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Dresdner Bäckermeister feiert zu Ehren von Queen Elisabeth Bäcker Rüdiger Zopp mag es "very British“

Ein englisches Taxi und eine rote Telefonzelle hat er schon. Zum 90. Geburtstag der Queen am 21. April 2016 hat Bäckermeister Rüdiger Zopp sogar die britische Flagge gehisst. Obwohl er noch nie in England war, hat er ein besonderes Verhältnis zur Insel.

Bäckermeister Rüdiger Zopp aus Dresden hat ein besonderes Hobby: Er sammelt ausgefallene Souvenirs aus England. Mit zahlreichen Marketingaktionen macht er dabei immer wieder auf sich aufmerksam.

Seine neueste Idee zu Ehren der britischen Queen hat er sich für ihren Geburtstag ausgedacht. Zum 90. Geburtstag ihrer Majestät hat er seinen Laden mit englischen Deko-Artikeln geschmückt und vor der Bäckerei den Union Jack gehisst.

Post aus dem Buckingham Palace

Nur wenige Wochen zuvor hatte er sogar einen Brief von Queen Elisabeth II erhalten. Der Bäckermeister hatte ihr im November 2015 ein Päckchen mit einem selbst kreierten Whisky-Stollen geschickt. In dem Antwortbrief mit dem königlichen Stempel bedankt sich eine Sprecherin der Queen für das tolle Gebäck.

Leider durfte Elisabeth aus Sicherheitsgründen das Gebäck nicht probieren, heißt es in dem Brief, aber sie habe sich darüber gefreut. Das Schreiben hängt nun eingerahmt in Zopps Bäckerladen, der ältesten Backstube Dresdens. Sie wurde bereits 1447 gegründet.

Dresdner „Rennsemmel-Taxi“

Angefangen mit seinen verrückten Aktionen hat Zopp 2013. Damals wollte er mit einer neuen Marketingaktion unter dem Motto „Dresdner Rennsemmel“ auf seinen Bäckerladen aufmerksam machen. Durch Zufall entdeckte er online ein altes englisches Taxi und kaufte es. Seitdem fährt er für besondere Veranstaltungen stets mit dem Wagen vor und trägt dabei sein „britisches Outfit“: eine weiße Jacke, eine Melone, eine Weste mit der britischen Flagge und weiße Handschuhe.

In Dresden fällt er damit immer wieder auf. Bei einer seiner Fahrten wurde er schon von der Polizei angehalten. "Aber die waren nur neugierig und wollten wissen, was das für ein Auto ist. Ein Fahrzeug mit dem Lenkrad auf der rechten Seite sieht man hier nicht oft", sagt Zopp.

Alleinstellungsmerkmal geschaffen

Obwohl er noch nie in England war, haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Souvenirs von der Insel zu seiner Sammlung gesellt: eine rote Telefonzelle, eine Wackelfigur der Queen und einige britische Pfund – falls er doch einmal dorthin fliegt. Seine Kunden kennen seine verrückte Sammlung längst und schenken ihm immer wieder neue Stücke. "Letztens kam eine Kundin vorbei und brachte mir gleich drei englische Puppen. Sie konnte sie zuhause nicht mehr gebrauchen. Ich habe mich sehr darüber gefreut und sie gleich als Deko im Laden ausgestellt", erzählt Zopp.

Mit seinen Marketingstrategien hat er ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Das sei wichtig für ihn, damit das Geschäft gut läuft. "Wer zu mir will, läuft an mindestens zwei anderen Bäckereien vorbei. Da muss ich auffallen, um nicht unter zu gehen", sagt der Bäckermeister. Deshalb ist er immer wieder auf der Suche nach neuen Inspirationen.

Auch für den bald anstehenden Abschied seines Taxis hat er sich etwas einfallen lassen. "Der TÜV hat meinem Wagen beim Tachostand von 600.000 Kilometern kein grünes Licht mehr gegeben. Deshalb wird es im Mai bei einem Dorffest feierlich verabschiedet", sagt Zopp. Traurig sei er darüber, aber immerhin habe er schon ein neues Auto in Aussicht, wieder ein schwarzes englisches Taxi.

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