neuen Fachkräfte aus 22 Handwerksberufen zu feiern. „Das Handwerk boomt, hat Zukunft und entwickelt sich in allen Gewerken weiter“, betonte Kreishandwerksmeister Hansjörg Blender. Festredner Marian Schreier, Bürgermeister von Tengen, bezeichnete es als größte Stärke des Handwerks, den Gegensatz zwischen Digitalisierung und gleichbleibend gutem handwerklichen Können zu meistern. „Es hängt an uns, ob aus Veränderung Fortschritt wird“, so Schreier.

Auch Gotthard Reiner, Präsident der Handwerkskammer Konstanz, ging auf die gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks ein. Neben der Vermittlung handwerklichen Könnens hätten die Gesellinnen und Gesellen in der Ausbildung auch gelernt, gesellschaftliche Strömungen zu erkennen und zu bewerten. Damit könnten sie in der komplexer werdenden Welt gut zurechtkommen und in den Betrieben Verantwortung übernehmen.

217 junge Gesellinnen und Gesellen aus 27 Berufen feierten bei der Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Tuttlingen den Abschluss ihrer Lehrzeit. Weit über 500 Besucher, darunter viele Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, waren der Einladung in die Stadthalle in Spaichingen gefolgt. „Es sind die Menschen, die das Handwerk erfolgreich machen“, zitierte Kreishandwerksmeister Armin Schumacher aus der bundesweiten Imagekampagne. Die Azubis von heute seien die Fachkräfte von morgen und somit das Fundament für die Zukunft des Handwerks.

Qualität überall gefragt

Von den Erlebnissen auf seiner Walz berichtete Zimmergeselle Janosch Heinath im Interview mit Kurt Scherfer, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Tuttlingen. In dreieinhalb Jahren führte die traditionsreiche Wanderschaft den Tuninger von Skandinavien bis nach Hongkong und auf die Philippinen.

Von weit her war auch Beton- und Stahlbetonbauer Gerhard Sachse angereist, um bei der Feier der Kreishandwerkerschaft Rottweil in der ehemaligen Klosterkirche in Oberndorf seine Auszeichnung als Kammersieger in Empfang zu nehmen. Der gebürtige Namibier ist nach der Ausbildung bei der Rottweiler Bauunternehmung Gebrüder Stumpp nämlich wieder in seine Heimat zurückgekehrt und baut dort Ferienhäuser „in deutscher Qualität“, wie er berichtete.

Er und 106 weitere Nachwuchshandwerkerinnen und -handwerker aus 34 Gewerken wurden von Handwerkskammerpräsident Gotthard Reiner feierlich freigesprochen und nahmen die Glückwünsche des Rottweiler Kreishandwerksmeisters Andreas Frank sowie zahlreicher weiterer Redner entgegen.

In der Neuen Tonhalle Villingen standen 145 junge Gesellinnen und Gesellen aus 23 Berufen im Mittelpunkt der Feier der Kreishandwer­kerschaft Schwarzwald-Baar-Kreis. Die meisten Abschlüsse wurden in diesem Jahr im Elektroniker-Handwerk mit 30 erfolgreichen Prüfungen erreicht, gefolgt vom Zimmerer-Handwerk mit 28 neuen Gesellen.

Digital Natives haben Chancen

Georg Hiltner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Konstanz, ermutigte die Junggesellen, die vielen Möglichkeiten zu nutzen und auch ihr digitales Knowhow in die Betriebe einzubringen. Der Wirtschaftsbereich Handwerk biete sichere Arbeitsplätze und vielfältige Aufstiegsmöglichkeiten bis hin zum Schritt in die Selbständigkeit. Hiltner verwies auf die mehr als 6.000 Betriebe, die in den nächsten zehn Jahren zur Übergabe anstünden: „Die Chancen sind da, Sie brauchen nur zuzugreifen“, so sein Appell.

Erfolg des dualen Systems

278 Gesellinnen und Gesellen aus 28 Handwerksberufen konnte Thomas Kaiser, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Waldshut, im Rahmen einer Feierstunde in der Tiengener Stadthalle freisprechen. „Mit Ihrer Ausbildung haben Sie ein starkes Fundament für Ihre berufliche Zukunft geschaffen“, wandte er sich an die jungen Handwerker und hob das hohe Niveau der dualen Ausbildung im deutschen Handwerk hervor.

Auch Handwerkskammerpräsident Gotthard Reiner war zur Freisprechungsfeier nach Tiengen gekommen und gratulierte den frischgebackenen Gesellen: „Wir haben allen Grund, stolz auf Sie zu sein. Wie es beruflich für Sie weitergeht, haben Sie selbst in der Hand. Es stehen Ihnen viele Möglichkeiten offen.

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