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Auslandspraktika für Gesellen in der Toskana Arbeiten, wo andere Urlaub machen

Viele Schüler und Berufseinsteiger träumen davon, im Ausland Erfahrungen zu sammeln. Dass man dafür nicht unbedingt studieren muss, zeigt das Volterra-Projekt der Handwerkskammer Region Stuttgart. Jedes Jahr leben und arbeiten 16 junge Gesellinnen und Gesellen für drei Monate in der Toskana.

Jedes Jahr macht sich Anfang Januar ein Tross junger Handwerker aus der Region Stuttgart auf den Weg über den Brenner in Richtung Italien. Im Rahmen des EU-Mobilitätsprojekts "Erasmus+" leben und arbeiten 16 Gesellinnen und Gesellen für drei Monate in Volterra. Sie setzen ihre in der Ausbildung erlernten Fähigkeiten unter neuen Bedingungen ein. "Die Jugendlichen lernen neben einer neuen Sprache vor allem landestypische Arbeitsweisen und Techniken kennen", betont Volker Süssmuth, der das Projekt bei der Handwerkskammer Region Stuttgart betreut.

Die Vorbereitungen beginnen bereits in Deutschland 

Der erste Monat steht dabei ganz im Zeichen des Erlernes der italienischen Sprache und dem Kennenlernen der toskanischen Kultur. In einem Intensivkurs vor Ort lernen die Teilnehmer mit zwei Sprachlehrerinnen die wichtigsten Grundlagen, um sich in den Betrieben und auf den Baustellen auch verständigen zu können. Meist nachmittags und am Wochenende stehen geführte Ausflüge auf dem Programm, um auch die historische Umgebung kennenzulernen. So reisen die Teilnehmer zum Beispiel jedes Jahr einmal nach Vinci. Dort besichtigen sie das Geburtshaus Leonardo da Vincis und im Anschluss das Museum, das ihm gewidmet ist. Aber auch Ausflüge in Kupferminen, Geothermieanlagen oder ein Piaggio-Museum gehören zum Ablauf.

Ab dem zweiten Monat stürzen sich die Teilnehmer dann in die Arbeit. Volterra selbst hat eine lange handwerkliche Tradition und ist Zentrum der Alabaster-Verarbeitung. Für Junghandwerker aus dem Bau- und Ausbaugewerbe bieten die italienischen Partner vor Ort spannende Arbeitseinsätze bei der Renovierung von denkmalgeschützten Gebäuden wie zum Beispiel dem etruskischen "Museum Guarnacci" an. Aber auch Konditoren, Friseure oder andere Handwerker aus anderen Gewerken arbeiten in örtlichen Betrieben mit. Egal ob auf der Baustelle oder im Betrieb: Die beruflichen Einblicke sind für die Teilnehmer Gold wert.

Gesellen sammeln wertvolle Erfahrungen 

In Erinnerung bleibt den Jugendlichen meist das Abschlusswochenende: Dort werden sie bei einem Festakt im Rathaus von Volterra verabschiedet und für ihren Einsatz geehrt. Außerdem erhalten sie den "Europass Mobilität", der die erfolgreiche Teilnahme zertifiziert. Und die jungen Gesellinnen und Gesellen? Auch heute schwärmen viele der ehemaligen Teilnehmer von ihren Erfahrungen

"Ich bin sehr froh, dass ich die Gelegenheit hatte, im Ausland zu arbeiten. Das war eine tolle Zeit", sagt Maler und Lackierer Victor Aidam, der 2017 in Volterra dabei war. Und Zimmerer Fabian Gässler, ebenfalls aus dem Jahrgang 2017, ergänzt: "Der Aufenthalt in Italien war für mich eine wunderschöne Erfahrung. Gerade in diesen Zeiten ist das ein wichtiges Gut im europäischen Zusammenleben.

>> Viele tolle Fotos vom Volterra-Projekt finden Sie im Blog der Handwerkskammer Region Stuttgart.<<

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