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Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber Azubi mit Kind: Das gilt im Krankheitsfall

Normalerweise steht Arbeitnehmern, die ein krankes Kind betreuen müssen, eine bezahlte Freistellung von bis zu zehn Tagen pro Jahr zu. Bei Auszubildenden mit Kind gelten jedoch andere Regelungen. Sie haben Anspruch auf eine längere Lohnfortzahlung – und zwar bis zu sechs Wochen lang.

Arbeitgeber sind zur Freistellung der Mitarbeiters verpflichtet, die ein krankes Kind zuhause betreuen müssen und deshalb nicht zur Arbeit kommen können. Wenn weder der Arbeitsvertrag noch ein gültiger Tarifvertrag eine entsprechende Ausschlussklausel enthält, zahlt der Arbeitgeber in dieser Zeit das Gehalt weiter. Ist der Anspruch ausgeschlossen, zahlt die Krankenkasse an den daheim gebliebenen Elternteil ein Krankengeld.

So hat jeder Elternteil pro Kalenderjahr für jedes Kind bis zu zehn Arbeitstage, bei Alleinerziehenden 20 Arbeitstage, Anspruch auf eine bezahlte Freistellung von der Arbeit. Die maximale Dauer einer solchen Freistellung beträgt 25 Arbeitstage, bei Alleinerziehenden 50 Arbeitstage. Wird in dieser Zeit ein Krankengeld von der Krankenkasse bezahlt, beträgt dieses rund 80 Prozent des Netto-Lohns.

Ärztliches Attest nötig

Müssen Azubis wegen einer Erkrankung ihres Kindes zu Hause bleiben, können sie vom Arbeitgeber jedoch eine längere Lohnfortzahlung verlangen. Sie haben Anspruch auf eine bezahlte Freistellung bis zu sechs Wochen. Damit können Azubis mit krankem Kind deutlich länger bezahlt zu Hause bleiben als andere Beschäftigte.

Der Unterschied ergibt sich daraus, dass für Azubis das Berufsbildungsgesetz und für regulär Beschäftigte das Lohnfortzahlungsgesetz in Kombination mit dem Sozialgesetzbuch gilt. Diesen Anspruch können Sie vertraglich nicht ausschließen.

Wenn vereinbart ist, dass die Krankenkasse in einem solchen Fall ein Krankengeld bezahlt, müssen trotzdem weitere Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Es muss eine ärztliche Bescheinigung vorliegen, die bestätigt, dass der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege des erkrankten Kindes der Arbeit fernbleiben muss.
  • Um das Kinderkrankengeld zu bekommen, muss das Kind unter zwölf Jahre alt oder auf besondere Hilfe angewiesen sein.
  • Außerdem darf es keine andere im Haushalt lebende Person geben, die die Pflege des Kindes übernehmen kann.
dhz

Der Beitrag wurde am 30. Januar 2017 aktualisiert.

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