Beruflich unterwegs -

Steuertipp Ausländischer Firmenwagen: Was tun ohne Listenpreis?

Nutzen Sie in Ihrem Handwerksbetrieb einen Firmenwagen und führen kein Fahrtenbuch, müssen Sie für die Privatnutzung einen steuerpflichtigen Privatnutzungsanteil nach der 1-Prozent-Regelung ermitteln. Dabei werden pro Monat ein Prozent des inländischen Bruttolistenpreises des Firmenwagens berücksichtigt. Doch was tun, wenn es sich bei dem Firmenwagen um ein ausländisches Modell handelt, für das es keinen inländischen Listenpreis gibt?

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Beruflich unterwegs

Denkbar sind in diesem Fall drei Varianten zur Ermittlung des entsprechenden Bruttolistenpreises:

  1. Die Preisempfehlung des Herstellers für den betreffenden ausländischen Markt.
  2. Der Einkaufspreis des deutschen Händlers.
  3. Der von Ihnen geleistete Kaufpreis. 

In einem Urteilsfall beim Finanzgericht Niedersachsen wurde klar, dass leider gar nicht klar ist, nach welcher Methode der Bruttolistenpreis zu ermitteln ist, wenn es sich bei dem Fahrzeug um ein ausländisches Modell handelt, für das in Deutschland kein Listenpreis existiert.

Listenpreis ermitteln: Entscheidung zwischen drei Variante

In dem Urteilsfall nutzte ein Unternehmer als Firmenwagen einen Ford Mustang Shelby 500 GT Coupe, den er von einem deutschen Händler für 78.900 Euro kaufte (Variante 3). Der Händler kaufte das Fahrzeug wiederum von einem Importeur für 75.999 Euro (Variante 2). Die Preisempfehlung des Herstellers in den USA betrug umgerechnet auf Euro 53.977 Euro (Variante 1).

Das Finanzamt entschied sich natürlich für Variante 1, der Unternehmer wie nicht anders zu erwarten für Variante 1 und das Finanzgericht Niedersachsen für Variante 2 (FG, Az. 9 K 264/15).

Steuertipp: In vergleichbaren Fällen sollten Unternehmer, bei denen das Finanzamt wegen eines fehlenden inländischen Listenpreises den Kaufpreis des Fahrzeugs heranzieht, Einspruch einlegen und einen Antrag auf Ruhen des Einspruchsverfahrens stellen. Denn nun hat der Bundesfinanzhof das letzte Wort in dieser Streitfrage (BFH, Az. III R 20/16). dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

Mehr zum Thema
© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten